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Politik

Hessen will Allgemeinmedizinern bei Praxisübernahme helfen

Montag, 17. Dezember 2018

/dpa

Wiesbaden – Die Landesregierung in Hessen will es jungen Fachärzten für Allgemeinmedizin leichter machen, insbesondere auf dem Land eine bereits bestehende Hausarztpraxis zu übernehmen. Das geht aus dem heute unterzeichneten Gesundheitspakt 3.0 vor, der bis 2022 gilt.

Demnach soll es ein spezielles Coaching für junge Ärzte geben. Auch junge Frauen sollen nach der Elternzeit dank Weiterbildungen leichter den Wiedereinstieg in ihren Beruf finden. Das Land setzt damit seine 2012 begonnene Kooperation mit verschie­denen Partnern fort. Unter anderem beteiligen sich die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege und die Kassenärztliche Vereinigung Hessen an der Initiative.

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„Mit Hilfe eines regionalen Datenpools wollen wir uns einen Überblick über die Versorgungsstruktur und den Bedarf verschaffen“, erklärte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Stefan Grüttner (CDU). In einem Onlineportal sollen etwa die Zahl der Ärzte sowie die Zahl und Standorte von Krankenhäusern, Apotheken und Pflegediensten erfasst werden.

Datenerfassung vereinfachen

Diese Daten sollen dann lokal etwa auf Landkreisebene ausgewertet werden können. Anhand dessen könnte analysiert werden, welche Krankenhausstandorte besonders relevant sind und Entscheidungen zu künftigen Versorgungsstrukturen getroffen werden, erläuterte Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Zudem prüft die Landesregierung derzeit, ob die hessischen Gesundheitsämter eine einheitliche Software bekommen und wie diese aussehen könnte. Das würde die geplante Datenerfassung erheblich vereinfachen.

Darüber hinaus soll je nach Bedarf eine „Task Force“ etabliert werden, die bei akuten Versorgungsengpässen kurzfristig eingreift. „Das könnte ein Pool von Ärzten aus dem stationären und ambulanten Bereich sein“, sagte Grüttner.

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Pakt-Partner auch bei der Kommunikation. „Wir müssen Informationen künftig besser untereinander austauschen“, sagte Dastych. Das gelte insbesondere beim Einweisungs- oder Entlassmanagement von Patienten, also dort, wo der ambulante und der stationäre Bereich aneinander stoßen.

Mit Hilfe von Telemedizin und E-Health könnten Doppeluntersuchungen vermieden und die Arbeit effizienter werden. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens biete eine große Chance, erklärte Ralf-Norbert Bartelt, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, weil sie „sehr schnell medizinisches Fachwissen zu den Menschen bringt und Distanzen überbrücken kann“.

Im Bereich der Pflege will der Gesundheitspakt Projekte unterstützen, bei denen ausländische Pflegekräfte in ihren Herkunftsländern angelehnt an deutsche Regelungen ausgebildet werden. Auch Sprachkurse könnten künftig ganz oder teilweise bereits in der Heimat stattfinden. Zudem prüft das Land, ob das „Zentrum zur Anwerbung und nachhaltigen Integration internationaler Pflege- und Gesund­heitsfachkräfte“ (ZIP) weiterhin finanziert wird. Das ZIP unterstützt Arbeitgeber bei der Anwerbung von Fachkräften.

Mit einer Sonderregelung will Grüttner zudem eine ausreichende Anzahl von Krankenhäusern im ländlichen Raum sicherstellen. Die „Sicherungszuschläge“ sollen eine Versorgung abweichend von bundesweiten Regelungen auch dort gewährleisten, wo zwischen 100 und 150 Einwohner pro Quadratkilometer leben. Die Zuschläge sollen des Weiteren bewilligt werden, wenn 3.500 Einwohner mehr als 40 Minuten Fahrzeit zu einem Notfallkrankenhaus auf sich nehmen müssten. Nach Einschätzung des Ministers könnten von der Regelung sechs bis zehn Kliniken betroffen sein. © dpa/aerzteblatt.de

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