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Politik

Neues Pilotprojekt für digitale AU-Bescheinigungen in Bayern

Dienstag, 3. September 2019

/sebra, stockadobecom

München – Ein neues Pilotprojekt für digitale Arbeitsunfähigkeits-(AU)-Bescheinigungen haben die AOK Bayern und das südbayerische Arztnetz „Patient-Partner“ gestartet. Ab sofort erfassen die Arztpraxen des Netzes die AU-Bescheinigungen für ihre Patienten digital und leiten diese direkt an die Krankenkasse weiter. Für Arbeitnehmer entfällt somit der Versand ihrer Krankmeldung an die Krankenkasse.

In dem Pilotprojekt profitieren rund 23.000 AOK-versicherte Patienten in etwa 130 Arzt­praxen von dem neuen Angebot. Bislang haben die Ärzte des Netzes jährlich mehr als 10.000 AU-Bescheinigungen ausgestellt.

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Bereits heute können die rund 2,6 Millionen erwerbstätigen AOK-Versicherten in Bayern ihre Krankschreibung auch selbst digital an ihre Krankenkasse senden. Allerdings müssen sie dafür zuvor ihre Krankmeldung fotografieren und können sie dann über ein Onlineportal der AOK der Kasse übermitteln.

„Die digitale AU-Bescheinigung verringert den bürokra­tischen Aufwand erheblich. Zudem schont sie auch die Umwelt, weil sich der Papier­ver­brauch spürbar reduziert“, sagte Peter Krase, Ressortdirektor bei der AOK Bayern. Es gebe höchstmögliche Sicherheitsstandards, die eine datenschutzkonforme verschlüsselte Verbindung garantieren sollten.

Entsprechende Pilotprojekte der Techniker Krankenkasse (TK) und der Barmer in anderen Regionen werden nach ersten Auswertungen von den Versicherten sehr gut angenomm­en: Demnach ist Anfang Juli dieses Jahres die hunderttausendste elektronische Krank­schrei­bung bei der TK ein­ge­gangen. Bei der Barmer nutzten den Angaben zufolge allein im Juni 1.500 Versi­cher­te diese Option – Tendenz steigend.

Ab 2021 soll die digital übermittelte Krankschreibung flächendeckend eingeführt sein. Ziel müsse es sein, auf die AU-Bescheinigung aus Papier vollkommen zu verzichten und auch die Übermittlung an die Arbeitgeber oder die Arbeitsagenturen einzubeziehen, sagte Schleswig-Holsteins Barmer-Landesgeschäftsführer Bernd Hillebrandt im Juli. Die Politik müsse dafür aber zunächst zwingend die rechtlichen Voraussetzungen sowohl für das Meldeverfahren als auch im Arbeitsrecht schaffen. © hil/aerzteblatt.de

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Rechteretter
am Freitag, 6. September 2019, 13:16

papierablösende Digitalisierung ist immer gut - aber Fragen bleiben

Es wird höchste Zeit bessere Wege als die mit Papier zu gehen, aber nicht nur dass es dieses Thema seit Jahren gibt, scheinen manche Fragen nicht beachtet worden zu sein:
1. Wo bleibt die eigentändige Entscheidung des Patienten? Vielleicht möchte der Patient die Weiterleitung nicht direkt oder erst am nächsten Morgen entscheiden, ob er zu Hause bleibt? Interessanterweise gibt es eine Studie des ITSG zur eAU, wo genau das einer der Punkte war?
2. Seit wann reicht das Bild eines vereinbarten Vordruckes für (arbeits- und sozialrechtliche) Handlungen aus? Wie wird beim Versenden per Smartphone z.B. die Unveränderlichkeit der Inhalte sichergestellt? Wieso sind elektronische Dokumente laut Aufsichtsbehörden der Krankenkassen (mit Signatur?) ok, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung jedoch ausdrücklich dort ausgenommen worden?
3. Seit wann ist denn ein Smartphone geeignet, um mit sensibelsten Sozialdaten umzugehen? Was im Bildspeicher ist, kann bald überall sein?
4. Wieso bieten die Krankenkassen nicht sichere Verfahren an bzw. unterstützen diese sogar noch, anstelle für Aufklärung bzw. den Schutz Ihrer Versicherten zu sorgen?

Fragen über Fragen. Antworten werden gern genommen....
LNS