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Politik

Kampagne ruft zum Melden von Arzneimittel­nebenwirkungen auf

Dienstag, 26. November 2019

/monropic, stockadobecom

Bonn – Arzneimittelbehörden verschiedener Länder haben Ärzte, medizinisches Fachper­sonal und Patienten in einer gemeinsamen Kampagne aufgerufen, Verdachtsfälle von Arz­neimittelnebenwirkungen zu melden. Der Fokus der Kampagne liegt auf der Polyphar­mazie, also der Behandlung mit mehreren verschiedenen Arzneimitteln.

In Deutschland beteiligen sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedi­zinische Arzneimittel, an der Kampagne. Sie informiert unter anderem mit kurzen Anima­tionsfilmen und mit Infos über Twitter zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen.

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„Um mögliche Risiken von Arzneimitteln früh identifizieren zu können, spielen die Mel­dungen eine große Rolle“, betonte Karl Broich, Präsident des BfArM. Bei der Auswertung dieser Daten werde Künstliche Intelligenz immer stärker an Bedeutung gewinnen, bei­spielsweise, um die Qualität der Meldungen automatisch zu bewerten.

„Häufig ist den Menschen nicht bewusst, dass Arzneimittel sich gegenseitig beeinflussen oder ihre Kombination unerwünschte Reaktionen hervorrufen kann“, sagte Klaus Cichutek, Präsident des PEI. Je mehr Arzneimittel für unterschiedliche Krankheiten Patienten ein­näh­men, desto mehr sollten sie darauf achten, ob neue Symptome auftreten würden – und diese als Verdacht einer Nebenwirkung an die Behörden melden. Große Datenmen­gen seien eine Voraussetzung, um das Nutzen-Risiko-Profil von Arzneimitteln präziser einzuschätzen, betonte er.

BfArM und PEI stellen unter www.nebenwirkungen.pei.de ein barrierefreies Meldeportal bereit. Die Meldungen gelangten in die zentrale „Europäische Datenbank gemeldeter Ver­dachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen“. Mit dieser Datenbank stehe ein umfangrei­cher Datenpool zur Verfügung, der es erlaube, Arzneimittelrisiken europaweit zu über­wa­chen. Vorhandene Arztbriefe oder Krankenhausberichte sollten der Meldung grundsätz­lich beigefügt werden. Der Datenschutz ist laut BfArM und PEI auf allen Meldewegen gewährleistet.

Die Kampagne findet bereits zum vierten Mal in Folge statt. Insgesamt nehmen weltweit 57 Arzneimittelbehörden teil. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), die Europäische Kommission sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur („European Medicines Agency“, EMA) unterstützen die Kampagne.

In Deutschland sammelt auch die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Meldungen von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). „Wir hoffen, in die­sem Jahr die 4.000er-Grenze zu erreichen“, sagte die Geschäftsführerin der AkdÄ, Katrin Bräutigam, am vergangenen Freitag auf der Mitgliederversammlung der AkdÄ in Berlin. © hil/aerzteblatt.de

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