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Meta-Analyse: RAAS-Inhibitoren könnten Überlebenschancen bei COVID-19 verbessern

Dienstag, 25. August 2020

/picture alliance

Norwich/England – Der Einsatz von ACE-Hemmern und Sartanen, die den Blutdruck über eine Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) senken, wird bei Patienten mit COVID-19 heute als sicher eingestuft.

Nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse in Current Atherosclerosis Reports (2020; DOI: 10.1007/s11883-020-00880-6) könnten die Wirkstoffe die Chancen, dass Hypertoniker eine schwere Infektion mit SARS-CoV-2 überleben, sogar erhöhen.

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Die meisten Kardiologen gehen davon aus, dass RAAS-Inhibitoren bei COVID-19-Patien­ten sicher sind. Die Fachgesellschaften raten dringend davon ab, die Behandlung im Fall einer Coronainfektion zu unterbrechen. Viele Patienten sind jedoch aufgrund von Medienberichten verunsichert.

Ein Team um Vassilios Vassiliou von der Norwich Medical School hat deshalb noch einmal die verfügbaren Daten aus 20 Studien mit insgesamt 28.872 Patienten zusammengefasst, die an COVID-19 erkrankt waren.

Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Risiko auf einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion erhöhen, waren unter den Patienten viele, die mit RAAS-Inhibitoren behandelt wurden. In der Gesamtgruppe waren es 27,9 %, unter den Hypertonikern sogar 32,3 %.

Die mit ACE-Hemmern und Sartanen behandelten Patienten haben COVID-19 keineswegs schlechter überstanden. Die von Vassiliou durchgeführten Analysen deuten sogar auf ein vermindertes Sterberisiko hin.

Für die Gesamtgruppe betrug die Odds Ratio 0,671: Die Anwender von RAAS-Inhibitoren hätten demnach ein um ein Drittel niedrigeres Sterbe­risiko. Das 95-%-Konfidenzintervall von 0,435 bis 1,034 schließt allerdings ein Zufalls­ergebnis nicht aus.

Unter den Patienten, die die RAAS-Inhibitoren zur Behandlung einer Hochdruckerkran­kung erhalten hatten, betrug die Odds Ratio 0,664. Das 95-%-Konfidenzintervall von 0,458 bis 0,964 weist hier auf einen echten Überlebensvorteil hin, der sich aus der Blockade des Signalwegs ergeben könnte. © rme/aerzteblatt.de

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