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Politik

Arzneimittelbehörden rufen zur Meldung von Nebenwirkungen auf

Montag, 19. November 2018

/Stockfotos-MG, stock.adobe.com

Bonn/Langen – Arzneimittelbehörden rufen in einer gemeinsamen Kampagne ab heute weltweit Patienten auf, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Ein besonderes Augenmerk soll dabei Nebenwirkungen bei Kindern gelten. Weitere Zielgruppen sind Schwangere sowie stillende Frauen, die für eine sichere Anwendung von Arzneimitteln sowie die Meldung möglicher Nebenwirkungen sensibilisiert werden sollen. 

In Deutschland werden diese Meldungen bekanntlich durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bearbeitet. Die beiden Behörden stellen dazu ein gemeinsames barrierefreies Portal bereit.

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 „Je mehr Meldungen von Verdachtsfällen wir erhalten, desto früher können wir Risikosignale erkennen und bei Bedarf wirkungsvolle Maßnahmen für den Patientenschutz treffen”, betonte Klaus Cichutek, Präsident des PEI.

Erfahrungsgemäß würden nicht alle Verdachtsfälle gemeldet. Die Gründe dafür sind laut BfArM und PEI vielfältig. So informierten Patienten ihren Arzt nicht über jede Beobachtung, oder der Zusammenhang zwischen einer Reaktion oder einem Symptom und dem Arzneimittel werde nicht hergestellt, weil Ärzte oder Patienten die Symptome eher der Grunderkrankung zuordneten.

„Die Kampagne spricht die Patienten daher direkt an und fordert sie auf, Neben­wirkun­gen immer an die zuständigen Behörden zu melden. Nur so können diese Meldungen von Experten der Arzneimittelsicherheit berücksichtigt werden und schnellstmöglich in die Risikoüberwachung einfließen“, sagte Karl Broich, Präsident des BfArM.

Die beiden Behörden weisen darauf hin, dass Patienten Verdachtsfälle von Neben­wirkungen im Internet ausschließlich über das gemeinsame Portal von PEI und BfArM melden sollten.

Sie betonen, dass die Meldung einer Nebenwirkung keinesfalls den Arztbesuch ersetze. Nur der behandelnde Arzt könne und dürfe beurteilen, ob beispielsweise eine Dosisreduktion oder gar ein Absetzen des verdächtigten Medikaments notwendig und medizinisch sinnvoll sei. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #110206
kairoprax
am Montag, 19. November 2018, 19:11

Bravo! Diese Idee ist gut.

Man darf doch bezweifeln, daß wir Ärzte regelmäßig, geschweige denn umfassend und vollständig dem PEI Meldungen machen über Arzneimittelnebvenwirkungen.
Das ist schade, aber es ist wohl so.
Besonders ist es deswegen so, weil man lieb gewordene Medikamente oder Behandlungsmethoden nicht gerne anschwärzt.

Die Meldung von den Patienten anzufordern ist logischer, denn die sind die betroffenen und die haben mit den Nebenwirkungen zu kämpfen. Ist es nicht so?

Man kann davon ausgehen, daß sogar manche Leitlinien, die gehandelt werden wie Weisheiten geändert werden müssen, wenn endlich vernünftige, verttrauenswürdige und belastbare Rückmeldungen da sind.

Ehrlich gesagt darf man auch gespannt sein, wie es sich mit den Impfreaktionen verhält, namentlich bei Kindern. Ich möchte nicht wissen, wie oft Kinder- und Jugendärzte Nebenwirkungen nicht melden, und wie oft Nebenwirkungen als sich zufällig mit der Impfung kreuzende Ereignisse dargestellt werden.

Diese Campagne ist eine gute Idee.
Man sollte und man müßte sie breit in der Bevölkerung verankern.
Diese Campagne sollte und müßte daher auch eine leicht merkbare Internetadresse bekommen. Welcher Patient weiß schon, daß er www.pei.de oder gar www.bfarm.de ansteuern soll?

Wenn Sie meinen, das stimme nicht, dann steuern Sie mal www.pei.de an! Sie kommen damit zwar auf die PEI-Startseite, und auf der steht zwar auch gut sichtbar "Arzneimittelbehörden rufen weltweit dazu auf, Nebenwirkungen konsequent zu melden", wenn Sie diesen Link jedoch anklicken, kommen Sie zu der Presseerklärung, an deren Ende die Frage steht, ob dieser Artikel "hilfreich? oder "nicht hilfreich" sei.

Ich habe "nicht hilfreich" angekreuzt und frage mich, warum die gewünschte Seite unter "nebenwirkungen.pei.de" steht, und nicht einfach unter "Nebenwirkungen.de".

Man könnte, aber man darf nicht den Verdacht bekommen, daß am Ende die Meldung doch nicht so erwünscht sei ...

LNS