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Kognitive Verhaltenstherapie kann bei suizidalen Krisen durch unipolare Depression helfen

Freitag, 1. November 2019

/Andrzej Wilusz, stock.adobe.com

Köln – Bestimmte Formen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) können depressive Symptome, aber auch Suizidgedanken und -versuche mindern. Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität (TU) Berlin. Die Wissenschaftler haben im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht, ob verschiedene ambulante, nichtmedikamentöse Maßnahmen, etwa Kriseninterventionsprogramme oder psychosoziale Interventionen, Erwachsene mit unipolarer Depression dabei unterstützen, suizidale Krisen besser zu bewältigen.

„Allein die KVT ist in aussagekräftigen Studien untersucht, belastbare Ergebnisse zu anderen nichtmedikamentösen Verfahren fehlen“, lautet ihr Ergebnis.

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Die Arbeit ist im Rahmen des sogenannten ThemenCheck Medizin des IQWiG entstanden. Dabei gehen die wissenschaftlichen Fragestellungen für ein sogenanntes „Health Technology Assessment“ (HTA) auf die Vorschläge von Bürgern zurück.

Rund zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland leben laut der Arbeitsgruppe mit depressiven Symptomen und sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt um das 20-Fache stärker suizidgefährdet.

Laut den Wissenschaftler existieren nur für die KVT von Erwachsenen mit unipolarer Depression in einer suizidalen Krise aussagekräftige Studien. Das Wissenschaftlerteam der TU Berlin stellte anhand deren Ergebnissen fest, dass bestimmte Formen der KVT als Ergänzung zu einer Standardbehandlung bei der Bewältigung suizidaler Krisen helfen können: Depressive Symptome, Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken sowie wiederholte Suizidversuche lassen sich damit reduzieren.

Keine Anhaltspunkte gab es dafür, dass die KVT Auswirkungen auf Angst oder posttraumatischen Stress hat. Weitere patientenrelevante Aspekte wie die körperliche Verfassung für das Bewältigen des Alltags und die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurden laut den Forschern in den Studien nicht untersucht.

Über Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen sowie Literaturrecherchen konnten die Forscher weitere Aspekte bei der Betreuung der Betroffenen identifizieren: Danach sind neben Stigmatisierung und sozialem Rückzug lange Wartezeiten auf Termine insbesondere im ländlichen Raum Hürden für die Betreuung. Die Wissenschaftler der TU Berlin regen daher unter anderem an, dass Psychiater, Psychotherapeuten und Hausärzte eng zusammenarbeiten. Auch der Ausbau von niedrigschwelligen Maßnahmen wie Telefonseelsorge oder webbasierten Angeboten könne möglicherweise helfen.

„Auch wenn es wegen der unzureichenden Studienlage bislang nur Hinweise auf einen Nutzen von KVT gibt, ist der Ausbau von ambulanten Versorgungsstrukturen und niedrigschwelligen Angeboten zur kontinuierlichen Behandlung von Menschen mit suizidalen Krisen bei unipolarer Depression wichtig für die bedarfsgerechte Versorgung“, zieht Laura Krabbe, Projektleiterin beim ThemenCheck Medizin des IQWiG, ein Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #113003
Claus-F-Dieterle
am Samstag, 2. November 2019, 22:44

Telefonseelsorge...

Aber Jesus Christus nicht vergessen! ER spricht in Matthäus 11,28: "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch erquicken." Jesus Christus kann Wunder vollbringen, aber auch durch Ärzte, andere Therapeuten und Medikamente handeln. Im Internet gibt es sehr gute kostenlose Videos, wie Jesus Christus in das Leben Kranker eingreift.
LNS