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Ärzteschaft

Ärztetag fordert Rückverlegung der Antibiotika­produktion nach Europa

Freitag, 31. Mai 2019

/Tobias Arhelger, stock.adobe.com

Münster – Die Abgeordneten des 122. Deutschen Ärztetags in Münster haben das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) aufgefordert, die Sicherstellung der Versor­gung mit Antibiotika durch eine Rückverlegung der Wirkstoffproduktion nach Europa gesetzge­be­risch zu unterstützen.

Derzeit finde die Produktion von Antibiotika und deren Wirk­stoffen zu einem großen Teil in Schwellenländern statt, wo sie auf wenige Standorte konzentriert sei. Komme es hier zu einem hygienischen oder technischen Problem, stehe die Versorgungs­sicher­heit auf dem Spiel.

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„In Europa ist eine hochwertige Produktion unter Einhaltung aller notwendigen Quali­täts- und Umweltaspekte möglich“, betonten die Abgeordneten. Zudem sollten alle Produzenten und Zulieferer umgehend ihre Qualitäts- und Umweltaspekte darlegen, damit diese überprüft werden können.

Keine automatische Substitution von Biosimilars in der Apotheke

Darüber hinaus hat sich der Deutsche Ärztetag gegen eine automatische Substitution von Biosimilars in der Apotheke ausgeschlossen. Eine entsprechende Regelung plant das BMG in das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arznei­mittel­versorgung (GSAV) aufzunehmen, das sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet.

Konkret ist vorgesehen, dass Apotheker – nach einer Vorlaufzeit von drei Jahren – Biosimilars in der Apotheke austauschen können, wenn der Gemeinsame Bundes­ausschuss (G-BA) dies in seinen Richtlinien für das entsprechende Arzneimittel vor­gesehen hat.

„Biosimilars können einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Patienten mit biologi­schen Arzneimitteln und zur Kostenreduktion im solidarisch finanzierten Gesundheits­system leisten“, erklärten die Abgeordneten. „Die Entscheidung zum Einsatz eines Biosimilars muss aber der behandelnde Arzt treffen.“ Nur so sei sicherzustellen, dass weder die Patientensicherheit, die Adhärenz noch der Therapieerfolg aus ökono­mi­schen Gründen kompromittiert würden. © fos/aerzteblatt.de

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