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Politik

Gesundheitsberufe, Prävention und E-Health stärken

Mittwoch, 7. Februar 2018

/dpa

Berlin – Union und SPD wollen gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchs in den Gesundheitsberufen sichern. Sie betonen in ihrem heute vorgestellten Koalitions­vertrag die Freiberuflichkeit der Heilberufe, setzen auf attraktive Ausbildungsmög­lichkeiten und die zügige Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020. Drei wichtige Themenkomplexe werden genannt: Die Studienplatzvergabe soll neu geregelt werden, die Allgemeinmedizin wird gestärkt und es soll mehr Medizinstudienplätze geben.

Zudem will man den Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken und die Ausbildungs­regelungen für Pflegeberufe zeitnah vorlegen. Das Schulgeld für Gesundheits­fachberufe soll wie bei Pflegeberufen entfallen. Die Hebammenausbildung soll nach den EU-Vorgaben akademisiert werden. Weiter soll die Direktausbildung der psycho­logischen Psychotherapeuten zügig abschlossen werden. Die heilpraktische Behandlung soll überprüft werden.

Koalitionsvertrag: Von richtigen Akzenten bis zum Totenschein des Gesundheitswesens

Berlin – Union und SPD haben sich heute über letzte Details für einen Koalitionsvertrag verständigt. Das Wort „Bürgerversicherung“ taucht darin nicht auf. Eine wissenschaftliche Kommission soll aber bis Ende 2019 Vorschläge für eine Angleichung der Honorare für Ärzte bei privat und gesetzlich Krankenversicherten erarbeiten. Verbesserungen wurden in der Pflege vereinbart. Die Reaktionen von Akteuren aus dem Gesundheitswesen fallen gemischt aus.

Ein Gesundheitsportal für die Bürger

Bei der Prävention wollen die Koalitionäre die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung mit einem nationalen Gesundheitsportal stärken. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hatte schon 2016 für ein solches Internetportal geworben. Im vergan­genen Jahr hatten sich dann 15 Organisationen, Verbände und Körperschaften im Gesundheitswesen zu einer Allianz für Gesundheitskompetenz zusammen­geschlossen, um die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu verbessern.

Zudem wollen Union und SPD das Präventionsgesetz weiterentwickeln und die Patientenrechte mit einem Patientenentschädigungsfonds in Härtefällen stärken. Weitere Schwerpunkte sieht die künftige Regierung bei der Bekämpfung chronischer Erkrankungen, insbesondere in der Entwicklung einer nationalen Strategie zur Reduzierung von Übergewicht. Die Reduzierung des Antibiotikaverbrauchs und der Verhinderung von Antibiotikaresistenzen steht weiterhin auf der Agenda der künftigen Regierung.

Der Digitalisierung des Gesundheitswesens will man mit dem Ausbau der Telematik­infrastruktur Rechnung tragen und bis zum Ende der Legislaturperiode die elektro­nische Patientenakte für alle Versicherten einführen. Schon das E-Health-Gesetz von 2015 hatte dies vorgesehen.

Weiter will man die einschränkenden Regelungen zur Fernbehandlung überprüfen. Bislang gibt es Modellprojekte in Baden-Württemberg. Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer will diesbezüglich den Delegierten des Deutschen Ärztetags in Erfurt im Mai eine Öffnung des ausschließ­lichen Fernbehand­lungsverbots vorschlagen.

Die Pflege soll auch von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren, das bedeutet, dass sie auch an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur angeschlossen werden muss. Insgesamt werden Anwendung und Abrechenbarkeit telemedizinischer Leistungen ausgebaut. © mis/aerzteblatt.de

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