NewsVermischtesKrankenkassen dürfen Versichertenfoto nicht dauerhaft speichern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Krankenkassen dürfen Versichertenfoto nicht dauerhaft speichern

Dienstag, 18. Dezember 2018

/dpa

Kassel – Die Krankenkassen dürfen die Fotos ihrer Versicherten nicht dauerhaft speichern. Wie heute das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied, müssen sie das Foto löschen, sobald sie die Versichertenkarte hergestellt haben (Az.: B 1 KR 31/17).

Seit 2015 müssen gesetzlich Versicherte beim Arzt eine Versichertenkarte mit Foto vorlegen. Dies soll Missbrauch verhindern. Ein Chip soll künftig als umfassende „elektronische Gesundheitskarte“ genutzt werden, er enthält bislang aber nur Grunddaten wie Name und Geburtsdatum.

Anzeige

Bislang speicherten die Krankenkassen das Foto dauerhaft bis zum Ende des Versicherungsverhältnisses, etwa um es für Ersatz- oder nachfolgende Karten zu verwenden. Ein Versicherter der Techniker Krankenkasse (TK) sah dadurch sein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt und klagte.

Dagegen meinte die TK, für jede Karte ein neues Foto zu prüfen und zu verarbeiten, führe zu unnötigen zusätzlichen Kosten. Schon so gingen allein bei der Techniker Krankenkasse jeden Tag 10.000 neue Fotos ein – teilweise auch Spaßfotos mit einem Teddybär oder Pinguin. Die Fotos würden sicher gespeichert, der Datenschutz sei gewährleistet.

Das BSG entschied nun jedoch, dass die Kassen die Fotos jedenfalls ohne Zustimmung nicht dauerhaft speichern dürfen. Die Datenschutzregelungen erlaubten andernfalls die Speicherung und Verarbeitung nur für den unmittelbaren Zweck, also die Erstellung der Karte. Danach müssten die Krankenkassen das Foto löschen. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. Juli 2020
Berlin – Die Versicherten- und Arbeitgebervertreter bei den sechs Ersatzkassen sorgen sich um steigende Ausgaben und die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). „Der
GKV: Ersatzkassen sorgen sich um finanzielle Stabilität
30. Juni 2020
Stuttgart – Ein Datenschutzverstoß der AOK Baden-Württemberg kommt der Krankenkasse teuer zu stehen. Sie muss 1,24 Millionen Euro Bußgeld bezahlen, weil sie Daten für ein Gewinnspiel datenschutzwidrig
AOK Baden-Württemberg muss Bußgeld wegen Datenmissbrauchs bezahlen
30. Juni 2020
Bonn – Labore und Krankenhäuser in Deutschland sind nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gut vor Cyberangriffen geschützt. Zu diesem Ergebnis kämen zwei vom
BSI: Labore und Krankenhäuser gut vor Cyberangriffen geschützt
19. Juni 2020
München – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat einen Schutzschirm für hohe Verluste durch zu geringe Fallzahlen und Patientenkontakte auf Grund der
Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV Bayerns beschließt Schutzschirm
18. Juni 2020
Berlin – Ab Juli soll mit der Anwendung „KIM – Kommunikation im Medizinwesen“ ein einheitlicher Kommunikationsdienst für den sicheren E-Mailverkehr im deutschen Gesundheitswesen zur Verfügung stehen.
Einheitlicher Kommunikationsdienst vor dem Start
17. Juni 2020
Berlin – Nach Überzeugung des Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber kommt bei den neuerdings oft sehr schnellen Gesetzgebungsverfahren der Datenschutz zu kurz. „Ich würde mir wünschen, dass der
Bei schnellen Gesetzesverfahren kommt Datenschutz zu kurz
17. Juni 2020
Wiesbaden – Die Linksfraktion im hessischen Landtag macht sich für Menschen ohne Kran­ken­ver­siche­rung stark. In einem Gesetzentwurf schlägt sie den Aufbau spezieller Beratungsstellen vor, mit deren
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER