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Klinikreform wie in Dänemark laut Studie kein Vorbild für Bayern

Donnerstag, 27. Dezember 2018

/upixa, stockadobecom

München – In Bayern nimmt die Zahl der Kliniken ab. Vor allem kleinere Häuser werden insgesamt weniger. Aber die Größe eines Hauses und seine ländliche oder städtische Lage sind keine Indikatoren für Effizienz. Das berichtet das Beratungs­unternehmen Deloitte in einer Studie. Danach liegen die sogenannten EBITDA-Margen kleinerer Häuser – eine Kennzahl für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschrei­bungen – mit 2,1 Prozent keineswegs unter denjenigen der großen, urbanen Kliniken (1,9 Prozent). „Eins steht jedoch für alle bayerischen Krankenhäuser fest: Mit den ausgewiesenen Gewinnkennzahlen werden sie aus eigener Kraft nur schwer ihren notwendigen Innovations- und Investitionsbedarf finanzieren können“, befinden die Studienautoren.

Reine Orientierung am Effizienzgrad nicht sinnvoll

„Wie soll man also vorgehen: Ist Clustering, Konsolidierung, Umstrukturierung oder gar Schließung bestimmter Krankenhäuser die Lösung?“, fragt Deloitte. Als Beispiel werde in diesem Zusammenhang immer wieder Dänemark genannt, welches das Gesundheitswesen durch sogenannte Suprakrankenhäuser transformieren möchte. „In Bayern würde dies – bei Anwendung eines analogen Quotienten – jedoch eine Reduzierung von rund 240 Akuthäusern auf 50 Standorte bedeuten, worunter die Versorgung sicherlich leiden würde. Deshalb ist beim Thema Gesundheit von einer Förderung oder Schließung nach einem Pauschalprinzip und der reinen Orientierung am Effizienzgrad generell abzuraten“, so die Berater.

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Deloitte rät vielmehr, die bestehenden Strukturen intensiver zu vernetzen: „Die Vernetzung von Krankenhäusern aller Versorgungsstufen inklusive Rehakliniken und ambulanten Zentren zu kompletten Versorgungsnetzwerken kann Synergien erschließen – wichtig vor allem dort, wo ein geringer Spezalisierungsgrad besteht“, so die Autoren der Studie. Die Digitalisierung könne hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. „Darüber hinaus bietet sich eine Umnutzung kleinerer, nicht mehr lebensfähiger Krankenhäuser an – zum Beispiel als erste medizinische Anlaufstelle vor Ort. Eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen kann hier neue Perspektiven und Möglichkeiten schaffen“, schreibt Deloitte. Aber auch Maximal- und Schwer­punktversorger könnten sich durch die Bildung von Exzellenzclustern und abgestimmten Medizinkonzepten effizienter organisieren.

Laut Deloitte liegen die Gesundheitsausgaben in Bayern mit 4.024 Euro pro Kopf und Jahr knapp unter Bundesdurchschnitt und im internationalen Vergleich über Großbritannien (3.206 Euro), aber deutlich unter den USA (8.850 Euro) oder Dänemark (5.000 Euro). In einem Drittel des Freistaats liegt die Bevölkerungsdichte nur zwischen 67 und 106 Einwohnern pro Quadratkilometer. Dennoch ist es einem Großteil der Bayern möglich, im Mittel innerhalb von 20 bis 25 Minuten Autofahrt ein Krankenhaus zu erreichen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 27. Dezember 2018, 18:54

Umnutzung nicht mehr lebensfähiger Krankenhäuser

Ein Krankenhaus, das umgenutzt wird, ist später beispielsweise eine Seniorenresidenz. Da eine Seniorenresidenz kein Krankenhaus ist, bleibt nur ein geschlossenes Krankenhaus übrig.

Die "Berater" haben sich übrigens nur gegen bestimmte Kriterien ausgesprochen, gem. denen man Krankenhäuser schließen sollte. Gegen die Schließung als solches haben sie sich nicht ausgeschlossen.

Denn die Berater sind ja nicht betriebsblind. Erst recht sind sie keine ökonomischen Dilettanten. Deloitte ist ein Unternehmen mit hervorragenden Referenzen, die haben eine Reputation zu verlieren und die setzen sie bestimmt nicht aufs Spiel, um Gefälligkeitsaussagen zu machen.
LNS

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