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Ärzteschaft

„Mir wurde das Abfackeln meiner Praxis angedroht“

Donnerstag, 7. Januar 2021

Berlin – Die Frage, wer sich gegen COVID-19 impfen lassen will, es sollte oder sogar muss, erhitzt seit Monaten die Gemüter. Der neuen erbgutbasierten Technologie der beiden ersten in der Europäischen Union (EU) zugelassenen Impfstoffe von Biontech und Moderna stehen viele skeptsich gegenüber – häu­fig auch aus Unwissenheit.

Um nicht immer wieder die gleichen Fragen beantworten zu müssen, entwarf der Hausarzt Christian Kröner einen Praxisaushang. Verschwörungstheorien um Bill Gates oder Chip-Implantate erteilt er darin eine knallharte Absage und gibt eine klare Impfempfehlung. Über Umwege gelangte ein Foto des Aus­hangs ins Internet und löste dort eine riesige Diskussionswelle aus.

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5 Fragen an Christian Kröner, Allgemeinmediziner und Verfasser einer Impfempfehlung, die in den Sozialen Medien für Wirbel sorgte.

Deutsches Ärzteblatt: In Ihrem Aushang zur Coronaimpfung neh­men Sie kein Blatt vor den Mund und machen keinen Hehl daraus, dass Sie von Verschwörungstheorien und Impfskeptikern nicht viel halten. Was hat sie dazu motiviert?
Christian Kröner: Motiviert hat mich einfach ein langer Praxistag, an dem ich von nahezu jedem Patienten zur anstehenden Corona­im­pfung befragt wurde. Ich beantworte die Fragen gerne, es kos­tet aber auch viel Zeit.

So kam abends völlig erschöpft die Idee für einen Wartezimmer­aus­hang, der die häufigsten Fragen beantworten sollte. Spontan runtergetippt, ohne viel Planung oder Nachdenken.

In dieser Form war das Schreiben eigentlich nie für die Öffentlich­keit bestimmt. Dafür hätte ich es ganz anders formuliert. Es war ein Rohentwurf, der weder korrigiert noch fertig war und nur für private Zwecke in schlechter Qualität schnell abfotografiert wurde. Dieses Foto wanderte in meinen privaten WhatsApp-Status. Bekannte meinten, es sei super, ich solle das Bild auf meiner privaten Facebook-Seite hochladen. Das habe ich gemacht.

Ein Kumpel sagte mir dann, dass er es gerne teilen würde. Also habe ich Social-Media-Naivling das Bild öffentlich zugänglich gemacht. Beim nächsten Reinschauen war es bereits 2.000 Mal geteilt worden und ließ sich nicht mehr einfangen.

Ich war ziemlich überrascht und überfordert. Das war so nicht geplant, aber die Botschaft hat offensicht­lich einen Nerv getroffen und bisher auch sehr viel Positives ausgelöst. Inzwischen hängt der Aushang auch im Wartezimmer.

DÄ: Wie waren die Reaktionen?
Kröner: Das Echo war überwältigend. Weit über 90 Prozent positive Rückmeldungen von mir völlig unbe­kannten Menschen. Postkarten, SMS, Facebook-Nachrichten, ich habe sogar ein Lehrbuch einer Kollegin als Dank übersandt bekommen. Es haben sich auch sehr viele hausärztliche Fachkollegen gemeldet, die dieses Schreiben für ihre Praxis haben wollten.

Wir haben es mittlerweile als Download auf die Homepage gestellt, weil wir mit dem Versenden nicht mehr nachkamen. Das Dokument wurde inzwischen über 50.000 Mal von unserer Homepage runterge­laden.

Auch Chefärzte diverser Kliniken und hochdekorierte Uniprofessoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich gemeldet und mich zu diesem Schreiben beglückwünscht. Ich verstehe bis jetzt nicht, was daran so sensationell ist, aber es scheint vielen aus der Seele gesprochen zu haben.

Es dauerte aber auch nicht lange, bis die Impfgegner und Querdenker auf mich aufmerksam wurden und mich ein veritabler Shitstorm überrollte. Das reichte von negativen Google-Bewertungen meiner Praxis von Menschen, die noch nie bei uns waren, über öffentliche Beschimpfungen auf Facebook als Mörder, Hochverräter, korrupt und Pharmabezahlt, Schande für den Berufsstand, fett und hässlich.

Mir wurde das Abfackeln meiner Praxis angedroht. Ich habe versucht viele Diskussionen sachlich auf Facebook zu führen und aufzuklären − was teils gelang, teils nicht. Eine spannende Erfahrung, die ein­mal dann auch reicht. Aber ich bereue nichts.

DÄ: Sie haben ein Video von Ihrer eigenen Impfung online gestellt. Soll der Clip auch als Antwort auf einige dieser Reaktionen dienen?
Kröner: Mir wurde von den Impfgegnern gebetsmühlenartig auf Facebook vorgeworfen, dass es ja alles Gift sei, Langzeitschäden verursache und wie man so eine Impfung nur empfehlen könne. Wir Ärzte sollten doch erstmal uns und unsere Familien impfen, am besten die Politiker zuerst und nicht die Menschen als Versuchskaninchen für diese angeblich völlig ungetestete Impfung verwenden.

Das beste und einfachste Argument war die Dokumentation meiner eigenen Impfung. Und mir geht es auch sieben Tage nach der Impfung hervorragend. Bis auf einen Tag etwas Muskelkater im Impfarm keinerlei Beschwerden oder Probleme.

DÄ: Auch im Gesundheitswesen gibt es einige Menschen, die die Sinnhaftigkeit von Impfungen und Mas­ken anzweifeln. Handelt es sich dabei aus Ihrer Sicht eher um Einzelfälle oder macht die Menge an Skep­tikern in medizinischen Kreisen Ihnen Sorgen?
Kröner: Ich glaube, dass im Bereich der Alten- und stationären Klinikpflege teils eine erhebliche Impf­skepsis herrscht. Das ist kein neues Phänomen, das kenne ich bereits von den jährlichen Grippeimpfun­gen.

Ich habe beispielsweise in einem großen Altenheim, welches wir betreut haben, versucht, dem Personal eine Impfung anzubieten und habe keinen einzigen Impfwilligen gefunden. Es hieß, das „bisschen Erkäl­tungsimpfung“ sei unnötig, es herrschte völliges Desinteresse und mangelndes Problembewusstsein. Und das bei Betreuung der vulnerabelsten Altersgruppe.

Woher diese Skepsis im Pflegebereich kommt, kann ich nicht nachvollziehen und ich finde sie brandge­fährlich. Rational ist das nicht zu begründen. In jedem OP-Bereich oder Infektbereich sind Gesichtsmas­ken seit Jahrzehnten völliger Standard und unum­stritten. Keiner der Skeptiker würde beispielsweise wollen, dass der Chirurg bei einer OP an Ihnen die Maske weglässt.

Der wehrlose Patient braucht Schutz. Privat ist es absolut eine freie Entscheidung und es muss jeder selber wissen, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht. Im Klinik- und Pflegebereich aber meiner Meinung nach nicht. Hier plädiere ich ganz klar für eine Impfplicht. Ähnlich wie bei Hepatitis und bei Masern. Ungeimpft sollte dort einfach niemand arbeiten dürfen, weder ohne Grippeimpfung noch ohne Coronaimpfung.

DÄ: Sie finden in ihrem Schreiben, aber auch auf ihren aktuell viel gelesenen Social-Media-Kanälen deutliche Worte. Sollten Ärzte aus Ihrer Sicht stärker Stellung beziehen, wenn es um die Impfung gegen COVID-19 geht?
Kröner: Ärzte sollten unbedingt Stellung beziehen und ihre fachliche Meinung äußern, um ein rationa­les, wissenschaftlich begründetes Gegengewicht zur Propaganda der Querdenker und Impfgegner zu bil­den. Obwohl auch bei manchen Ärzten wohl noch Aufklärungsbedarf besteht, etwa bei den wenigen Kol­legen, die von der Impfung abraten, da sie angeblich Genschäden verursachen und unfruchtbar machen könne. Beides wissenschaftlich völliger Nonsense.

Meine Rückmeldungen hatten eine ganz klare Tendenz. Die Beschimpfungen kamen alle öffentlich aus den entsprechenden Kreisen. Die positiven, begeisterten Rückmeldungen ärztlicher Kollegen kamen alle über nicht öffentliche Kanäle.

Denn die Kollegen haben keine Lust mehr, sich öffentlich zu äußern und zu exponieren, da sie sonst um­gehend genau so massiv angegangen werden, wie ich angegangen worden bin. Sie haben keine Lust mehr darauf, mit Fanatikern zu diskutieren und in deren Schusslinie zu geraten.

Im Austausch mit ähnlich öffentlich positionierten Kollegen höre ich immer das Gleiche: Impfgegner­zettel an die Praxis geklebt, negative Bewertungen der Praxen im Internet, verbale Angriffe und ähnli­ches. Man muss sich gut überlegen, ob man das Rückgrat und das Selbstbewusstsein dafür hat.

Aber ich denke, das ärztliche Selbstverständnis sollte dazu anhalten solchen Fehlentwicklungen wie Fake News entschieden entgegen zu treten und trotz gegensätzlicher Meinungen auch öffentlich sach­lich zu diskutieren und aufzuklären. © alir/aerzteblatt.de

Kommentare

Avatar #672734
isnydoc
am Sonntag, 10. Januar 2021, 23:42

Take four ... für Marmor, Stein & Eisen bricht ...

registriert seit 23.03.2020
letztes Login am 10.01.2021
4 Beiträge im Forum

Methodik zur Erhebung der Covid 19 SARS 2 Inzidenz ueberdenken (Kommentare News, 10.01.21 21:54)
Alle Statistiken zu Covid 19 SARS 2 beruhen auf grundlegend falscher Datenerhebung. (Kommentare News, 10.01.21 21:23)
Wo sind die Covid 19 Toten ? (Kommentare News, 15.04.20 22:02)
Es gibt meines Erachtens keine Covid 19 Pandemie (Kommentare News, 23.03.20 13:18)

Avatar #114602
Brech
am Sonntag, 10. Januar 2021, 10:53

Corona- Website

Ich habe die Website gelesen und finde den Inhalt erfreulich.
Die Stimmen der Leugner sind laut unter Motto " man darf ja nichts sagen, die Wahrheit wird sowieso unterdrückt. "
Deshalb ist es wichtig, der Mehrheit, dem Gemeknsinn und der Vernuft auch eine Stimme zu geben.
Avatar #768177
johod
am Samstag, 9. Januar 2021, 09:18

Ein Eingriff in den Körper...

...sollte man nie zur Pflicht machen. Jeder Eingriff ohne die freie Entscheidung des Betroffenen und ohne unmittelbare Lebensgefahr ist und bleibt Körperverletzung. Ich bin für die Impfung gegen Covid und kläre auch so auf. Allerdings sehe ich die Einführung von Impfpflicht auch bei Personal im Gesundheitswesen als falsch an. Anders als eine Blutentnahme zur Feststellung einer Infektion, die als solches auch eine Körperverletzung darstellt, wenn der Patient nicht zustimmt, greift nunmal eine Impfung in körperliche Ablaeufe ein. Wir werden erfolgreicher sein, wenn wir es bei der Freiwilligkeit belassen und die Zeit den Skeptikern zeigen wird, dass die Impfung Segen statt Fluch ist. Außerdem tun wir uns keinen Gefallen, wenn wir durch Impfpflichten potentielles zukünftiges Pflege- und Krankenhauspersonal davon abhalten, diesen Beruf zu ergreifen aus Ablehnung der Impfpflicht. Nur, weil jemand mutig ist, hat er nicht gleich uneingeschränkt Recht mit dem, was er sagt. ..
Kollegiale Grüße
Avatar #550935
Arco
am Freitag, 8. Januar 2021, 19:01

Glückwunsch, Herr Kröner....

.... Wenn Sie so spontan so herzerfrischende Aushänge schreiben können, sollten Sie ins Fernsehen. Ich bin sicher, dass man Ihnen lieber, eher und offener zuhören wird, als Herrn Drosten oder Herrn Lauterbach.

Die Entscheidung, mit welchem Impfstoff sich jeder Mensch, auch als Pfleger oder Arzt, wie und wann impfen lässt, muss nach meiner festen Überzeugung ein jeder selbst treffen können. Solange antiviriale Impfstoffe nicht 99,9% wirksam sind und eine Infektiosität nicht sicher ausgeschlossen sein wird, ist für jeden die Entscheidung selbst zu treffen. Aber: Solange ich skeptisch bin, ist es meine Pflicht, Patienten nicht negativ zu beeinflussen, sondern zu Ihrer eigenen Entscheidung zu führen.
Und Gewalt gegen andere Meinungen - auch verbale- ist gesellschaftlich abzulehnen. In die eine wie die andere Richtung. Daran krankt das politisch gesellschaftliche System in Deutschland schon viel zu lange.
Avatar #765340
Mr. Black
am Freitag, 8. Januar 2021, 11:20

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

Zwei kurze Beitragsargumente hierzu i.S. audiatur et altera pars:

1. was bedeutet mathematisch 90-95 % Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs --> https://www.rwi-essen.de/unstatistik/109/

2. was sagt die wissenschaftliche Opposition? --> https://www.radiomuenchen.net/podcast-archiv/radiomuenchen-themen/2013-04-04-17-32-41/1880-update-mrna-impfung-wo-sind-die-validen-studien.html

Fazit: Keine Impfverpflichtung; offener Diskurs mit für und wider ist sinnvoller als Kritik an "Impfverweigerern"; jeder entscheidet gemessen am eigenen Risiko.

Dr. Black
Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 8. Januar 2021, 08:50

Wie war das noch gleich mit Korrelation nicht gleich Kausalität?

Ein wichtiger persönlicher Hinweis vorweg: Dieser Beitrag soll ausdrücklich NICHT dazu dienen andere Personen vom Tragen einer Maske abzuhalten, sondern soll nur aufzeigen, das manche Dinge die wir schlicht als kausal erachten, es jedoch trotzdem nicht zwangsläufig auch sind.

Ich zitiere aus dem Leserbrief:

"Woher diese Skepsis im Pflegebereich kommt, kann ich nicht nachvollziehen und ich finde sie brandge­fährlich. Rational ist das nicht zu begründen. In jedem OP-Bereich oder Infektbereich sind Gesichtsmas­ken seit Jahrzehnten völliger Standard und unum­stritten. Keiner der Skeptiker würde beispielsweise wollen, dass der Chirurg bei einer OP an Ihnen die Maske weglässt."

Zum Tragen von Chirurgischen Masken unter medizinischem Personal:

01 - Orr 1981

Beginnen wir mit der Studie von Dr. Neil Orr, die 1981 in den Annals of the Royal College of Surgeons of England veröffentlicht wurde.
Dr. Orr war Chirurg in der Multiplels Surgical Unit in Colchester. Sechs Monate lang, von März bis August 1980, beschlossen die Chirurgen und das Personal dieser Einheit zu prüfen, was passieren würde, wenn sie während der Operationen keine Masken tragen würden. Sie trugen sechs Monate lang keine Masken und verglichen die Rate der chirurgischen Wundinfektionen von März bis August 1980 mit der Rate der Wundinfektionen von März bis August der vorangegangenen vier Jahre. Sie stellten zu ihrem Erstaunen fest, dass, wenn niemand während der Operationen Masken trug, die Rate der Wundinfektionen weniger als halb so hoch war wie die, wenn alle Masken trugen. Ihre Schlussfolgerung: "Es scheint, dass eine minimale Kontamination am besten erreicht werden kann, wenn überhaupt keine Maske getragen wird" und dass das Tragen einer Maske während der Operation "ein Standardverfahren ist, auf das man verzichten könnte". >>> https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2493952/pdf/annrcse01509-0009.pdf

02 - Ritter et al. 1975:

Ritter et al. stellten zuvor im Jahr 1975 fest, dass "das Tragen einer chirurgischen Gesichtsmaske keinen Einfluss auf die gesamte Umgebungskontamination im Operationssaal hatte" >>> https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1157412/

03 - Ha'eri & Wiley 1980:

Ha'eri und Wiley brachten 1980 in 20 Operationen Mikrosphären aus menschlichem Albumin auf das Innere von Operationsmasken auf. Am Ende jeder Operation wurden die Wundspülungen unter dem Mikroskop untersucht. In allen Experimenten wurde eine Partikelkontamination der Wunde nachgewiesen. >>> https://europepmc.org/article/med/7379387

04 - Laslett & Sabin 1989:

Laslett und Sabin stellten 1989 fest, dass Kappen und Masken während der Herzkatheterisierung nicht erforderlich waren. "Bei keinem Patienten wurden Infektionen gefunden, unabhängig davon, ob eine Kappe oder Maske verwendet wurde", schrieben sie. Sjøl und Kelbaek kamen 2002 zu derselben Schlussfolgerung. >>> https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ccd.1810170306

05 - Tunevall 1991:

In der Studie von Tunevall aus dem Jahr 1991 trug ein allgemeinchirurgisches Team bei der Hälfte seiner Operationen zwei Jahre lang keine Maske. Nach 1.537 mit Masken durchgeführten Operationen lag die Wundinfektionsrate bei 4,7%, während nach 1.551 Operationen ohne Masken die Wundinfektionsrate nur 3,5% betrug. >>> https://link.springer.com/article/10.1007/BF01658736

06 - Skinner & Sutton 2001:

Eine Untersuchung von Skinner und Sutton im Jahr 2001 kam zu dem Schluss, dass "die Evidenz für die Einstellung der Verwendung von chirurgischen Gesichtsmasken durch Anästhesisten stärker zu sein scheint als die verfügbaren Beweise für ihre weitere Verwendung". >>> https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0310057X0102900402

07 - Lahme et al. 2001:

Lahme et al. schrieben 2001, dass "chirurgische Gesichtsmasken, die von Patienten während der Regionalanästhesie getragen wurden, in unserer Studie die Konzentration luftübertragener Bakterien über dem Operationsfeld nicht reduzierten. Daher sind sie entbehrlich". >>> https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0310057X0102900402

08 - Figueiredo et al. 2001:

Figueiredo et al. berichteten 2001, dass in den fünf Jahren, in denen die Peritonealdialyse ohne Masken durchgeführt wurde, die Peritonitis-Raten auf ihrer Station sich nicht von den Raten in Krankenhäusern unterschieden, in denen Masken getragen wurden. >>> http://www.advancesinpd.com/adv01/21Figueiredo.htm

09 - Bahli 2009:

Bahli führte 2009 eine systematische Literaturrecherche durch und stellte fest, dass "kein signifikanter Unterschied in der Inzidenz von postoperativen Wundinfektionen zwischen Gruppen mit Masken und Gruppen, die ohne Masken operiert wurden, beobachtet wurde". >>> https://www.semanticscholar.org/paper/Does-evidence-based-medicine-support-the-of-in-in-Bahli/751acd427c20c8dc7d1fbc1b45eead104286f481

10 - Sellden 2010:

Die Chirurgen des Karolinska-Instituts in Schweden erkannten den Mangel an Evidenz für die Verwendung von Masken und stellten 2010 die Verwendung von Masken für Anästhesisten und anderes ungeschrubbtes Personal im Operationssaal ein. "Unsere Entscheidung, keine routinemäßigen chirurgischen Masken mehr für nicht chirurgisch geschrubbtes Personal im Operationssaal zu verlangen, ist eine Abweichung von der üblichen Praxis. Aber die Beweise zur Unterstützung dieser Praxis existieren nicht", schrieb Dr. Eva Sellden. >>> https://pubs.asahq.org/anesthesiology/article/113/6/1447/9572/Is-Routine-Use-of-a-Face-Mask-Necessary-in-the

11 - Webster et al. 2010:

Webster et al. berichteten 2010 über geburtshilfliche, gynäkologische, allgemeine, orthopädische, brust- und urologische Operationen, die an 827 Patienten durchgeführt wurden. Alle nicht geschrubbten Mitarbeiter trugen bei der Hälfte der Operationen Masken, und keiner der nicht geschrubbten Mitarbeiter trug bei der Hälfte der Operationen eine Maske. Die Infektionsraten stiegen nicht an, wenn das ungeschrubbte OP-Personal keine Gesichtsmaske trug. >>> https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1445-2197.2009.05200.x

12 - Lipp & Edwards 2014:

Lipp und Edwards überprüften 2014 die chirurgische Literatur und stellten fest, dass "in keiner der Studien ein statistisch signifikanter Unterschied in der Infektionsrate zwischen der maskierten und der unmaskierten Gruppe bestand". Vincent und Edwards aktualisierten diese Übersicht 2016, und die Schlussfolgerung war die gleiche. >>> https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD002929.pub2/full

13 - Caroe 2014:

Carøe schrieb in einer 2014 erschienenen Übersicht, die auf vier Studien und 6.006 Patienten basierte, dass "keine der vier Studien einen Unterschied in der Anzahl der postoperativen Infektionen feststellte, unabhängig davon, ob Sie eine chirurgische Maske verwendeten oder nicht". >>> https://europepmc.org/article/med/25294675

14 - Salassa & Swiontkowski 2014:

Salassa und Swiontkowski untersuchten 2014 die Notwendigkeit von Peelings, Masken und Kopfbedeckungen im Operationssaal und kamen zu dem Schluss, dass "es keinen Beweis dafür gibt, dass diese Maßnahmen die Prävalenz von Infektionen an der Operationsstelle verringern". >>> https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25187588/

15 - Da Zhou et al. 2015:

Da Zhou et al. kamen bei der Durchsicht der Literatur im Jahr 2015 zu dem Schluss, dass "es keine substanziellen Beweise für die Behauptung gibt, dass Gesichtsmasken entweder den Patienten oder den Chirurgen vor infektiöser Kontamination schützen". >>> https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0141076815583167
Avatar #861688
Dr. Andreas Skrziepietz
am Freitag, 8. Januar 2021, 07:56

Keiner der Skeptiker würde beispielsweise wollen, dass der Chirurg bei einer OP an Ihnen die Maske weglässt.

Da scheint der Herr Kröner den Unterschied zwischen Bakterien und Viren nicht verstanden zu haben.
Avatar #850412
quo usque tandem
am Donnerstag, 7. Januar 2021, 21:33

Wir diskutieren keine Sache bis zum Ende

Das war mit dem Netz so, das uns nach dem Mauerfall übergestülpt worden ist, obwohl die Mehrheit skeptisch dazu stand und das nun seine schlechten Seiten entfaltet, das ist mit dem Klimawandel so, der die Gesellschaft spaltet, und das ist mit der Impfung so.
Psychologisch erreicht die Dauerberieselung mit Corona und den Impfkampagnen genau das Gegenteil, von dem, was sich die Politik davon erhofft.

Dem Herrn Dr. Peter Pommer möchte ich ausdrücklich zustimmen.

Und "Verschwörungstheorie" ist ein politisches Instrument geworden, welches aus der Kriminalistik stammt und dort bleiben sollte. Als präventive Abwehr hat sie in der politischen Debatte nichts verloren. Sie kommt einem, aus dem Zusammenhang gerissen, eben doch so vor wie Kritikunfähigkeit und eine Verschmelzung von Täter und Richter.
So unschuldig sind Politiker nie gewesen und werden es nie sein. Entscheidend sollte in der politischen Debatte die Sachlage sein und nicht die Beteuerung. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.
Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Donnerstag, 7. Januar 2021, 21:01

Jung und Naiv

Als junger und mittel-alter Arzt habe ich auch noch so gut und so klar von der Welt gedacht, wie der nette Kollege, von dem in dem Artikel die Rede ist.
Inzwischen habe ich viel erlebt und viel Weltgeschichte studiert. Fazit: Die Weltgeschichte ist eine Abfolge von Verschwörungen, die der Abfolge von Kriegen, die wir im Geschichtsunterricht lernen vorangehen. Sie werden so lange bestritten, bis man man sie nicht mehr bestreiten kann. So auch heute.
LNS

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