NewsMedizinFDA warnt vor hochdosiertem Koffein im Internethandel
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

FDA warnt vor hochdosiertem Koffein im Internethandel

Mittwoch, 6. Juni 2018

/Zerbor, stockadobecom

Silver Spring/Maryland – Nachdem in den USA mindestens 2 Menschen nach dem Konsum von hochkonzentrierten Koffeinprodukten gestorben sind, hat die US-Arzneimittelbehörde FDA 2 Internethändler abgemahnt.

In Kaffee, Tee, Cola, und Mate ist Koffein eine sichere Droge. Für eine letale Dosis müsste ein 70 Kilogramm schwerer Mensch in kurzer Zeit etwa 75 bis 100 Tassen Kaffee trinken. Auch mit hochdosierten Energygetränken ist eine Intoxikation kaum zu erreichen, obwohl Einzelfälle beschrieben wurden. Seit einiger Zeit bieten Online­händler jedoch hochkonzentriertes Koffein als Pulver oder in Flüssigkeiten an, was aus Sicht der FDA schnell zur Aufnahme einer tödlichen Dosis führen kann.

Anzeige

Der abgemahnte Onlinehändler liquidcaffeine.com vertreibt eine Packung, die nach Einschätzung der FDA eine „mehrfach toxische Dosis“ Koffein enthält und dessen Konsum „für bestimmte Personengruppen potenziell tödlich“ ist. Die Verpackung enthalte zwar den Hinweis, dass der Verbraucher sich mit einer Pumpe eine sichere Menge abfüllen könne, doch die Pumpe selbst werde nicht mit verkauft. Ein weiteres Produkt mit ähnlichem Aussehen enthält laut FDA insgesamt 128 Gramm Koffein, was gleich mehreren tödlichen Dosierungen entspreche. Die lebensbedrohliche Dosis von Koffein liegt laut FDA zwischen 10 und 14 Gramm, bei Kindern und empfindlichen Menschen könnten schon geringere Mengen tödlich sein.

Der andere jetzt abgemahnte Händler „Dual Health Body and Mind“ bietet Packungen mit 8 Unzen (228 Gramm) reinem Koffeinpulver an, was mehr als 1.000 Portionen entspricht. Im Angebot waren laut FDA-Recherchen auch Großpackungen von fünfeinhalb Pfund, was fast 12.500 Portionen Koffein entsprechen würde. Der Hersteller rät zwar auf der Verpackung zu 200-Milligramm-Portionen, die nach Einschätzung der FDA aber mit normalen Haushaltsgegenständen nicht zuverlässig abgemessen werden können. Zur Portionierung seien Präzisionsinstrumente erforderlich, über die normale Verbraucher nicht verfügen.

Die FDA hatte bereits im Mai in einer „Guidance“ den Verkauf von Großpackungen mit nicht vorportioniertem Koffein zu einer Gefahr erklärt und den Händlern rechtliche Konsequenzen angedroht. Die beiden abgemahnten Händler haben jetzt 15 Tage Zeit, ihr Produkt von Markt zu nehmen oder in sicheren Verpackungen zu verkaufen. Ansonsten drohen Beschlagnahmungen oder richterliche Verfügungen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #752493
Otto Hamedinger
am Montag, 17. September 2018, 17:56

Koffein, Nikotin und Alkohol

Koffein, Nikotin und Alkohol können eine gewisse Sucht erzeugen, wobei der Alkohol da eher das Übelste verglichen mit den anderen ist. Natürlich sind das keine "Drogen" im herkömmlichen Sinn.
Avatar #751501
HansM
am Samstag, 8. September 2018, 16:34

Koffein ist eine Droge?

Also Koffein als Droge zu bezeichnen ist schon ziemlich übertrieben, oder nicht? Natürlich ist es unverantwortungslos von den Betreibern des Shops so eine hohe Konzentration anzubieten.
Es ist für einen Otto-Normalverbraucher unmöglich unter normalen Umständen diese hohe Dosis einzunehmen, mehr als 5 Kaffee / Tag trinkt wohl niemand.
LNS

Nachrichten zum Thema

14. November 2018
Boston – Eine hochdosierte Behandlung mit Eicosapentaensäure (EPA), einer Omega-3-Fettsäure, kann Patienten mit erhöhten Triglyzeriden und kardiometabolischen Erkrankungen vor
Omega-3-Fettsäure EPA senkt Triglyzeride und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
12. November 2018
Boston – Die tägliche Einnahme von Vitamin-D-Supplementen und/oder Fischölkapseln hat in einer großen randomisierten Studie zur Primärprävention gesunde Menschen weder vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Vitamin D und Fischölkapseln schützen (wahrscheinlich) nicht vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
5. November 2018
Bonn – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zusammen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Hochschulrektorenkonferenz ein neues Informationsportal zu deutschen
Onlineportal bündelt Informationen zu mehr als 25.000 deutschen Forschungsinstitutionen
9. Oktober 2018
Ulm – Menschen mit chronischen körperlichen Erkrankungen könnten von psychosozialen Internet- und mobilbasierten Interventionen (IMIs) profitieren. Noch sei die Datenlage dazu jedoch heterogen, die
Internetbasierte Interventionen wirken bei chronischen Erkrankungen – die Evidenz ist jedoch begrenzt
8. Oktober 2018
Auckland – Die Nahrungsergänzung mit Vitamin D verhindert keine Frakturen oder Stürze, und sie verbessert auch die Knochenmineraldichte bei Erwachsenen nicht. Das berichten Wissenschaftler um Mark
Nahrungsergänzung mit Vitamin D hilft nicht gegen Osteoporose
1. Oktober 2018
Berlin – Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) hat einen Katalog mit weit mehr als 200 Metakriterien für die Beschreibung und Bewertung von Gesundheits-Apps erstellt. Unter
Mit der Webanwendung Appkri sollen Fachgruppen Gesundheits-Apps bewerten
27. September 2018
Lübeck – Für internetbasierte Selbstmanagementinterventionen bei psychischen Störungen hat eine gemeinsame Arbeitsgruppe der psychiatrischen und psychologischen Fachgesellschaften (DGPPN und DGP)
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER