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MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Diabetes Typ 2: Parodontitisbehandlung verbessert HbA 1c -Wert

Dtsch Arztebl 2018; 115(48): A-2244 / B-1844 / C-1819

Meyer, Rüdiger

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Foto: luckybusiness/stock.adobe.com
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Die konsequente Behandlung einer Parodontitis, einem häufig unterschätzten Risikofaktor für den Typ-2-Diabetes, hat in einer randomisierten Studie den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c der Patienten signifikant gesenkt.

Zwischen Diabetes und Parodontitis gibt es eine wechselseitige Beziehung. Zum einen begünstigen erhöhte Blutzuckerwerte die Infektion des Zahnfleisches, zum anderen haben Menschen mit einer schlechten Mundhygiene ein erhöhtes Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Ob die Behandlung der Parodontitis eine blutzuckersenkende Wirkung hat, haben Zahnmediziner vom Eastman Dental Institute in London in einer randomisierten Studie an 264 Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. Die Patienten wurden auf eine übliche Versorgung oder auf eine intensive parodontale Behandlung randomisiert. Bei der intensivierten Behandlung wurden im gesamten Mundraum Beläge und Ablagerungen unterhalb des Zahnfleischrands entfernt (subgingivales Scaling). Bei Bedarf erfolgte eine chirurgische Sanierung. Anschließend wurde den Teilnehmern alle 3 Monate eine professionelle Zahnreinigung angeboten.

Endpunkt der Studie war die Entwicklung der HbA1c-Werte über ein Jahr. Wie Francesco D’Aiuto und Mitarbeiter des Eastman Dental Institute berichten, betrug der mittlere HbA1c-Wert zu Studienbeginn in beiden Gruppen 8,1 %. Nach 12 Monaten war er in der Vergleichsgruppe auf 8,3 % angestiegen, während er bei den Patienten mit intensiver Parodontitis-Behandlung auf 7,8 % gefallen war. Nach Berücksichtigung von Ausgangs-HbA1c, Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Raucherstatus, Diabetesdauer und Body-Mass-Index hatte sich der HbA1c-Wert um 0,6 Prozentpunkte verbessert (95-%-KI 0,3–0,9), was laut D’Aiuto in etwa dem Effekt entspricht, der durch einen zusätzlichen blutzuckersenkenden Wirkstoff erzielt wird.

Fazit: Da die Studie nicht verblindet war, lässt sich ein Placeboeffekt nicht völlig ausschließen. Es könnte sein, dass die Patienten durch die intensivierte Parodontitisbehandlung zu einer Änderung ihres Lebensstils ermutigt wurden. Für D’Aiuto steht jedoch fest, dass die Vorbeugung/Behandlung von Zahnfleischerkrankungen eine neue und wichtige Möglichkeit sein könnte, das Risiko von Spätkomplikationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu mindern. Rüdiger Meyer

D’Aiuto F, Gkranias N, Bhowruth D, et al.: Systemic effects of periodontitis treatment in patients with type 2 diabetes: a 12 month, single-centre, investigator-masked, randomised trial. Lancet Diabetes & Endocrinology 2018; doi: 10.1016/S2213–8587 [18] 30038-X.

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