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Politik

Spahn: Pflegekräfte sollen Aufgaben von Ärzten übernehmen

Freitag, 16. März 2018

/dpa

Berlin – Der neue Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, dass Pflegekräfte bestimmte Aufgaben von Ärzten übernehmen. Auch die Ärzte hätten mehr davon, wenn eine gut qualifizierte Pflegekraft Aufgaben übernehmen könne, für die Ärzte keine Zeit mehr hätten, sagte Spahn gestern bei der Eröffnung des 5. Deutschen Pflegetags in Berlin.

Die Pflege werde eines der „ganz großen Themen“ sein, die er in dieser Legislatur­periode angehen wolle, sagte der Minister. Dabei gehe es darum, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. „Wir müssen die Zahl der Ausbildungsplätze im Zweifel erhöhen“, betonte er. „In vielen Regionen gibt es heute mehr Bewerber als verfügbare Kapazitäten. Wenn junge Menschen es wollen und können, müssen wir es ihnen ermöglichen, zeitnah eine Ausbildung zu beginnen.“ Zudem betonte Spahn, dass er ein Verfechter von Pflegekammern sei.

Nicht alles zu Tode dokumentieren

Zu den Pflegepersonaluntergrenzen, die Krankenhäuser ab dem kommenden Jahr einhalten müssen, sagte er: „Ich möchte schon, dass die Träger in der betriebs­wirtschaftlichen Verantwortung bleiben, die Dinge selbst zu organisieren, sowohl im Krankenhaus als auch in der Altenpflege.“ Gleichzeitig müsse aber vermieden werden, dass Geld, das eigentlich für Pflegekräfte vorgesehen sei, am Ende nicht für die Pflege genutzt werde. Dass das Geld bei der Pflege ankomme, müsse das Ziel sein.

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Spahn sprach auch das Thema Entbürokratisierung in der Pflege an: „Wir müssen schauen, ob wir nicht ein paar Verfahren haben, wo der Aufwand und der Ertrag nicht in einem angemessenen Verhältnis stehen.“ Dazu gehöre der Mut, sich von einer vollumfänglichen Dokumentation zu verabschieden. „Dann müssen wir aber gemeinsam aushalten, dass es bestimmte Freiräume gibt, die in der Verantwortung der Mitarbeiter liegen“, sagte Spahn. „Ich glaube schon: Man sollte mit mehr Grund­vertrauen arbeiten und nicht alles zu Tode dokumentieren.“ 

Der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), Franz Wagner, betonte, dass die Arbeitsüberlastung der Pflegekräfte schnell spürbar verringert werden müsse. Zu wenige Pflegekräfte seien heute in den stationären Einrichtungen für zu viele Bewohner zuständig. Die Folge sei eine chronische Überlastung der Pflegekräfte, die körperlich und seelisch krank mache und viele Pflegekräfte aus ihrem Beruf aussteigen lasse.

Sowohl in der Altenpflege als auch in der Krankenpflege würden jeweils 50.000 Pflegekräfte mehr benötigt als heute, meinte Wagner „Wenn wir es nicht schaffen, ein Signal zu geben, dass wir eine Wende einleiten wollen, werden noch mehr Pflegekräfte aus ihrer Arbeit aussteigen, und es werden keine mehr nachkommen“, so der DPR-Präsident. „Wenn wir nicht handeln, werden wir die pflegerische Versorgung in Deutschland nicht mehr aufrechterhalten können.“ © fos/aerzteblatt.de

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OlGr
am Mittwoch, 21. März 2018, 14:43

Noch mehr Aufgaben

Auf der einen Seite wird ständig von der Überforderung der Pflegekräfte gesprochen, vom Mangel, und nun sollen mehr Aufgaben übernommen werden. Wieder mal typisch Politik. Mit Schlagwörtern agieren, den 2. Schritt vor dem ersten machen. Um den Mangel an Pflegekräften zu beheben, wird eine Legislaturperiode nicht ausreichen.
andreabraun
am Sonntag, 18. März 2018, 16:34

netter junger Mann halt

Spahn als Ge­sund­heits­mi­nis­ter reisst die Klappe genauso auf wie vorher als Heimatverteidiger im Trachten-Janker.
"Mehr Grundvertrauen....nicht alles zu Tode dokumentieren" Bitte ??
Hatten wir nicht gerade einen massiven Missbrauch in der Abrechnung von Pflegeleistungen?
Leiden nicht zig Alte unter mies dokumentierten Dienstplänen und unterqualifiziertem Personal?
Aber der gute Mann hat seinen Job nicht bekommen damit das Gesundheitswesen besser wird sondern damit er was anderes zu tun hat als Mutti zu ärgern. "Denn sie wissen nicht was sie tun"-
James Dean sah wenigstens verdammt gut aus!

andreabraun
am Sonntag, 18. März 2018, 16:34

netter junger Mann halt

Spahn als Ge­sund­heits­mi­nis­ter reisst die Klappe genauso auf wie vorher als Heimatverteidiger im Trachten-Janker.
"Mehr Grundvertrauen....nicht alles zu Tode dokumentieren" Bitte ??
Hatten wir nicht gerade einen massiven Missbrauch in der Abrechnung von Pflegeleistungen?
Leiden nicht zig Alte unter mies dokumentierten Dienstplänen und unterqualifiziertem Personal?
Aber der gute Mann hat seinen Job nicht bekommen damit das Gesundheitswesen besser wird sondern damit er was anderes zu tun hat als Mutti zu ärgern. "Denn sie wissen nicht was sie tun"-
James Dean sah wenigstens verdammt gut aus!

Loewenherz
am Sonntag, 18. März 2018, 14:06

großartig!

Der Spahn ist kaum im Amt und geht mir schon auf den Mors.
Die mindere Attraktivität des Pflegeberufs geht weniger mit den verübten Tätigkeiten einher, sondern mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Wir sind an einem Punkt in D, wo die Häuser so kaputtgespart sind, dass alle Personaldecken am Rande des Wahnsinns fahren - oder die Häuser leider dicke rote Zahlen schreiben müssen, wenn sie so kühn sind das Patientenwohl in den Vordergrund zu rücken. Das gilt für Ärzte wie für Schwestern.
Solange nicht genug Personal erzwungen wird, wird sich an der Attraktivität nix ändern.
e.ne
am Samstag, 17. März 2018, 03:16

Wenn der Arzt seine Pflegekräfte angelernt hat, eingewiesen hat ...

Wenn der Arzt die Verantwortung übernimmt ...
denn: Der Arzt ist der Arzt
Hilfskräfte sind egal wie ausgebildet - eben das.
HempelB
am Freitag, 16. März 2018, 21:07

Pflegekräfte nicht mit artfremden Aufgaben betrauen

Man kann doch nicht Pflegekräfte mit Aufgaben außerhalb Ihres Verantwortungsbereiches betrauen. Damit würde die Überlastung von Ärzten nur auf die Pflegekräfte verschoben, die derartige Aufgaben niemals verantworten können und dürfen. Vielleicht sollte Herr Spahn diese Aufgaben einmal anstelle der Ärzte übernehmen, damit er merkt, was damit ausgelöst wird. Der allgemeine Fachkräftemangel auf allen Ebenen ist das Ergebnis jahrelanger fehlgeleiteter Familien- und Arbeitsmarktpolitik. ich bin gespannt, wie man diese wieder korrigieren will. B. Hempel Stralsund
nicolaischaefer
am Freitag, 16. März 2018, 19:11

Verschiebung ist keine Lösung - Krise der Sozialberufe

Es bringt doch überhaupt nichts, die Aufgaben von der einen Berufsgruppe auf die nächste zu verschieben oder einen neuen Beruf (...OTA, MAFA, CTA u.s.w.) nach dem anderen zu erfinden. Die Idee, ärztliche Arbeiten an Pflegekräfte zu übertragen, zehrt insgeheim von der Idee, dass sei irgendwie eine "tolle" Weiterentwicklung für die Berufsgruppe der Pflegenden. ...Wie bitte?? Erstens machen das viele Pflegekräfte bereits seit Jahren (Anästhesie, Intensivmedizin, OP etc.) und zweitens werden die damit verbundenen Probleme (z.B. Haftungsfragen) nur auf eine Berufsgruppe verschoben, die sich (noch) nicht so gut wehren kann und dazu auch noch schlechter bezahlt wird. Warum sollten Pflegekräfte nach ärztlichen Aufgaben "lechzen" und DAS die Berufszufriedenheit steigern??

Wir stecken doch in einer immensen Nachwuchskrise für ALLE sozialen Berufe. Diese "Jobs" will einfach keiner mehr machen und schon gar nicht mehr unter den Bedingungen von "damals". Es ist doch auch kein Wunder, wenn man mit ein paar "Dödelvideos" auf youtube mehr Geld machen kann als mit einer sog. "anständigen" Berufsausbildung. Soziales Engagement ist (leider) immer weniger Wert (Schimpfwort: "Gutmenschen"), wird ausgenutzt und ersetzt Leistungen, die eigentlich von anderen zu erbringen sind (Tafel). Fazit: Wenn es uns nicht insgesamt gelingt, den Werteverlust sozialer Tätigket entschieden entgegenzutreten, dann gute Nacht! - N. Schäfer, Berlin
Ärztliche_Berufspolitik
am Freitag, 16. März 2018, 17:08

Übernehmen die Pfleger dann auch die Verantwortung?

Entweder haben Ärzte bisher Tätigkeiten ausgeführt, die in den Pflegebereich gehören. Das stellte eine Ressourcenverschwendung dar.
Oder die Pfleger übernehmen künftig Aufgaben der Ärzte. Also Aufgaben, für die sie nicht ausgebildet sind.

Wer übernimmt denn die Verantwortung, wenn ein Pfleger bei der Ausführung der Aufgaben, die zum Aufgabengebiet eines Arztes gehören, einen Fehler macht? Der Pfleger oder der Arzt?

Sollte man der Überzeugung sein, dass ein Pfleger bestimmte Aufgaben, die heute noch einem Arzt zugeordnet sind, übernehmen kann - dagegen spricht ja nichts, dann sollte der Pfleger auch die Verantwortung übernehmen. Wenn man eine solche Aufgabe dem pflegerischen Bereich zuordnet, dann ordnet man sie natürlich automatisch in ganz Deutschland und für alle Fälle dem Arzt zu.

Ist das so beabsichtigt?

Wie sieht es eigentlich in den Pflegeinstitutionen aus, in denen bei minimalen Auffälligkeiten das Pflegepersonal nach dem hausbesuchenden Arzt ruft, weil es nicht genügend Pfleger gibt? Ich habe da Aufgabenstellungen wie Katheterwechsel u. ä. im Hinterkopf.

Letzte Frage:
Es sollen jetzt 8.000 zusätzliche Pflegestellen geschaffen werden. Nach Auffassung der Betroffenen noch viel zu wenig. Mit anderen Worten, es gibt weder genügend Ärzte noch genügend Pfleger. Welcher, der nicht vorhandenen Pfleger, soll Aufgaben der Ärzte übernehmen?

Sollten Sie das für eine blöde Frage halten - ich stimme Ihnen zu.

Franz-Josef Müller, Volkswirt

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