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Medizin

COVID-19: Hersteller testet inhalative Version von Remdesivir

Dienstag, 23. Juni 2020

/Africa Studio, stock.adobe.com

Foster City/Kalifornien – Das Virustatikum Remdesivir, das in klinischen Studien zu COVID-19 bei einer intravenösen Gabe bisher nur eine mäßige Wirksamkeit erzielt hat, soll künftig auch zur inhalativen Behandlung zur Verfügung stehen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat jetzt grünes Licht für erste klinische Studien gegeben, mit denen der Hersteller noch in dieser Woche beginnen will.

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Remdesivir wurde ursprünglich für die Behandlung des Ebolafiebers entwickelt. Das Mittel hemmt die virale RNA-Polymerase, die auch Coronaviren zur Replikation benötigen. Die im Mai veröffentlichten Ergebnisse einer ersten randomisierten Studie (SIMPLE) haben gezeigt, dass das Mittel nur bei Patienten eine Wirkung erzielt, die noch nicht mechanisch beatmet werden müssen.

Remdesivir könnte seinen größten Nutzen im Frühstadium der Erkrankung haben, wenn die Patienten noch nicht hospitalisiert sind. Die bisher notwendige intravenöse Gabe ist jedoch ein Hindernis für eine ambulante Therapie.

Der Hersteller Gilead aus Foster City/Kalifornien hat deshalb eine inhalative Formu­lierung entwickelt, die ähnlich wie bei vielen Asthmamedikamenten über einen Dosierinhalator appliziert werden kann. Ärzte und viele Patienten sind deshalb im Umgang mit der inhalativen Therapie vertraut.

Für den frühen Einsatz von Remdesivir spricht, dass die Virusreplikation zu Beginn der Erkrankung am höchsten ist und die Prognose der Erkrankung im späteren Verlauf eher von den systemischen Reaktionen („Zytokinsturm“) beeinflusst wird.

Der Hersteller lässt derzeit in klinischen Studien prüfen, ob die Kombination von Remdesivir mit dem JAK-Inhibitor Baricitinib oder dem IL-6 Rezeptor-Antagonist Tocili­zumab die Ergebnisse im fortgeschrittenen Stadium von COVID-19 verbessern kann. Weitere Studien zu Remdesivir würden derzeit bei Kindern und Schwangeren mit SARS-CoV-2-Infektion durchgeführt, heißt es in der Pressemitteilung des Herstellers.

Remdesivir ist derzeit weder in den USA noch in Europa zugelassen, es kann aber im Rahmen von Härtefallprogramme/Compassionate Use eingesetzt werden. Der Hersteller hat mittlerweile eine Zulassung beantragt, deren Grundlage die Ergebnisse der SIMPLE-Studie sein dürfte. © rme/aerzteblatt.de

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