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COVID-19: Therapieansätze im Überblick

Eckert, Nadine

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Weiterhin gilt: Ein Arzneimittel mit nachgewiesener Wirksamkeit bei COVID-19 gibt es noch nicht. Aber es laufen zahlreiche Studien, einige Wirkstoffe werden im Notfall off-label oder im Rahmen individueller Heilversuche eingesetzt. Die AkdÄ informiert über den aktuellen Wissensstand.

Auflistung von Therapien auf dem Prüfstand: Die Erkenntnisse zu Arzneimitteln, die der Behandlung von COVID-19 dienen könnten, werden auf der Homepage der AkdÄ regelmäßig aktualisiert.
Auflistung von Therapien auf dem Prüfstand: Die Erkenntnisse zu Arzneimitteln, die der Behandlung von COVID-19 dienen könnten, werden auf der Homepage der AkdÄ regelmäßig aktualisiert.

Die Suche nach einer medikamentösen Therapie, die den Verlauf von COVID-19-Erkrankungen tatsächlich positiv beeinflussen kann, läuft weltweit auf Hochtouren. Zugelassen ist in Europa noch kein Arzneimittel zur Behandlung der von SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung. Doch zusätzlich zur Überprüfung in klinischen Studien werden einige Arzneimittel bereits off-label oder im Rahmen individueller Heilversuche eingesetzt.

Den Überblick über die Vielzahl medikamentöser Therapieansätze zu behalten, hilft klinisch tätigen Ärzten nun eine fortlaufend aktualisierte Tabelle der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Sie umfasst zu verschiedenen antiviralen und immunmodulatorischen Arzneimitteln jeweils eine Auflistung der Studien, in denen die Substanzen bereits untersucht wurden, sowie Angaben zu Dosierungen. Letztere seien nicht als Empfehlung der AkdÄ zu verstehen, heißt es in einer Veröffentlichung in Arzneiverordnung in der Praxis. Dargestellt würden verfügbare Informationen zur Dosierung aus Studien beziehungsweise Empfehlungen anderer Institutionen wie zum Beispiel der WHO oder des Robert Koch-Instituts.

Ergänzt wird die Tabelle duch Angaben zu Off-Label-Use, individuellen Heilversuchen, Zulassungen (außerhalb Europas), Kontraindikationen und möglichen Nebenwirkungen. Die meisten der dargestellten Arzneimittel sind bereits für andere Indikationen zugelassen, zum Teil jedoch nur in einzelnen Ländern außerhalb Europas. Die Datenbasis zum Einsatz dieser Arzneimittel bei COVID-19 ist derzeit noch sehr eingeschränkt.

Aufgrund der Vielzahl aktuell laufender klinischer Studien sei jedoch in der nächsten Zeit mit der Veröffentlichung weiterer Daten zu rechnen, weshalb die Tabelle auf der Homepage der AkdÄ regelmäßig aktualisiert werde.

Wissenschaftliche Standards müssen eingehalten werden

So zahlreich die laufenden Studien auch sind, ob sie tatsächlich die nötigen Erkenntnisse bringen werden, um die untersuchten Arzneimittel bei COVID-19 rational einzusetzen, bleibt der AkdÄ zufolge abzuwarten. Auch in der momentanen Ausnahmesituation der Coronapandemie müssten wissenschaftliche Standards hinsichtlich Design und Qualität von Studien eingehalten werden, um valide Erkenntnisse zu erzielen. Die AkdÄ betont, dass derzeit noch für kein Arzneimittel die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit COVID-19 abschließend beurteilt werden könne. Angesichts möglicher schwerer Nebenwirkungen sei die Anwendung bei COVID-19 ein riskantes Vorgehen mit einem derzeit unbekannten Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Patienten. Ihre Empfehlung lautete daher, die Arzneimittel vorläufig nur im Rahmen von klinischen Studien bei COVID-19-Patienten einzusetzen. Außerhalb dieser Studien handele es sich bei allen Ansätzen um therapeutische Heilversuche beziehungsweise Off-Label-Use aufgrund einer Einzelfallentscheidung. Nadine Eckert

Arzneiverordnung in der Praxis, Ausgabe 1–2 (März 2020); https://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/Artikel/2020-1-2/index.php.

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