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Medizin

Demenzprävention: Kreuz­wort­rätsel wird ärztlichem Rat vorgezogen

Montag, 18. November 2019

/freshidea, stock.adobe.com

Ann Arbor – Fast die Hälfte der Teilnehmer einer Umfrage unter US-Bürgern gab ein er­höhtes subjektives Demenzrisiko an. Doch nur sehr wenige von ihnen fragten ihren Arzt nach präventiven Strategien. Stattdessen nutzten sie gut beworbene Produkte ohne Wirk­samkeitsnachweis. Das zeigen Forscher der University of Michigan im Fach­journal JAMA Neurology (doi: 10.1001/ jamaneurol.2019.3946).

„Obwohl durch die Behandlung chronischer Erkrankungen, wie Diabetes oder Koronarer Herzkrankheit, das Demenzrisiko verringert werden kann, haben wenige Probanden dies mit ihren Ärzten diskutiert“, schreiben Donovan T. Maust und seine Kollegen.

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Die im Oktober 2018 durchgeführte Umfrage hatte mittels eines Fragebogens das em­pfun­dene Demenzrisiko von 1.019 US-Bürgern abgefragt. Das Alter der Befragten lag zwischen 50 und 64 Jahren und das Geschlechterverhältnis war annähernd ausgeglichen. Der überwiegende Teil war weißer Hautfarbe. Ebenfalls hatte ein großer Teil ein Haus­haltsjahreseinkommen von mehr als 60.000 US-Dollar.

Ziel der Autoren war es, neben der Erfassung des gefühlten Demenzrisikos, eine Auskunft über nicht evidenzbasierte Herangehensweisen der Umfrageteilnehmer zu erhalten. Gut 48 Prozent der Umfrageteilnehmer gingen davon aus, sie hätten ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken. Doch nur 5,2 Prozent diskutierten Präventionsansätze mit ihrem Arzt.

Gleichzeitig erklärte ein Großteil der Befragten, selbstverantwortlich Maßnahmen gegen den möglichen Gedächtnisschwund zu unternehmen. Mehr als 50 Prozent sahen Kreuz­wort­rätsel als beste Methode an, knapp 40 Prozent glaubten an die präventive Wirkung von Vitaminen oder Nahrungsergänzungsmitteln. Mehr als 30 Prozent setzten ihr Vertrau­en in Fischöl oder Omega-3-Fettsäuren.

„Krankheitsverhindernde oder -abschwächende Behandlungen existieren nicht für Alzhei­mer oder andere Demenzen“, schreiben die Autoren um Maust. Doch erwachsene US-Amerikaner seien sich evidenzbasierter Möglichkeiten zur Prävention nicht bewusst und würden häufig zu ineffektiven, aber gut vermarkteten Produkten greifen.

Zudem wurden die Risiken betont, die mit einer Fehleinschätzung des Demenzrisikos ein­hergehen. Würden künftig neue präklinische Behandlungen verfügbar werden, könnte dies zu einer zu hohen oder zu niedrigen Inanspruchnahme führen. Die Behandlung und das Management chronischer Krankheiten, wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankun­gen, sollten für Ärzte im Zentrum stehen, schließen die Autoren. © jff/aerzteblatt.de

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