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Medizin

Bestimmte Anti-Krebswirkstoffe wirken im Darm kanzerogen

Dienstag, 11. Juni 2019

/sukiyashi, stock.adobe.com

Heidelberg – Eine bestimmte Gruppe von Anti-Krebswirkstoffen aktiviert in Darm­krebs­zellen den Wnt-Signalweg. Eine Folge ist, dass sich Tumorzellen mit Stammzell­eigenschaften anreichern, die resistent gegen viele Therapien sind und zu Rückfällen führen können. Über entsprechende Forschungsergebnisse berichten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Universitätsmedizin Mannheim in der Fachzeitschrift Nature Communications (2019; doi: 10.1038/s41467-019-09898-0). 

Wnt-Signale koordinieren die Entwicklung des frühen Embryos, spielen aber auch bei vielen krankhaften Prozessen und bei Krebs eine Rolle. „Wnt-Signale wirken sowohl im ge­sun­den Darm als auch bei Darmkrebs auf das Gleichgewicht zwischen Zellen mit Stammzelleigenschaften und differenzierten Zellen“, erklärte Michael Boutros vom DKFZ und von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. 

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In Darmkrebsstammzellen ist der Wnt-Signalweg dafür verantwortlich, die Stammzell­eigenschaften aufrecht zu erhalten. Abhängig von der Wnt-Aktivität können die Krebs­zellen zwischen Stammzellzustand und einem differenzierten Zustand hin- und her­wechseln. Das spielt für den Behandlungserfolg eine entscheidende Rolle: Krebs­stamm­zellen gelten als verantwortlich für Rückfälle nach zunächst erfolgreicher Thera­pie.

Die Arbeitsgruppe um Michael Boutros und Matthias Ebert von der Zweiten Medizini­schen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim untersuchte in der Studie, ob sich bestimmte Wirkstoffe, die zur zielgerichteten Behandlung von Darmkrebs eingesetzt werden, auf die Wnt-Signale auswirken. Sie konnten im Mausmodell und an Organo­iden zeigen, dass MEK-Inhibitoren die Wnt-Aktivität anfeuern. 

Die MEK-Inhibitoren drosselten zwar die Teilungsrate der Darmtumoren, doch gleich­zeitig reicherten sich Krebsstammzellen in den Darmkrebsorganoiden an.

„Das entspricht genau dem Bild der ‚schlafenden Krebsstammzellen‘, die seit einigen Jahren bei vielen Krebsarten beschrieben worden sind. Diese Zellen überleben die Therapie und sind anschließend für den Rückfall verantwortlich“, sagte Tianzuo Zhan, Erstautor der Studie und als Clinician Scientist am DKFZ und an der Universitäts­medizin Mannheim tätig. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Dienstag, 11. Juni 2019, 18:55

Ein alter Hut

Dass Krebsmedikamente neuen Krebs erzeugen, wird schon seit Längerem von kritischer Seite behauptet. Aber nicht nur das, es wird auch behauptet, dass die Chemo das Immunsystem zerstöre, viele Patienten daher nicht am Krebs, sondern so wie AIDS-Kranke an bakteriellen Infektionen stürben.
LNS