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Mysteriöse Lungenkrankheit in China ist laut Behörden kein Sars

Montag, 6. Januar 2020

Bereits 59 Menschen sind seit vergangenem Monat an der mysteriösen Lungenentzündung erkrankt. /picture alliance

Peking – Nach immer mehr Fällen einer rätselhaften Lungenkrankheit in der zentral­chinesischen Millionenmetropole Wuhan hat sich die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) eingeschaltet. „Die WHO verfolgt die Situation aufmerksam und steht im engen Kontakt mit den nationalen Behörden in China“, hieß es heute von der UN-Behörde in Genf. Die Zahl erfasster Erkrankter ist nach Angaben der chinesischen Behörden inzwischen auf 59 gestiegen. Sieben Patienten seien in einem kritischen Zustand.

Wie gefährlich die Krankheit ist, war zunächst noch unklar: „Es gibt begrenzte Informationen, um das Gesamtrisiko dieser Häufung von Lungenerkrankungen unbekannter Ursache einzuschätzen“, hieß es von der WHO, die bisher für Reisende „keine besonderen Vorkehrungen“ empfiehlt. Gut 120 Menschen stünden derzeit noch unter Beobachtung.

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Hongkong hat unterdessen erste Vorsichtsmaßnamen ergriffen: Am Flughafen wurden Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion sind bisher 16 Verdachtsfälle gemeldet.

Nach Angaben der örtlichen Behörden steht die Lungenkrankheit nicht in Zusammenhang mit dem Sars-Virus. Bei Tests seien mehrere Diagnose-Hypothesen ausgeschlossen worden, unter anderem Sars, teilte das Gesundheitsamt der Stadt Wuhan mit.

Dort war die mysteriöse Krankheit im vergangenen Monat das erste Mal aufgetreten. Der Ausbruch hatte Ängste vor einer neuen Sars-Epidemie geweckt – an einer solchen waren 2003 in der Volksrepublik hunderte Menschen gestorben.

Inzwischen sind den Angaben zufolge 59 Menschen an der mysteriösen Lungenentzündung erkrankt, sieben von ihnen schwer. Alle werden in Quarantäne behandelt, die Ursache ist immer noch unklar. „Niemand ist gestorben“, betonte das Gesundheitsamt.

Erster Fall wurde am 12. Dezember registriert

Vom Ausbruch der neuen Krankheit hatten Chinas Behörden das erste Mal in der vergangenen Woche berichtet, demnach wurde der erste Fall bereits am 12. Dezember registriert. Mehrere der Erkrankten arbeiteten auf einem Fischmarkt im zentralchinesischen Wuhan, der seitdem geschlossen ist.

In der Elf-Millionen-Stadt hatte der Ausbruch der Krankheit sofort zu Spekulationen über einen Zusammenhang mit der hochansteckenden Atemwegserkrankung Sars geführt, an der im Jahr 2003 in China 349 Menschen gestorben waren und in Hongkong weitere 299.

Auch in Singapur gibt es nach Presseberichten einen ersten Verdachtsfall. Ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan besucht habe, sei in einem stabilen Zustand im Krankenhaus, hieß es. Ihren Anfang nahm die Lungenkrankheit wohl auf einem Fischmarkt in der 19-Millionen-Metropole, auf dem auch andere Tiere verkauft werden.

Der Huanan-Markt ist inzwischen geschlossen worden und soll gründlich gereinigt werden. Das infizierte Mädchen in Singapur war nach den Presseberichten allerdings nicht auf dem Markt.

Am Mittwoch hatte die Polizei mitgeteilt, dass in dem Zusammenhang acht Menschen wegen „Verbreitung falscher und ungeprüfter Informationen im Internet“ festgenommen worden seien. © afp/aerzteblatt.de

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