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Umsatz mit medizinischem Cannabis steigt, Hausärzte beurteilen Therapie zwiespältig

Donnerstag, 13. Dezember 2018

/dpa

Waldems-Esch/ München – Seit der Zulassung als Arzneimittel im März 2017 wächst der Umsatz mit medizinischem Cannabis in Deutschland. Im dritten Quartal 2018 erzielten Cannabisblüten und cannabishaltige Zubereitungen ohne Fertigarzneimittel einen Umsatz von mehr als 17 Millionen Euro in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Das entspricht laut Analysen des Informationsdienstleisters Insight Health nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem dritten Quartal 2017.

Medizinisches Cannabis wird in drei Formen auf den Markt gebracht: als Fertig­arzneimittel, als Zubereitung und als Cannabisblüte. Die Fertigarzneimittel, beispielsweise Sprays oder fertige Kapseln, beherrschten zu Beginn der Ära des Medizinalhanfs den Markt. Im Jahr 2018 stagniert das Wachstum in diesem Bereich jedoch.

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Ab Mitte 2018 hat die Zahl der Verordnungen cannabishaltiger Zubereitungen laut Insight Health die Verordnungen von Fertigarzneimitteln überholt. Zubereitungen sind vom Apotheker mit Grundstoffen hergestellte Medikamente, etwa in Form von Kapseln oder Tropfen. Auf Cannabisblüten entfallen zwar weniger Rezepte als auf Zubereitungen, sie erzielen laut dem Statistikunternehmen aber den größeren Umsatz. 

Der Altersdurchschnitt der Patienten mit Cannabis-Verordnungen liegt bei 55 Jahren. Insight-Health-Daten zeigen, dass die weiblichen Patienten mit im Durchschnitt 58,6 Jahren etwas älter sind als die männlichen Patienten mit einem Durchschnittsalter von 52,5 Jahren. Die weitaus meisten Rezepte pro GKV-Versicherten konnte Insight Health in Bayern und Baden-Württemberg zählen.

60 Prozent der Hausärzte befürworten Therapie

Laut einer aktuellen Umfrage unter 300 Hausärzten in Deutschland finden sechs von zehn Ärzten Cannabis als therapeutische Option sinnvoll. 16 Prozent der befragten Ärzte zweifeln an der Wirkung von medizinischem Cannabis. Immerhin 45 Prozent der Umfrageteilnehmer haben mindestens ein Rezept ausgegeben. Von ihnen haben lediglich vier Prozent im Jahr 2018 mehr als 50 Rezepte ausgestellt. 

Das Unternehmen DocCheck Research hat im Auftrag des Unternehmens Wayland 300 Hausärzte befragt. Wayland ist ein Hersteller und Händler von Cannabis für medi­zinische Zwecke. Danach meinen 64 Prozent der Ärzte, der Verschreibungsprozess sei zu aufwendig. 45 Prozent der Ärzte fühlen sich nicht ausreichend geschult. Die Therapie mit medizinischem Cannabis als Bestandteil des Studiums (31 Prozent) oder mehr Fortbildungsmöglichkeiten (45 Prozent) bei dieser Therapie könnten hier Abhilfe schaffen. © hil/aerzteblatt.de

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