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Ausland

Cannabis in Kanada legalisiert

Mittwoch, 17. Oktober 2018

/Richard-Villalon, stock.adobe.com

Montréal – In Kanada ist Cannabis seit heute vollständig legalisiert. Gefeiert wurde die Legalisierung vor allem an der Börse in Toronto. In den neuen Industriezweig wurden allein in den vergangenen Monaten mehrere Milliarden kanadische Dollar investiert. Marktführer Canopy Growth legte in nur einem Jahr um 448 Prozent an Wert zu und wurde gestern Abend mit 13,88 Milliarden Dollar bewertet. Andere große Produzenten sind Tilray, Aurora und Aphria.

Mit der Erlaubnis von Cannabis auch zum Freizeitkonsum löst Kanadas Premierminister Justin Trudeau ein Wahlversprechen ein. Erwachsenen ist es seit heute erlaubt, per Bestellung oder in autorisierten Geschäften Haschisch zum Preis von umgerechnet gut vier Euro pro Gramm zu kaufen. Der persönliche Besitz ist auf 30 Gramm beschränkt. Zu medizinischen Zwecken ist Cannabis in Kanada bereits seit 2001 erlaubt.

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Auch Pharmaunternehmen, Getränkehersteller und Kosmetikfirmen wollen ihr Kuchenstück und tüfteln an neuen Produkten. So investierte die Firma Constellation Brands, bekannt etwa für das Bier Corona, kürzlich rund fünf Milliarden kanadische Dollar in Canopy Growth für einen Unternehmensanteil von 38 Prozent. Der Getränkeriese Coca-Cola überlegt, seine Produkte mit Cannabinoiden zu versehen.

Die deutsche Ärzteschaft lehnt eine Legalisierung von Cannabis wie in Kanada strikt ab. Josef Mischo, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sucht und Drogen, sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, durch die Legalisierung würden die gesundheitlichen Gefahren des Cannabiskonsums verharmlost und präventive Bemühungen durchkreuzt.

Zudem drohe eine Zunahme der Konsumentenzahlen und des medizinischen Behandlungsbedarfs. Besonders besorgniserregend sei, dass in Staaten mit legalisierter Freigabe von Cannabis die Zahl jugendlicher Konsumenten gestiegen sei.

Als gesundheitliche Risiken des Konsums nannte Mischo insbesondere „Einschränkungen der Gedächtnisleistung, der Aufmerksamkeit und der Psychomotorik“. Außerdem könnten „hirnstrukturelle Veränderungen“ beobachtet werden. „Darüber hinaus zeigen wissenschaftliche Studien einen deutlichen Anstieg des Risikos für psychotische Störungen und die Entwicklung eines cannabisbezogenen Abhängigkeitssyndroms.“ Gravierend sei ferner das unter Cannabiskonsum deutlich erhöhte Verkehrsunfallrisiko. © afp/kna/aerzteblatt.de

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