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Medizin

Diabetes: Kohlenhydratarme Diät senkt HbA1c-Wert auch ohne Gewichtsreduktion

Montag, 12. August 2019

/skabarcat, stockadobecom

Kopenhagen – Entscheidend für den Erfolg einer Diät ist bei Menschen mit Typ 2-Diabetes nicht die Gewichtsabnahme, sondern die verminderte Zufuhr von Kohlenhydraten. Dies zeigen die Ergebnisse einer randomisierten Studie in Diabetologia (2019; doi: 10.1007/s00125-019-4956-4).

Die meisten Menschen mit Typ 2-Diabetes sind übergewichtig. Eine jahrelange hyperkalorische Ernährung gilt als wichtige Ursache der Stoffwechselstörung. Die Diätempfehlungen, die auf eine Reduktion des Körpergewichts zielen, überfordern jedoch die meisten Patienten. Ernährungswissenschaftler aus Dänemark haben jetzt untersucht, ob eine Ernährung, die den Kohlenhydrat-Anteil senkt, ohne die Gesamtkalorienzufuhr zu reduzieren, den Blutzucker günstig beeinflussen kann.

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An der „CutDM iso"-Studie nahmen 28 Patienten mit Typ 2-Diabetes teil. Die Patienten erhielten sechs Wochen lang eine konventionelle Diabetes-Diät, bei der der Anteil der Kohlenhydrate bei 50 Prozent der Energiezufuhr lag und die keine Gewichtsabnahme anstrebte. Über weitere sechs Wochen wechselten die Teilnehmer auf eine spezielle Diät, die den Anteil der Kohlenhydrate auf 30 Prozent senkte, dafür aber den Anteil der Proteine von 17 auf 30 Prozent steigerte. Auch der Fettanteil wurde leicht von 33 auf 40 Prozent erhöht. Auch diese Kost war isoenergetisch, sprich es wurde keine Senkung des Körpergewichts angestrebt.

Trotz der kurzen Dauer wirkte sich die kohlenhydratarme Kost günstig auf den Blutzucker aus. Wie das Team um den Endokrinologen Thure Krarup vom Krankenhaus Bispebjerg in Kopenhagen berichtet, verminderte sich der HbA1c-Wert um 0,6 Prozentpunkte gegenüber einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte unter der normalen Diabeteskost. Auch der Nüchternblutzucker und die postprandialen Blutzuckerwerte verbesserten sich.

Am erstaunlichsten war jedoch, dass sich trotz der vermehrten Fettzufuhr die Fettleber leicht erholte. Der Fettgehalt ging in der Leber um 2,4 Prozent und im Pankreas um 1,7 Prozent zurück, während es in der Kontrollgruppe zu einer Zunahme um 0,2 Prozent  beziehungsweise 0,5 Prozent kam. Dies zeigt, dass die Fetteinlagerung in der Leber nicht in erster Linie auf die Fettaufnahme mit der Ernährung zurückzuführen ist, sondern als Folge einer Überlastung des Stoffwechsels mit Kohlenhydraten auftritt, die in der Leber in Fette umgewandelt werden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 15. August 2019, 16:53

Diabetes und wie man vorgeht

Spannender Artikel. Und auch wieder nicht, denn mir haben Heilpraktiker-Kollegen das schon vor ca. 30 Jahren erzählt:
Beim Diabetes II so vorgehen: Kohlehydrate/Zucker zurückfahren, ballaststoffreich essen, dazu eine fette Dosis Sport. Evtl. noch div. Mikronährstoffe dazu verschreiben. Dann kriegt man das in den Griff.
Schön, dass Jenzella das ERFOLGREICH so gemacht hat (peinlich, wie "kompetent" einige studierte u. gebildete Diabetologen sind) u. nett, dass ich ausnahmsweise mal mit Practicus einer Meinung bin :-).
Avatar #784527
Jenzella
am Mittwoch, 14. August 2019, 16:47

Tja, wer hätte das gedacht

Ich bin von Beruf Krankenschwester und mein Mann ist an DM Typ 2 erkrankt. Man stellte letztes Jahr einen HbA1C von 11,7% bei ihm fest. Sofort schickte man ihn zum örtlichen diabetologen (mein Mann war zu dem Zeitpunkt übergewichtig aber noch sehr jung - 28 Jahre alt). Der diabetologe verordnete ihm sofort Insulin Rapid, eine Ernährungsberatung in ein paar Wochen und er solle bloß nicht seine Gewohnheiten ändern.

Ihm und mir passte das nicht. Es kann doch nicht sein, dass man da nichts machen kann, dachten wir uns und stellten die Ernährung um. Wir aßen weniger kohlehydrate, tauschten sie gegen Proteine aus & mein Mann begann wieder damit Kraftsport zu machen. Das Ende vom Lied ist folgendes. Ohne Insulin, ohne Metformin - lediglich mit Ernährungsumstellung und Sport sank der HbA1C Von 11,7 auf unter 7 (den genauen Wert habe ich grade nicht im Kopf) unser Hausarzt ist begeistert und sagt, sowas habe er noch nie gesehen.

Ich habe mich schon in meiner Ausbildung immer wieder gefragt, warum man Menschen die eine Diabetes-Kost Bekamen immer genauso viele Kartoffeln/Nudeln/Marmelade usw aufs Tablett gab, wie den anderen. Irgendwie erschloss sich mir das nicht und deshalb hab ich es „aus dem
Bauch heraus“ anders gemacht. Mein Mann ist nun quasi gesund. Außerdem sind auch sie leberwerte besser geworden.

Die neue Diabetespraxis in der Er nun Patient ist, sah die Laborwerte und war ebenfalls begeistert, allerdings mit dem
Unterschied, dass diese wenigstens empfahl Sport zu machen, damit der Koerper das was er bekommt auch verbreiten kann.
Avatar #784527
Jenzella
am Mittwoch, 14. August 2019, 16:47

Tja, wer hätte das gedacht

Ich bin von Beruf Krankenschwester und mein Mann ist an DM Typ 2 erkrankt. Man stellte letztes Jahr einen HbA1C von 11,7% bei ihm fest. Sofort schickte man ihn zum örtlichen diabetologen (mein Mann war zu dem Zeitpunkt übergewichtig aber noch sehr jung - 28 Jahre alt). Der diabetologe verordnete ihm sofort Insulin Rapid, eine Ernährungsberatung in ein paar Wochen und er solle bloß nicht seine Gewohnheiten ändern.

Ihm und mir passte das nicht. Es kann doch nicht sein, dass man da nichts machen kann, dachten wir uns und stellten die Ernährung um. Wir aßen weniger kohlehydrate, tauschten sie gegen Proteine aus & mein Mann begann wieder damit Kraftsport zu machen. Das Ende vom Lied ist folgendes. Ohne Insulin, ohne Metformin - lediglich mit Ernährungsumstellung und Sport sank der HbA1C Von 11,7 auf unter 7 (den genauen Wert habe ich grade nicht im Kopf) unser Hausarzt ist begeistert und sagt, sowas habe er noch nie gesehen.

Ich habe mich schon in meiner Ausbildung immer wieder gefragt, warum man Menschen die eine Diabetes-Kost Bekamen immer genauso viele Kartoffeln/Nudeln/Marmelade usw aufs Tablett gab, wie den anderen. Irgendwie erschloss sich mir das nicht und deshalb hab ich es „aus dem
Bauch heraus“ anders gemacht. Mein Mann ist nun quasi gesund. Außerdem sind auch sie leberwerte besser geworden.

Die neue Diabetespraxis in der Er nun Patient ist, sah die Laborwerte und war ebenfalls begeistert, allerdings mit dem
Unterschied, dass diese wenigstens empfahl Sport zu machen, damit der Koerper das was er bekommt auch verbreiten kann.
Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Dienstag, 13. August 2019, 23:30

"Eigentich genau das, was mit der "LOGI-Methode" längst erreicht wurde"

Ich bin "74 Jahre alt", seit nunmehr 16 Jahren "Typ-2-Diabetiker"
und habe mich in einem "mehrjährigen Sozialrechtsstreit" mit
den "evidenzbasierten Ernährungsempfehlungen einer Diabetes-
fachgesellschaft" auseinandersetzen müssen. Denn sie wurden in
einem Sozialgerichtsverfahren als eine "Entscheidungsgrundlage"
verwendete. Danach sollte ich mich "kohlenhydratreich" ernähren
können, weil dies von den "Diabetes-Experten" einmal vor Jahren empfohlen worden war. Und genau diese "Ernährungs-Experten"
haben jahrelang das "Ernährungskonzept LOGI-Methode" mit allen
Mitteln "regelrecht bekämpft".

Ich wurde seinerzeit sogar vor dieser"kohlenhydratreduzierten Kost"
gewarnt. Denn ich solle ja "alles essen" können - allerdings zugleich
auch "bedrängt", mit dem "Spritzen von Insulin" zu beginnen. Was ich
strikt ablehnte und begann, meine "Ernährung umzustellen". Ich bin
zwar noch nicht ganz bei der "LOGI-Methode" angelangt, aber auch
einem "Weg dorthin". Denn nach wie vor"spritz ich kein Inulin" und
habe mit meinem "neuen Diabetologen" für mich ein
"Selbstmanagement meines Typ-2-Diabetes""
entwickelt, durch das ich heute die "besten HbA1c-Werte" in all den
Jahren als Diabetes-Patient besitze, Und da es bei meiner "Ernährung
noch Reserven" gibt, hoffe ich, mit der "LOGI-Kost" noch recht lange
"ohne Insulin" auskommen zu können.
Avatar #746965
Leppid
am Dienstag, 13. August 2019, 10:18

Zuckerkrank = krank durch Zucker!

Noch nie habe ich verstanden, aus welchen Gründen man Patienten mit Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels mit Stärke und Zucker mästet. Die Vernunft setzt sich endlich durch.
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 13. August 2019, 00:14

Kommt mir bekannt vor!

Aus dem DMP DM2 bin ich seinerzeit als Hausarzt ausgeschieden, weil mir die Vorgaben widersinnig erschienen. Ich wollte gegen die damaligen Leitlinien möglichst keine SH oder Insuline verwenden und setzte lieber auf Metformin - zu Beginn des DMP völlig verpönt...
Und die BE-Rechnerei war ebenfalls ein Graus - damals hieß es noch: Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt mit 50%+ KH-Anteil...
Heute habe ich auch das Gefühl, dass die Logik sich endlich durchsetzt...
Avatar #1976
barabasch-riedel
am Montag, 12. August 2019, 21:47

Das Problem mit der Logik

Da braucht es also 30 Jahre, bis die Logik zum Zuge kommt !!! Seit meiner Anerkennung als Diabetologe verfahre ich - diese "unendlich" lange Jahre also schon - entgegen aller "Wissenschaft" nach der Regel dieser nunmehr als "Wissenschaftlich" anerkannten Lehre, die mir bis dato als ""leere" ( = ohne Evidenz) immer wieder allerorten angekreidet wurde. Ich habe aber auf diesem (langen) Weg gelernt, mich immer mehr auf die Logik meiner Logik zu verlassen - und werd' das weiter tun . . .
R.B.
LNS