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MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Typ-2-Diabetes: Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren erhalten Nierenfunktion nicht

Dtsch Arztebl 2019; 116(47): A-2197 / B-1797 / C-1753

Meyer, Rüdiger

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Foto: Liddy Hansdottir/stock.adobe.com
Foto: Liddy Hansdottir/stock.adobe.com

Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in Fischöl-Kapseln oder Vitamin D konnte in einer randomisierten klinischen Studie den allmählichen Rückgang der Nierenfunktion bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht verlangsamen.

In der VITAL-DKD-Studie wurde untersucht, ob eine Supplementierung mit Cholecalciferol (2 000 IE/Tag) und/oder mit den Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure (1 g/Tag) die Entwicklung und das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz bei Diabetikern vermindern kann. Die Studie war eingebunden in die größere VITAL-Studie, an der 25 871 Männer (> 50 Jahre) und Frauen (> 55 Jahre) teilgenommen hatten, und die ebenfalls negativ ausgefallen war. Sie konnte keinen Nutzen von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren in der Primärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs belegen. Vor Beginn der VITAL-Studie war eine Gruppe von 1 312 Teilnehmern, die an einem Typ-2-Diabetes litten, für die VITAL-DKD-Studie ausgewählt worden.

Die Patienten hatten zu Beginn der Studie eine mittlere eGFR von 85,8 ml/min/1,73 m2, die damit fast im Normalbereich lag. Nur bei 16 % war die eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 (mittelschwere Niereninsuffizienz) und eine Mikroalbuminurie > 30 mg/g Kreatinin lag nur bei 9 % vor.

Im Verlauf der 5-jährigen Studie fiel die eGFR auf 73,5 ml/min/1,73 m2. Dieser erhebliche Verlust an Nierenfunktion konnte weder durch Vitamin D noch durch die Einnahme der Fischöl-Kapseln aufgehalten werden. Der Nierenfunktionsverlust in der Vitamin-D-Gruppe war mit 12,3 ml/min/1,73 m2 nur unwesentlich geringer als in der Placebogruppe mit 13,1 ml/min/1,73 m2. In der Gruppe, die regelmäßig Fischöl-Kapseln eingenommen hatte, fiel die eGFR um 12,2 ml/min/1,73 m2.

Fazit: Erstautor Dr. Ian de Boer von der University of Washington in Seattle und seine Kollegen berichten, dass die Unterschiede zur Placebogruppe für beide Supplemente klinisch nicht relevant und statistisch nicht signifikant gewesen seien. Zu bedenken sei ferner, dass es unter der Einnahme von Vitamin D etwas häufiger zu Nierensteinen gekommen sei. Omega-3-Fettsäuren waren häufiger mit Magen-Darm-Blutungen verbunden. Aufgrund der Ergebnisse könne Diabetikern nicht zur Einnahme der beiden Nahrungsergänzungsmittel geraten werden. Rüdiger Meyer

De Boer IH, Zelnick LR, Ruzinski J, et al.: Effect of Vitamin D and Omega-3 Fatty Acid Supplementation on Kidney Function in Patients With Type 2 Diabetes: A Randomized Clinical Trial. JAMA 2019 Nov 8; doi: 10.1001/jama.2019.17380.

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Avatar #767305
Pelemele
am Samstag, 23. November 2019, 08:52

Immer das Gleiche.

Essen macht nicht satt. Neueste Studie! Probanden bekamen unterschiedliche Reisarten, je einen Teelöffel, keine der Probanden war anschließend satt. "Essen macht nicht satt. Wir sind froh, dass wir endlich Licht ins Dunkel bringen konnten", so Prof. Dr. Dr. Hasenfuß-Hassenichgesehn.
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