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Krankenkassen wollen Nutzen digitaler Technik in der Pflege genau prüfen

Mittwoch, 11. September 2019

/dpa

Berlin – Technisierung und Digitalisierung sind in aller Munde – ob beim selbstfahren­den Auto, beim E-Learning oder in der Medizin. In der Pflege hält die Digitalisierung aber nur zögerlich Einzug, wie Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes heute in Berlin sagte. Dabei gebe es auch in der Pflege – jenseits von Pflegerobotern – zahlreiche Möglichkei­ten, das Leben von Patienten zu erleichtern und den Pflegeprozess besser zu organisie­ren.

Beispiele seien Sensoren in Fußmatten, die Stürze registieren; Notrufsysteme, GPS-Sen­der für Demenzkranke, Videospiele für das Bewgungstraining oder digitale Lern- und Ge­dächtnisspiele. Menschen, die ihr Haus oder ihr Pflegeheim nicht mehr verlassen können, können mit Computer und Webcam ausgestattet werden und per Skype Kontakt zu Ange­hörigen und Freunden halten. Angehörige und Pflegekräfte könnten so entlastet werden.

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Kiefer räumt ein, dass der Druck auf Kranken- und Pflegekassen erheblich ist, digitale Technik in der ambulanten und stationären Pflege einzuführen – und damit auch zu finan­zieren. Dafür sorgen nicht zuletzt der Mangel an Pflegekräften, die wachsende Zahl an Pflegebedürftigen und die dadurch bedingte Arbeitsverdichtung.

„Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nicht liegen lassen, sondern schnell in die Versorgung integrieren“, versichert er. Doch zunächst müssten Nutzen und Datensicher­heit belegt und Kosten abgewogen werden. „Nicht alles, was angeboten wird und tech­nisch funktioniert, kann man in die Versorgung lassen“, warnte Kiefer. Bislang sei etwa wenig bekannt darüber, wie moderne Technologien von Pflegebedürfti­gen genutzt wer­den und welche Potenziale oder Risiken damit verbunden seien.

Der GKV-Spitzenverband hat deshalb eigens einen Forschungsschwerpunkt eingerichtet, der die Digitialisierung im Gesundheitswesen begleiten und günstige Rahmenbedingun­gen für den Einsatz digitaler Technik entwickeln soll. Heute stellte das Institut für Inno­vation und Technik (iit) in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme von Assistenz­tech­nologien für die Pflege vor.

Das Ergebnis: Viele der auch in den Medien präsentierten und hoch gelobten Hilfsmittel sind noch gar nicht markttauglich, sondern erst in der Erprobungsphase. Zudem fehlt es nach Angaben der Studienleiterinnen Maxie Lutze und Gina Glock an systematischer Forschung und gesicherten Aussagen zum Nutzen vieler solcher Assistenztechnologien. © kna/aerzteblatt.de

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