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Ärzteschaft

Neue Leitlinie zur Medikamenten­sicherheit bei Kindernotfällen

Dienstag, 20. April 2021

/Rawpixel.com, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat eine S2k-Leitlinie „Medika­mentensicherheit bei Kindernotfällen“ vorgestellt. Die Autoren erläutern Strukturen und Mechanismen, die die Wahrscheinlichkeit von Medikationsfehlern bei Kindernotfällen erhöhen – und was Ärzte dage­gen unternehmen sollten.

„Die Empfehlungen wurden so gewählt, dass sie möglichst kurzfristig und mit einfachen Mitteln ange­wendet werden können. Viele der oft folgenschweren Medikamentenfehler könnten durch einfach umzu­setzende Maßnahmen und die Verwendung von simplen Hilfsmitteln wie Tabellen oder Linealen vermie­den werden“, sagte Jost Kaufmann, der die Leitlinie für die federführende (DGKJ) initiiert und koordiniert hat.

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Neben der DGKJ haben 14 weitere Fachgesellschaften, Berufsverbände und Interessenvertretungen an der Leitlinie mitgearbeitet.

Kinder sind durch Medikamentenfehler besonders gefährdet, denn durchweg müssen Ärzte für sie die korrekte Dosis individuell berechnen und zudem altersgruppenspezifische Besonderheiten beachten. Der Schlüsselparameter dazu ist laut den Leitlinienautoren das Gewicht des Kindes. „Die Kenntnis des Ge­wichts ist ein simpler Parameter mit großer Wirkung für die Medikamentensicherheit“, so Kaufmann.

Dennoch sei in den bundesweit nahezu flächendeckend eingesetzten, standardisierten Notarzteinsatz­protokollen bis heute kein Feld für die Angabe des Gewichts vorgesehen. Dies trage dazu bei, dass bei bis zu 97 Prozent der Notarzteinsätze, bei denen ein Kind eine intravenöse Medikation erhalten habe, kein Gewicht in den Einsatzprotokollen dokumentiert werde.

Die Leitliniengruppe betont zudem die Bedeutung des „Off-Label-Use“ in der pädiatrischen Notfall­medi­zin. „Ein ‚Off-Label-Use‘ ist nicht unsachgemäß, illegal oder kontraindiziert, sondern kann die bestmögli­che Therapie darstellen. Ein grundsätzlicher Verzicht auf ‚Off-Label-Use‘ gefährdet Kinder und macht eine sachgemäße Behandlung unmöglich“, heißt es in der Leitlinie. © hil/aerzteblatt.de

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LNS

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