NewsThemenDepressionOmega-3-Fettsäuren bei Angststörungen und Depressionen ohne nachgewiesene Wirkung
Depression

Depression

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Omega-3-Fettsäuren bei Angststörungen und Depressionen ohne nachgewiesene Wirkung

Dienstag, 5. November 2019

/Dmitrii, stock.adobe.com

Norwich – Omega-3-Fettsäuren, die als Nahrungsergänzungsmittel auch zur Behandlung von psychischen Erkrankungen beworben werden, haben nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse im British Journal of Psychiatry (2019; doi: 10.1192/bjp.2019.234) weder bei Angststörungen noch bei Depressionen eine belegte Wirkung.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den ungesättigten Verbindungen, die der menschliche Körper nicht selber herstellen kann und die deshalb mit der Nahrung aufgenommen wer­den müssen. Sie sind unter anderem Bestandteil der Zellmembran von Nervenzellen. Es erscheint deshalb plausibel, dass eine gesteigerte Aufnahme die Funktion des Gehirns verbessert. Ob sie aber tatsächlich Erkrankungen lindert, kann nur durch randomisierte klinische Studien belegt werden.

Anzeige

Es hat in den vergangenen Jahren nicht an Studien gemangelt, die nach einer günstigen Wirkung auf Angststörungen und Depressionen gesucht haben. Ein Team um Lee Hooper von der Norwich Medical School konnte 31 Studien identifizieren mit 41.470 Teilneh­mern, die über mindestens 24 Wochen mit Omega-3-Fettsäuren oder Placebo behandelt wurden.

Ein signifikanter Einfluss auf Angststörungen oder Depressionen war jedoch nicht erkenn­bar. Für die Linderung einer Depression ermittelt Hooper eine Risk Ratio von 1,01, die bei einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,92 bis 1,10 weitgehend ausschließt, dass eine Wirk­samkeit übersehen wurde. Ein I2-Wert von 0 % zeigt die fehlende Heterogenität der Stu­dien an. Die Tagesdosis der Omega-3-Fettsäuren hatte im Mittel 0,9 Gramm betragen.

Bei Angstsymptomen war ein geringer Effekt nachweisbar, die Effektstärke war mit einer standardisierten mittleren Differenz von 0,15 (0,05 bis 0,26), also 15 % der Standardab­weichung, jedoch minimal. Die mittlere Tagesdosis hatte hier 1,1 Gramm betragen und die Studiendauer 6 Monate.

In einer Studie zur alpha-Linolensäure, die wie die Omega-3-Fettsäuren zu den ungesät­tigten Fettsäuren gehört, kam es unter der Behandlung mit 2 Gramm/Tag sogar über 40 Monate zu einem Anstieg der Symptome. Die Gefahr einer Schädigung war allerdings mit einer Number Needed to Harm von 1.000 sehr gering.

Fisch kann laut den Autoren zwar ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernäh­rung und ein sehr nahrhaftes Lebensmittel sein. Es gebe jedoch keine Belege dafür, dass die darin enthaltenen Fettsäuren Menschen vor Depressionen und Angstzuständen schüt­zen oder deren Symptome lindern können, schreibt Hooper. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #776577
doc_didier
am Donnerstag, 7. November 2019, 08:30

Omega-3 ist nicht gleich Omega 3

Hier finden wir mal wieder eine Studie mit vielen Probleme. Bei den Omega 3 Fettsäuren EPA und DHA kommt es auf die Dosierung an und nicht auf die Tatsache dass sie gegeben werden bei relativ niedrigen Dosierungen z.b. unter 1000 Milligramm finden sich viele Studien die tatsächlich keinen Effekt belegen jedoch oberhalb von 1000 mg EPA DHA gibt es reichlich Studien die einen positiven Effekt zeigen
Avatar #782899
ConniS
am Mittwoch, 6. November 2019, 00:21

Omega3

Lächerlich, was in diesen sogenannten Studien behauptet wird - mit dieser ungenügenden Dosierung! Das 3-fache kommt hin! Wie mit Vitamin C - ein Witz die Max.Verzehrempfehlung von 225mg - um antioxidative Wirkung zu entfalten, sind mindestens 2000 bis 5000mg notwendig. Altes Wissen! Aber die Pharma agiert ja schon in den Unis...
Avatar #747495
JohnR
am Mittwoch, 6. November 2019, 00:08

Omega 3 - mindestens 3 Gramm

Den Kommentar von Keto-Doc finde ich augezeichnet gut und unterstütze ihn.
Offensichtlich wollte man den Nachweis bringen, daß Omega 3 ein Flop ist. Die minimalste
Tagesdosis, um eine Wirkung zu erziehlen, ist 3 Gramm
Avatar #707318
M7273
am Dienstag, 5. November 2019, 22:17

Es gibt nur eine Wahrheit

Diese Arbeit kommt zu einem anderen Ergebnis:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31480057
Dort auch als kostenloser Volltext verlinkt.
Avatar #104875
svetlanych
am Dienstag, 5. November 2019, 20:25

Und Omega-6? Und Omega-9?

Therapie durch Omegas bringt gutes Ergebnis, wenn die Patienten sie in adäquater Dosierung bekommen.
Avatar #549494
Keto-Doc
am Dienstag, 5. November 2019, 19:25

Schrott Studie!

Schon wieder eine Schrott-Studie um die Wirkung der Omega-3 FS zu diskreditieren. Die therapeutische Dosierung von Omega-3 FS liegt bei ca. 3-6g pro Tag. Dann ist doch klar, dass mit 0,9g keine therapeutische Wirksamkeit zu erwarten ist.
LNS