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Ärzteschaft

Intensivmediziner empfehlen Prüfung von Patientenverfügungen

Montag, 17. Dezember 2018

/dpa

Nürnberg – Intensivmediziner in Deutschland fordern die Bevölkerung auf, Patientenverfügungen kritisch zu prüfen und bei Bedarf auch umzuformulieren – am besten zusammen mit Beratungsstellen, Juristen oder Hausärzten.

Nach dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Anwendbarkeit von Patientenverfügungen vermuten die Ärzte, dass es in vielen Familien noch Schreiben zur medizinischen Versorgung am Lebensende gibt, die unverständlich oder nicht konkret genug formuliert sind, erklärte Gernot Marx, der Vorsitzende des Arbeitskreises Intensivmedizin bei der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensiv­medizin (DGAI). Das könne im Fall des Falles für alle Beteiligten zu unwürdigen und nervenaufreibenden Situationen am Krankenbett führen.

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Der BGH hatte am vergangenen Donnerstag anhand des konkreten Falls einer Patientin im Wachkoma entschieden, dass ihre Patientenverfügung im Zusammenspiel mit Zeugenaussagen ausreichend ist und dass ihre Behandlung eingestellt werden darf. Patientenverfügungen seien bindend, wenn ein Betroffener seinen Willen präzise formuliert habe und die konkret eingetretene Situation dort beschrieben sei.

Zugleich hatte der BGH empfohlen, in einer Patientenverfügung möglichst genau zu beschreiben, in welcher Situation welche Entscheidung zu treffen ist. Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte das Urteil als Aufforderung gedeutet, Patientenverfügungen so konkret wie möglich zu verfassen. „Wenn es keine Auslegungsmöglichkeiten gibt, werden Streitereien überflüssig“, sagte Vorstand Eugen Brysch.

Die Entscheidung zeige zudem, wie wichtig neben der Patientenverfügung auch eine Vorsorgevollmacht sei, fügte Brysch hinzu. Darin wird eine Vertrauensperson bestimmt, die im Sinne des Patienten entscheidet und auch die Patientenverfügung umsetzt.

„Fehlt ein Bevollmächtigter, muss das Gericht einen oder mehrere Betreuer einsetzen“, erläuterte der Vorstand. „In der Vollmacht sollten aber nicht mehrere Personen als gleichberechtigte Bevollmächtigte festgelegt werden. Das führt immer wieder zu Konflikten, wenn sich die Vertrauenspersonen nicht einig sind.“ © kna/aerzteblatt.de

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