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Medizin

Hirnforscher: Wie Tetris das Gehirn verändert

Mittwoch, 2. September 2009

Albuquerque – Der Computerspiel-Klassiker Tetris verändert das Gehirn. Eine Studie in BMC Research Notes (2009, 2:174) dokumentiert eine Verdickung der Cortex-Areale, die bei dem Spiel besonders herausgefordert werden.

Tetris hat ein hohes Suchtpotenzial. Die Versuche, aus den von oben langsam herabsinkenden Steinen eine lückenlose Mauer zu bilden, reizen – gerade weil sie auf Dauer nicht gelingen – zur Wiederholung. Schon 1992 hatte der Hirnforscher Richard Haier, jetzt am Mind Research Network in Albuquerque, behauptet, dass Tetris bestimmte Hirnregionen trainiert. Jetzt liefert er mittels der Magnetresonanztomografie einen Beleg dafür.

Die Forscher baten 26 junge Frauen über drei Monate täglich 39 Minuten Tetris zu spielen. Der Vorher-Nachher-Vergleich in der Magnetresonanztomografie zeigt, dass sich bestimmte Regionen im frontalen Cortex (Brodmann Area, BA 6) und im temporalen Cortex (BA 22 and BA 38) durch das Spielen vergrößern.

Es handelt sich um Regionen, die beim Tetris-Spielen besonders beansprucht werden: BA 6 spielt eine Rolle bei komplexen koordinierten Bewegungen, mit denen die Steine gedreht und verschoben werden. BA 22 und BA 38 sollen für die multisensorische Integration wichtig sein, also der Schnittstelle zwischen der Wahrnehmung des jeweils nächsten Puzzleproblems, die der Spieleklassiker in immer neuer Form und schließlich auch in immer größere Geschwindigkeit anbietet, und der kognitiven Lösung.

Mit der funktionellen Magnetresonanztomografie untersuchten die Forscher, welche Hirnreaktionen beim Spielen aktiviert werden. Es waren die Regionen BA 32, 6, 8, 9, 46 und BA 40, welche die Forscher mit Fähigkeiten wie kritischem Denken, Urteilsvermögen, Sprache und Informationsverarbeitung verknüpft sehen.

Es scheint unbestreitbar, dass das intensive Training bestimmte Hirnfähigkeiten trainiert. Und sicherlich kommt es zu neuen synaptischen Verbindungen. Ob sie dem Spieler aber außerhalb der Tetris-Welt Vorteile verschaffen, darf wohl bezweifelt werden. © rme/aerzteblatt.de

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