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Politik

Bis zu 20 Prozent aller Medizinstudien­plätze für künftige Landärzte in Mecklenburg-Vor­pommern

Freitag, 14. Dezember 2018

/dpa

Schwerin – Mehr Ärzte für Mecklenburg-Vorpommerns ländlichen Raum: Gesundheits­minister Harry Glawe (CDU) hat gestern im Landtag ein Gesetz angekündigt, mit dem künftig zehn bis 20 Prozent der Medizinstudienplätze an den Universitäten Rostock und Greifswald an junge Menschen vergeben werden sollen, die sich verpflichten, ihre ersten zehn Arbeitsjahre als Arzt in einem unterversorgten ländlichen Gebiet zu verbringen.

Die Bewerber sollen keinen Zensurendurchschnitt von 1,0 oder 1,2 mitbringen müssen, was aktuell für ein Medizinstudium aufgrund des großen Andrangs üblich ist. Sie sollen dafür in einem Eingangstest ihre Eignung für den Arztberuf beweisen. Bei 400 Medizin-Studienanfängern jedes Jahr in Mecklenburg-Vorpommern würden über die geplante „Landarztquote“ bis zu 80 Studienplätze reserviert.

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Wer einen Studienplatz über die Quote bekommt, mit dem soll ein Vertrag geschlossen werden, erläuterte Glawe. Wer trotz der Zusicherung für zehn Arbeitsjahre auf dem Land den Vertrag bricht, soll eine Strafe bezahlen. So soll ausgeschlossen werden, dass sich jemand einen solchen Studienplatz sichert und dann doch abwandert.

Genauer Bedarf an Hausärzten ermitteln

Bevor die „Landarztquote“ endgültig festgelegt werden kann, müsse jedoch zunächst gemeinsam mit dem Bildungs- und Energieministerium sowie der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) der genaue Bedarf an Hausärzten ermittelt werden. Das Gesundheits­ministerium geht aktuell davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren landesweit 164 niedergelassene oder angestellte Allgemeinmediziner benötigt werden.

Sollte die Evaluation einen weiteren Bedarf ergeben, könne dieser laut Glawe durch die Einrichtung einer Landarztquote frühzeitig gedeckt werden. „Wir wollen die Landarzt­quote so schnell wie möglich“, sagte der Minister und kündigte an, das Thema schon im Januar angehen zu wollen.

Vorbild für die „Landarztquote“ ist Nordrhein-Westfalen (NRW), wie Glawe sagte. Dort sei jetzt eine rechtliche Regelung auf den Weg gebracht worden, die als Vorbild für Mecklenburg-Vorpommern geeignet sei. In NRW soll demnach ein Teil der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausarzt zu arbeiten.

Auch bisher gibt es schon Bemühungen in Mecklenburg-Vorpommern, junge Ärzte für das Praktizieren im ländlichen Raum zu gewinnen. Unter anderem werde ein Stipendienprogramm an Medizinstudenten ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden, sagte Glawe. Außerdem würden Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Glawe stellte jedoch fest: „Das reicht nicht.“ © dpa/hil/sb/aerzteblatt.de

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