NewsÄrzteschaftVertragsärzte auch an Feiertagen im Dienst
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Vertragsärzte auch an Feiertagen im Dienst

Freitag, 21. Dezember 2018

/dpa

Berlin – Nicht jeder Hausarzt ist an Weihnachten und zum Jahreswechsel erreichbar. Kranke müssen deshalb aber nicht gleich in die Notaufnahme der Krankenhäuser gehen. Darauf haben zahlreiche Kassenärztliche Vereinigungen im Vorfeld der anstehenden Weihnachtsfeiertage und Silvester hingewiesen.

„Patienten, die in dieser Zeit akut erkranken, können eine der geöffneten Praxen von niedergelassenen Ärzten oder eine der KV-Notdienstpraxen aufsuchen“, teilte beispielsweise die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin mit. Zusätzlich gebe es noch den Bereitschaftsdienst, der Hausbesuche mache. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist über die Rufnummer 116117 zu erreichen.

Anzeige

Die KV Baden-Württemberg wies auf die dienstbereiten Ärzte in den rund 120 Notfallpraxen hin, die ohne Voranmeldung direkt aufgesucht werden könnten. Ergänzend zu den allgemeinen Notfallpraxen gebe es regionale fachärztliche Dienste der Augen-, Kinder- und HNO-Ärzte. In Baden-Württemberg gibt es auch eine App „Notfallpraxen BW“, die kostenfrei über den Google-Play-Store und den Apple-IOS-Store heruntergeladen werden kann.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet. Bei Notfällen, zum Beispiel Ohnmacht, Herzinfarkt, akuten Blutungen und Vergiftungen, ist der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren.

Zahlreiche Menschen im Einsatz

In Thüringen werden über Weihnachten und Neujahr mehr als 1.250 Ärzte sowie mehr als 1.000 weitere Mitarbeiter von Gesundheitsdiensten Bereitschaftsdienste schieben. Insgesamt stünden in Notfällen in 28 Bereichen über den ganzen Freistaat verteilt Bereitschaftsdienste zur Verfügung, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen mit. In den meisten Fällen würden die Bereitschaftsdienste in Praxen auf dem Gelände der örtlichen Krankenhäuser angeboten.

Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin rät unterdessen zur Vorsicht bei der Selbstdiagnose. Man solle auch an den Weihnachtsfeiertagen im Krankheitsfall auf Selbstdiagnosen aufgrund von Informationen aus dem Internet zu verzichten, sagte sie. „Für eine richtige Diagnose ist der Kontakt mit einem Arzt unverzichtbar. Dr. Google mag zwar viele Informationen bereithalten, medizinisch gesichert sind sie aber oft nicht“, sagte sie.

Die Ministerin unterstrich, dass unvollständige oder unseriöse Informationen verunsichern und Ängste schüren könnten. Gefährlich werde es vor allem dann, wenn bei ernsthaften Krankheiten ganz auf den Arztbesuch verzichtet werde oder verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Rücksprache eingenommen würden.

Huml verwies auf die bundesweite Servicenummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen. „Unter dieser Telefonnummer werden Anrufer bei akuten Beschwerden außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten an einen diensthabenden Arzt in ihrer Region weitervermittelt. Daneben steht für lebensbedrohliche Notfälle, wie beispielsweise bei Anzeichen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls, der Rettungsdienst unter der Nummer 112 zur Verfügung“, so Huml.

Im Internet können Erkrankte zudem unter www.116117.de über Eingabe ihrer Postleitzahl die nächstgelegene Bereitschaftspraxis finden. Auch die Bundes-Arztsuche-App der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ermöglicht die Suche nach einer passenden Praxis eines niedergelassenen Arztes oder Psychotherapeuten sowie nach dem nächsterreichbaren Standort des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Wichtige Nummer: 116117

Die KBV wies gestern darauf hin, dass sich auf der Seite www.116117.de des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigungen seit Neuestem ein Verweis auf den Apothekenfinder der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unter der Adresse apothekenfinder.mobi befindet.

Umgekehrt würde die ABDA auf ihrer Internetseite jetzt auf die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 verweisen. Auch zwischen der Zahnarztsuche der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und dem Apothekenfinder wurde eine Verlinkung erstellt, um sämtliche Dienste der Körperschaften und Bundesorganisa­tionen von Ärzten, Zahnärzten und Apothekern im Netz für Patientinnen und Patienten noch leichter auffindbar zu machen.

„Wir sehen in der gegenseitigen Verlinkung einen zusätzlichen Service für diejenigen, die nachts, am Wochenende oder an Feiertagen ärztliche Hilfe oder Medikamente benötigen“, erläuterte KBV-Chef Andreas Gassen. Für Patienten sei es sinnvoll, wenn solche Informationsdienste auch gebündelt angeboten werden, sagte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA. Man erhöhe durch die neue Verlinkung gezielt die Aufmerksamkeit für alle diese Plattformen, so Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 22. Dezember 2018, 10:45

Im nächsten Jahr gilt das alles nicht mehr!

Da sind die Vertragsärzte zwar noch im Dienst, allerdings nur noch in den INZ (Integrierten Notfallzentren), die an rund 1.200 Krankenhäusern deutschlandweit etabliert werden. Den Luxus, dass es alleine in BW 120 Notfallpraxen (plus Portalpraxen) gibt, wird man letztmalig in diesem Jahr für die Feiertage erleben.

116117, ärztliche Bereitschaftspraxen, Portalpraxen - in einem Jahr alles Vergangenheit.
LNS

Nachrichten zum Thema

11. November 2019
Frankfurt am Main – Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hält die Pläne der Bundesregierung zu einer Neuordnung der Notfallversorgung für umsetzbar. Sie sieht aber zugleich die Krankenkassen
Notfallversorgung: KV Hessen hält Pläne für machbar, aber teuer
4. November 2019
Saarbrücken – Kassenpatienten sollen es künftig leichter haben, bei dringenden Gesundheitsproblemen oder der Suche nach einem freien Arzttermin, schnell Hilfe zu finden. Ab 1. Januar wird die Nummer
Saarland bereitet sich auf neuen Bereitschaftsdienst vor
10. Oktober 2019
Bremen – Ängste vor rechtlichen Konsequenzen beeinflussen die Entscheidung, Pflegeheimbewohner in ein Krankenhaus einzuliefern. Das geht aus der Untersuchung „Hospitalisierung und Notaufnahmebesuche
Automatismus sorgt für Einlieferung vieler Pflegeheimbewohner in Notaufnahmen
27. September 2019
Berlin – Das Hauptproblem der Notfallversorgung in Deutschland stellen aus Sicht von Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die vielen
Notfallversorgung: „Das müssen wir in den Griff kriegen“
26. September 2019
Berlin – Die Hochschulmedizin sieht sich als wichtiger Player in der regionalen Gesundheitsversorgung. Dies betonten heute Vertreter der Universitätskliniken auf dem diesjährigen Innovationsforum der
Universitätskliniken für Aufbau neuer Versorgungsstrukturen
23. September 2019
Potsdam – Scharfe Kritik an den Plänen des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) zur Reform der Notfallversorgung kommt aus Brandenburg: Die geplante Reform sei „eine Gefahr für die im Land Brandenburg
KV Brandenburg gegen Spahns Reformpläne für die Notfallversorgung
23. September 2019
Dresden – In Sachsen eröffnet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes ab Oktober zusammen mit Kliniken in den Regionen landesweit zwölf neue Bereitschaftspraxen. Diese Portalpraxen betreuen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER