ThemenAugenheilkundeAugenhintergrund zeigt Herz-Kreislauf-­Risiko an
Augenheilkunde

Augenheilkunde

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Augenhintergrund zeigt Herz-Kreislauf-­Risiko an

Montag, 15. März 2021

/Dario Lo Presti, stock.adobe.com

San Diego – Kleine ischämische Läsionen in der Retina, die Augenärzte in der optischen Kohärenz­tomografie leicht erkennen können, weisen nach den Ergebnissen einer Studie in EClinicalMedicine (2021; DOI: 10.1016/j.eclinm.2021.100775) auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko des Patienten hin.

Die Netzhaut des Auges ist der einzige Ort, an dem Nervenzellen und Blutgefäße des menschlichen Körpers unverdeckt durch Haut, Muskeln oder Knochen untersucht werden können. Ein wichtiges Instru­ment in der Augenheilkunde ist die optische Kohärenztomografie (OCT), die Schichtaufnahmen der Retina erstellt.

Wenn es in den feinen Kapillaren der Retina zu einem Verschluss kommt, kommt es in der inneren Körnerschicht („Inner Nuclear Layer“) zu einer Atrophie, sprich Verdünnung. Die äußere Körnerschicht („Outer Nuclear Layer“) ist an dieser Stelle verdickt, was auf dem B-Scan leicht zu erkennen ist. Ein Team um Mathieu Bakhoum bezeichnet die Veränderung als „Retinal Ischemic Perivascular Lesions" (RIPL).

Da die Infarkte in den Retinakapillaren im Kleinen auf eine Störung der Blutgefäße im Großen hinweisen können, haben die Augenärzte untersucht, ob Patienten, die einen oder mehrere RIPL in der OCT aufwie­sen, häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten. Sie verglichen dazu die Daten von 160 Patienten, bei denen aus anderen Gründen eine OCT durchgeführt wurde. Darunter waren 84 Patienten mit dokumen­tierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen (26 Patienten mit früheren Schlaganfällen und 58 Patienten mit koronarer Herzkrankheit). Bei 47 Patienten fanden die Forscher 1 RIPL, bei 31 Patienten 2 RIPL und bei 25 Patienten sogar 3 RIPL, während sie in einer Kontrollgruppe von 76 gesunden Kontrollen nur aus­nahms­weise vorhanden waren.

Bakhoum ermittelt nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Rauchen für die Patienten mit 1, 2 oder 3 RIPL Odds Ratios von 2,34 (95-%-Konfidenzintervall 1,16-4,74), 4,17 (1,64-10,61) und 5,34 (1,71-16,65) auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die kleinen Infarkte in der Retina korrelierten auch mit dem ASCVD-Risiko („Atherosclerotic Cardio­vascular Disease“), der das 10-Jahres-Risiko auf ein künftiges Herz-Kreislauf-Risiko angibt. Personen mit einem intermediären Risiko von 7,5 % bis 20 % hatten zu 70 % mehr RIPL in der OCT, bei einen hohen Herz-Kreislauf-Risiko von mehr als 20 % war das Risiko sogar um den Faktor 2,9 erhöht.

Der Nachweis von einem oder mehreren RIPL sollte Augenärzte deshalb veranlassen, ihre Patienten zu einem Internisten oder Kardiologen zu überweisen, sofern sie dort nicht bereits wegen früherer Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Behandlung sind. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS

Zum Artikel

Coronakrise: Newsletter

Handlungsempfehlungen COVID-19

Handlungsempfehlungen COVID-19
Handlungs­empfeh­lungen für verschie­dene Fach­gebiete

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...