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Medizin

Cholesterin erhöht Glaukomrisiko, Statine könnten es wieder senken

Freitag, 3. Mai 2019

/dpa

Boston – Erwachsene Menschen mit einem erhöhten Cholesterinwert erkrankten in 3 prospektiven Beobachtungsstudien häufiger an einem primär chronischen Offenwinkel­glaukom als Menschen mit normalen Cholesterinwerten. Die Einnahme von Statinen könnte das Risiko nach den in JAMA Ophthalmology (2019; doi: 10.1001/jamaophthalmol.2019.0900) vorgestellten Ergebnissen senken.

Das primär chronische Offenwinkelglaukom (POAG) ist die wichtigste Form des Glaukoms und eine der häufigsten Erblindungsursachen. Die Senkung des Augeninnendrucks ist derzeit die einzige effektive Therapie, die jedoch das Fortschreiten der Erkrankung nicht immer verhindern kann. Seit einiger Zeit wird diskutiert, ob Statine eine günstige Wirkung haben könnten. Die Lipidsenker sollen den Abfluss des Augenwassers über das trabekuläre Maschenwerk im Kammerwinkel erleichtern, die Durchblutung der Sehnerven verbessern oder auch eine protektive Wirkung auf die Netzhaut haben.

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Ein Beweis durch randomisierte klinische Studien steht noch aus, weswegen Forscher auf die nächst niedrigere Evidenzebene ausweichen. Dies sind prospektive Beobachtungs­studien, die den erhöhten Cholesterinwert und die Einnahme von Statinen mit späteren Erkrankungen in Verbindung setzen. Zu den größten und bekanntesten Studien dieser Art gehören die Nurses’ Health Study und ihre Nachfolgestudie Nurses’ Health Study 2 sowie die Health Professionals Follow-up Study.

Die Teilnehmer dieser Studien werden nicht nur alle 2 Jahre nach ihren Cholesterinwerten und der Einnahme von Statinen gefragt. Etwaige Erkrankungen am Glaukom konnten auch durch Einsicht in die Befunde der Spaltlampenuntersuchungen überprüft werden. Die intensive Befragung der Teilnehmer ermöglichte es Jae Kang vom Brigham and Women’s Hospital in Boston außerdem, eine Reihe von anderen Einflüssen auf den Augeninnendruck (von BMI über Hochdruckmedikamente bis zum Konsum von Alkohol und Koffein) zu berücksichtigen.

Ergebnis: Von den 136.782 Teilnehmern sind bisher 886 an einem POAG erkrankt. Jeder Anstieg des Gesamtcholesterins um 20 mg/dl war mit einem Anstieg des POAG-Risikos um 7 % assoziiert. Das relative Risiko von 1,07 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,02 bis 1,11 signifikant.

Die Einnahme von Statinen über mindestens 5 Jahre senkte das Risiko um 21 % (relatives Risiko 0,79; 0,65-0,97), wobei die protektive Wirkung mit dem Alter zunahm. Teilnehmer im Alter von über 65 Jahren erkrankten nach der Einnahme von Statinen zu 30 % seltener an einem POAG (relatives Risiko 0,70; 0,56-0,87).

Ob die „protektive Assoziation“ real ist oder nur auf andere Faktoren (einer gesunden Lebensführung) zurückzuführen sind, kann eine Beobachtungsstudie niemals mit Sicherheit klären. Deshalb lässt sich aus den Ergebnissen auch keine Indikation für die Einnahme von Statinen ableiten. Die Schutzwirkung bleibt damit ein möglicher günstiger Nebeneffekt der Statine für Patienten, die sie zur Senkung eines erhöhten Cholesterinwerts einnehmen.

© rme/aerzteblatt.de

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