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MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Typ-2-Diabetes: SGLT2-Inhibitoren zur Prävention von Nierenerkrankungen geeignet

Dtsch Arztebl 2019; 116(47): A-2197 / B-1797 / C-1753

Eckert, Nadine

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Foto: yodiyim/stock.adobe.com
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Die Auswirkungen einer Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren auf das Risiko für Niereninsuffizienz waren ungeklärt. Dies galt speziell für die Notwendigkeit einer Dialyse oder Transplantation sowie die Gefahr, an einer Nierenerkrankung zu sterben. Bisherige Studien verfügten zudem nicht über ausreichend statistische Power, um eventuelle Unterschiede des Effekts einer SGLT2-Inhibition abhängig von glomerulärer Filtrationsrate (eGFR) und Albuminurie nachzuweisen.

Ein von einem internationalen Forscherteam durchgeführter systematischer Review mit Metaanalyse zeigt nun, dass SGLT2-Inhibitoren das Risiko für die fraglichen Endpunkte bei Patienten mit Typ-2-Diabetes reduzieren und sie zudem vor einer akuten Nierenschädigung schützen können.

Analysiert wurden 4 Studien, die 3 verschiedene SGLT2-Inhibitoren untersuchten: Empagliflozin (EMPA-REG OUTCOME), Canagliflozin (CANVAS-Programm und CREDENCE) und Dapagliflozin (DECLARE-TIMI 58). Von insgesamt 38 723 Teilnehmern benötigten 252 eine Dialyse oder Transplantation oder starben an einer Nierenerkrankung, 335 entwickelten eine Nierenerkrankung im Endstadium und 943 hatten eine akute Nierenschädigung (AKI).

SGLT2-Inhibitoren senkten das Risiko für Dialyse, Transplantation oder nierenbedingtem Tod signifikant (RR 0,67 [95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [0,52–0,86]; p = 0,0019). Dieser Effekt war in allen Studien gleichermaßen zu beobachten (I2= 0 %; pHeterogenität = 0,53). Eine Reduktion war außerdem bei Nierenerkrankungen im Endstadium (0,65 [0,53–0,81]; p < 0,0001) und AKI zu beobachten (0,75 [0,66–0,85]; p < 0,0001). Auch hier war durchgehend in allen Studien ein Nutzen nachweisbar.

Fazit: Obwohl es auch Evidenz dafür gegeben habe, dass der proportionale Effekt von SGLT2-Inhibitoren mit abnehmender Nierenfunktion zurückgehe (pTrend = 0,073), habe sich dennoch ein eindeutiger Nutzen in allen eGFR-Untergruppen gezeigt“, berichten die Autoren um Brendon Neuen vom The George Institute for Global Health an der University of New South Wales in Sydney.

Dies galt „selbst für Patienten, deren eGFR zu Studienbeginn zwischen 30 und 45 ml/min/1,73 m2 lag (0,70 [0,54–0,91]; p = 0,0080)“. Darüber hinaus habe sich der von den SGLT2-Inhibitoren ausgehende renale Schutzeffekt in allen Studien und unabhängig von der Albuminurie sowie dem Einsatz von RAS-Hemmern als konsistent erwiesen. Nadine Eckert

Neuen BL, Young T, Heerspink HJL, et al.: SGLT2 inhibitors for the prevention of kidney failure in patients with type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Lancet Diabetes Endocrinol 2019; 7 (11): 845–54.

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