NewsVermischtesHospizverband warnt vor Einstufung von Trauer als Krankheit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Hospizverband warnt vor Einstufung von Trauer als Krankheit

Donnerstag, 13. Dezember 2018

/hikrcn, stockadobecom

Berlin – Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) wendet sich gegen Bestrebungen, die Diagnose „Anhaltende Trauerstörung“ in die internationale Klassifizierung der Krankheiten (ICD) aufzunehmen. Bei Einführung dieser Diagnose bestehe die Gefahr, die Trauer insgesamt wieder als „Störung“ wahrzunehmen sowie den Trauerprozess zeitlich zu normieren, erklärte der Verband heute in Berlin.

„Grundsätzlich ist die Einführung einer Diagnose, die es Menschen ermöglicht, bei einem Verlust auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen zu können, sehr zu begrüßen“, erklärte der Vorsitzende Winfried Hardinghaus. „Hier von einer Störung zu sprechen, läuft allerdings einem positiven Verständnis von Trauer zuwider.“

Anzeige

Der DHPV schlägt stattdessen den Begriff „Belastungsstörung nach Verlust“ vor. Diese Formulierung trage zum einen der Tatsache Rechnung, dass es auch Verlust­erfahrungen gebe, die therapeutische Hilfe notwendig machten. „Vor allem aber berücksichtigt er die Bemühungen und Erfolge der letzten Jahrzehnte, eine neue Kultur der Trauer zu etablieren.“

„Gerade im Deutschland der Nachkriegszeit war es ein weiter Weg hin zu einem Verständnis von Trauer als Prozess, der grundsätzlich sinnvoll und positiv ist und seine Zeit braucht“, erläuterte die Leiterin der Fachgruppe Trauer des DHPV, Kläre Winhuysen. „Diese Entwicklung ist mit der geplanten Bezeichnung in der ICD-11 in Gefahr.“

Im Entwurf der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für die neue elfte Version ihres Klassifikationssystems für medizinische Diagnosen ist als neue Kategorie 6B42 die „Anhaltende Trauerstörung“ vorgesehen. Das System soll 2019 auf der Weltgesundheitsversammlung verabschiedet werden und ab Januar 2022 gelten. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Januar 2019
Köln – Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) warnt nach der Amokfahrt eines Attentäters im Ruhrgebiet in der Silvesternacht von einem nach ersten Erkenntnissen möglicherweise
Fachgesellschaft warnt vor Stigmatisierung psychisch Kranker
10. Januar 2019
London – 3 häufig zur Behandlung körperlicher Erkrankungen eingesetzte Wirkstoffgruppen könnten nach den Ergebnissen einer Kohortenstudie in JAMA Psychiatry (2019; doi:
Statine, Kalziumantagonisten und Metformin könnten bei psychiatrischen Erkrankungen helfen
7. Januar 2019
Baltimore – Erhöhte körperliche Aktivität kann bei Menschen mit bipolarer Erkrankung die Stimmung und das Energieniveau verbessern. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Vadim Zipunnikov vom Department
Sport und Bewegung bei bipolaren Erkrankungen hilfreich
3. Januar 2019
Stuttgart – Psychische Belastungen am Arbeitsplatz fallen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung oft durchs Raster. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Dekra unter rund 300
Psychische Belastung fällt bei Gefährdungsbeurteilung oft unter den Tisch
7. Dezember 2018
Aarhus – Kinder und Jugendliche, die wegen schwerer Infektionen im Krankenhaus behandelt wurden, erkrankten in einer bevölkerungsweiten Kohortenstudie aus Dänemark in JAMA Psychiatry (2018; doi:
Infektionen könnten bei Kindern das Risiko auf psychische Erkrankungen erhöhen
4. Dezember 2018
München – Zehn Jahre nachdem erste Betriebe eine Sprechstunde zur psychischen Gesundheit eingerichtet haben, hat sich dieses Versorgungsangebot laut der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und
Sprechstunden zur psychischen Gesundheit im Betrieb bewähren sich
3. Dezember 2018
Leipzig – Rund ums Thema Depression können sich Betroffene und Angehörige jetzt auf einer interaktiven Webseite austauschen. Ziel sei es, einen offenen Umgang mit Depression zu fördern und so
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER