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Politik

Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

Donnerstag, 13. Dezember 2018

/dpa

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) hat heute Impfempfehlungen für Herpes Zoster beschlossen. Darauf hat das RKI hingewiesen. Der STIKO zufolge sollten künftig allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem Totimpfstoff als Standardimpfung erhalten. Menschen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche wird die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren (Indikationsimpfung) empfohlen.

Automatisch Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung wird die Impfung damit nicht. Über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie muss erst der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) entscheiden. In der Regel folgt der G-BA aber den STIKO-Empfehlungen.

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Die Impfserie für den Herpes-Zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verab­reicht werden. Die Wirksamkeit zum Schutz vor Herpes Zoster beträgt laut RKI ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie 82 Prozent. Der Schutz vor Herpes Zoster nimmt mit zunehmendem Alter leicht ab, er beträgt bei den über 70-Jährigen aber noch circa 90 Prozent.

In Deutschland sind nach Angaben des RKI zwei Impfstoffe gegen Herpes Zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen, seit 2013 ein Lebendimpfstoff und seit 2018 ein Totimpfstoff. Der Herpes-Zoster-Lebendimpfstoff wird von der STIKO aufgrund der eingeschränkten Wirksamkeit und seiner begrenzten Wirkdauer nicht für die Standardimpfung empfohlen. Außerdem ist der Lebendimpfstoff nicht zur Impfung von Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet.

Die Impfung mit dem Herpes-Zoster-Totimpfstoff bezeichnet das RKI als „sicher“. In den Zulassungsstudien habe es kein Signal für schwere Nebenwirkungen gegeben. Allerdings sei der Totimpfstoff sehr reaktogen. Lokalreaktionen (Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung) sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Myalgie und Kopfschmerzen träten etwa bei jeder zehnten geimpften Person auf, hieß es. Die Impfreaktionen seien jedoch nur von kurzer Dauer und hielten ein bis zwei Tage an.

Die neue Empfehlung und die wissenschaftliche Begründung sind im Epidemiolo­gischen Bulletin 50/2018 veröffentlicht. Gleichzeitig wurden auf der RKI-Internetseite Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Herpes Zoster und zu Varizellen bereitgestellt.

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des RKI auf Basis von Abrechnungs­daten der Kassenärztlichen Vereinigungen jährlich mehr als 300.000 Personen an Herpes Zoster, etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. © may/EB/aerzteblatt.de

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