NewsÄrzteschaftVerbände fordern Unterstützung aller Gesundheitsberufe im Krankenhaus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Verbände fordern Unterstützung aller Gesundheitsberufe im Krankenhaus

Freitag, 14. Dezember 2018

/dpa

Berlin – Sieben ärztliche, psychotherapeutische und Heilmittelverbände haben an den Gesetzgeber appelliert, die vor Kurzem beschlossenen Regelungen zur Aufstockung des Pflegepersonals auch auf alle anderen Berufsgruppen in den Krankenhäusern anzuwenden. „Die unterzeichnenden Verbände unterstützen die Intention des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes. Mehr Personal in der Pflege ist das Gebot der Stunde“, heißt es in einer heute veröffentlichten Resolution. Die strenge Differen­zierung zwischen Pflegekräften und dem übrigen nichtärztlichen sowie ärztlichen Personalbereich im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) gehe aber an der Realität vorbei und führe zu neuen Verwerfungen.

Die Personalsituation dürfe nicht isoliert für den Bereich der Pflege betrachtet werden. Vielmehr sei sie Teil eines größeren Problems. „Die Fehlanreize und Risiken des DRG-Vergütungssystems, insbesondere betriebswirtschaftliche Anreize zur weiteren Leistungsverdichtung auf Kosten des Klinikpersonals, tragen maßgeblich zu den Personalengpässen in den Krankenhäusern bei“, heißt es in der Resolution.

Anzeige

Viele Krankenhäuser sparen nur am Personal

„In einem Dienstleistungssektor, bei dem der Personalkostenanteil rund 70 Prozent der Betriebskosten ausmacht, reagieren viele Kliniken auf veränderte Entgelte für Krankenhausleistungen mit Personalabbau.“ Diese Abwärtsspirale müsse durchbrochen werden. Die mangelhafte Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer verschärfe die Situation zusätzlich.

Den Berufen außerhalb der Pflege im Krankenhaus drohe nun eine weitere außer­ordentliche Verdichtung ihrer Arbeit. Es bestehe das große Risiko, dass Einsparungen, die bislang im Bereich der Pflege vorgenommen worden seien, nun auf andere Berufsgruppen verlagert würden und deren Lage sogar verschlechterten, schreiben die Verbände.

Volle Finanzierung neuer Stellen in allen Bereichen

Die Mittel, mit denen der Gesetzgeber reagieren müsse, um die Misere aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern zu beenden, seien im PpSG beschrieben: die volle Finanzierung neuer Stellen, ein hundertprozentiger Tarif­ausgleich, eine Personalbemessung, die sich am Soll und nicht am Ist im DRG-System orientiert, zusätzliche Mittel für im DRG-System nicht abgebildete Leistungen sowie die Ausgliederung des gesamten Krankenhauspersonals aus dem DRG-System.

„In gleicher Weise müssen diese Maßnahmen für die Pflege, aber auch für die Ärzte, Ergotherapeuten, Hebammen, Logopäden, Mitarbeiter im Wirtschaftsdienst und für die medizinisch-technischen Dienste, Physiotherapeuten, Psychologischen Psycho­therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Sozialarbeiter und Verwaltungskräfte gelten“, fordern die Verbände. Insofern solle das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz in einem nächsten Schritt zu einem Krankenhauspersonal-Stärkungsgesetz weiterentwickelt werden.

Die Resolution wurde unterzeichnet vom Marburger Bund, der Bundespsycho­thera­peuten­kammer, dem Deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie, dem Deutschen Bundesverband für Logopädie, dem Deutschen Verband der Ergotherapeuten, dem Deutschen Verband für Physiotherapie und dem Verband Physikalische Therapie. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #749292
bluedreams54
am Freitag, 14. Dezember 2018, 19:11

Aufstockung Krankenhauspersonal

Ärzte werden im KH als Leistungserbringer und Pflegepersonal als Kostenfaktor gesehen. Bis plötzlich aus Mangel an Pflegekräften Stationen geschlossen werden müssen und reihenweise Patienten auf überfüllten Fluren der verbleibenden Stationen landen. Und sich beschweren. Zu wenig
Ärzte sehe ich in den Kliniken ganz sicher nicht
LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2019
Nürnberg – Mithilfe der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind seit März 2018 insgesamt 100 mexikanische Pflegekräfte nach Deutschland gekommen. Weitere rund 300 werden in den kommenden Monaten erwartet,
Deutschland wirbt in Mexiko Pflegekräfte an
18. September 2019
Berlin – Morgen will der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) einen Beschluss über die künftige Personalausstattung in psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäusern vorlegen. Gesetzlich vorgegeben
„In der Psychiatrie ist das Personal der wichtigste Qualitätsindikator“
16. September 2019
Rostock – An der Universitätsmedizin Rostock sind heute 25 junge Pflegeauszubildende aus Vietnam angekommen. Für die Neuankömmlinge gebe es zunächst einige Orientierungstage, teilte die
Uniklinik Rostock empfängt vietnamesische Pflegeauszubildende
11. September 2019
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat gestern Pflegepersonaluntergrenzen für einige Bereiche im Krankenhaus festgelegt, nachdem sich GKV-Spitzenverband und Deutsche
Lob und Kritik für neue Pflegepersonaluntergrenzen
10. September 2019
Berlin – Eine Woche nach dem Scheitern der Verhandlungen von GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Vereinbarung von Pflegepersonaluntergrenzen hat das
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium verschärft Pflegepersonaluntergrenzen
10. September 2019
Berlin – Am 19. September will der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) über die künftigen Vorgaben für die Personalausstattung in Psychiatrien entscheiden. Die Befürchtungen, dass das Ergebnis nicht im
G-BA soll verbindliche Personalmindestvorgaben für psychiatrische Krankenhäuser vorlegen
9. September 2019
Berlin – Deutschlands Krankenhäuser schlagen angesichts zunehmender Überlastung und personeller Engpässe Alarm. „Wir haben ernst zu nehmende systemische Probleme in unserem Krankenhauswesen“, warnte
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Archiv

NEWSLETTER