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Medizin

Viele Diabetiker müssen in den USA beim Insulin sparen

Dienstag, 4. Dezember 2018

Insulinpen /dpa
In Deutschland zahlen Diabetiker weniger als 100 US-Dollar im Jahr für ihre Medikamente aus eigener Tasche, in den USA sind es mehr als 1.000 US-Dollar. /dpa

New Haven/Connecticut – Jeder 4. Diabetiker gab in einer Umfrage an einer US-Klinik an, hin und wieder die Insulindosis zu senken, um Kosten zu sparen. Die Daten von fast 200 Diabetikern sind in JAMA Internal Medicine erschienen (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.5008).

Die Kosten für Insulin haben sich in den USA im letzten Jahrzehnt mehr als verdreifacht. Die monatliche Dosis für einen Patienten mit Typ 1-Diabetes beläuft sich mittlerweile auf mehr als 1.000 US-Dollar. Viele nicht- oder unterversicherten Patienten reagieren auf den Preisanstieg, indem sie einzelne Injektionen auslassen oder die Dosis senken.

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Dieses „skimping“ ist offenbar weit verbreitet, wie eine Studie von Kasia Lipska von der Yale School of Medicine in New Haven/Connecticut zeigt. Von 199 Diabetikern (Typ 1 und Typ 2) des dortigen Behandlungszentrums gaben 51 (26 %) an, dass sie gelegentlich weniger Insulin injizieren als verordnet, die Dosis strecken, kleinere Insulindosen als vorgeschrieben applizieren oder ein Rezept nicht einlösen. Die Folge war eine 3-fach höhere Rate von Patienten mit einer schlechten Blutzuckereinstellung (Odds Ratio 2,96; 95-%-Konfidenzintervall 1,14-8,16).

Betroffen sind keineswegs nur Patienten mit Typ 2-Diabetes, die notfalls auf orale Antidiabetika ausweichen könnten (die aber ebenfalls nicht billig sind). Auch Menschen mit Typ 1-Diabetes sparen beim Insulin – was tödliche Folgen haben kann.

Elisabeth Rosenthal von Kaiser Health News in Washington berichtet von dem Fall eines nicht ausreichend versicherten Restaurant-Managers, der wenige Tage vor der Lohnzahlung an einer diabetischen Ketoazidose starb. In einem anderen Fall war ein Student wegen Gewichtsverlust und Müdigkeit ausgefallen, weil ihm das Geld für die Insulintherapie fehlte. Viele Diabetiker in den USA würden sich laut Rosenthal mittlerweile wünschen, in Deutschland zu leben, wo sie weniger als 100 US-Dollar im Jahr für ihre Medikamente aus eigener Tasche zahlen müssten. © rme/aerzteblatt.de

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