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Politik

TK und Hausärzteverband schließen bundesweiten Hausarztvertrag ab

Mittwoch, 8. Januar 2020

/dpa

Berlin –Die Techniker Krankenkasse (TK) und der Deutsche Hausärzteverband haben einen neuen Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) mit einem Schwerpunkt auf digitale Versorgungselemente geschlossen. Wie beide Verbände mitteilten, gelte der Vertrag zwischen der Kasse und den Landesverbänden des Deutschen Hausärztever­ban­des ab dem 1. Januar dieses Jahres in 13 der 17 KV-Regionen für teilnehmende Ärzte und einge­schriebene TK-Versicherte.

Einen Schwerpunkt haben die Vertragspartner nach eigener Aussage auf die Arztentlas­tung durch digitale Innovationen gelegt: Dafür sollen teilnehmende Hausärzte einen In­nova­tionszuschlag erhalten, wenn ihre Praxis mindestens drei von sechs digitalen Ange­bote und entsprechende Infrastruktur vorhält. Dazu zählt der Anschluss an die Telematik­infrastruktur, die Online-Terminbuchung, Videosprechstunden sowie die Nutzung des eHeilberufe­ausweises und die Dienste zur digitalen Arztvernetzung wie beispielsweise KV-Connect oder des HzV-online-Keys.

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Innovationszuschlag für digitale Anwendungen

„Der HzV-Vertrag unterstützt Hausärztinnen und Hausärzte dabei, sich an die Telematik­infrastruktur anzuschließen und fördert dadurch die digitale, standardisierte Vernetzung im Gesundheitswesen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Auch für digitale Delegationsleistungen, die durch Praxismitarbeiterinnen und –mitarbieter mit einer Fortbildung zur VERAH übernommen werden, soll es zusätzliche Vergütungen geben: Der Vertrag sieht eine Pauschale vor, wenn die eine ausgebildete VERAH Hausbesuche übernimmt und dabei Messwerte in die Praxis direkt überträgt oder den Arzt oder Ärztin per Video zum Patientengespräch zuschaltet.

Dafür wird ein entsprechender Rucksack eingesetzt, der ein Elektrokardiogramm, ein Pulsoximeter, ein Blutzuckermessgerät, ein Spirometer, ein Blutdruckmessgerät sowie ein Tablet-PC für die Videoübertragung enthält. Teilweise wird die Anschaffung eines solchen Rucksackes mit dem technischen Gerät auch von Landesministerien gefördert, erklärte der Deutsche Hausärzteverband.

Auch für zwei Patientengruppen gibt es Sondervereinbarungen im Vertrag: So können bei Menschen mit Depressionen die Software des Anbieters Arriba eingesetzt werden. Mit dem Programm, welches das Arzt-Patienten-Gespräch unterstützt, kann eine gemeinsame Entscheidung zwischen Arzt und Patient über die weiteren Therapieschritte gefunden werden.

Chronisch Kranke besser unterstützen

Ebenso sieht der Vertrag weitere „besondere Betreuungsleistungen“ für die Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen vor. „Wird ein entsprechender Mehraufwand bei chronisch Erkrankten geleistet, erhalten Hausärzte eine Pauschale – unabhängig von einer gestellten ICD-Diagnose“, hieß es. Besonders dieser Teil des Vertrages sei mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS, früher Bundesversicherungsamt) abgestimmt und halte bereits vor Verabschiedung des Faire-Kassenwettbewerbsgesetz die dort vorgesehenen Regelungen zur Kodierung bei Selektivverträgen ein.

„Der Vertrag wird die Versorgung durch Hausärzte weiter stärken. Die Einigung zeigt, wie viel Kassen und Ärzte zusammen im Sinne der Patienten bewegen können, wenn der gemeinsame Wille da ist“, erklärte Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. Für den Deutschen Hausärzteverband ist der Vertrag ein Schritt zur weiteren Sicherung der Hausärztlichen Versorgung. „Denn die HzV kann es nur von und mit Hausärztinnen und Hausärzten geben. Daher muss auch die Digitalisierung im hausärztlichen Umfeld mit unserer Einbindung erfolgen und von Hausärztinnen und Hausärzten aktiv mitgestaltet werden“, erklärte Ulrich Weigelt, Vorsitzender des Hausärzteverbandes.

Beide Vertragspartner betonen, dass durch die „selektiv und ohne hohen Aufwand gestalteten Vertragsinhalte“ es möglich ist, die HzV als freiwilliges Primärarztsystem zu sichern und „sie mit dem Ziel einer verbesserten Patientenversorgung auch innovativ und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.“ Laut TK und Hausärzteverband gilt der Vertrag seit Anfang des Jahres für teilnehmende Hausärzte und eingeschriebene TK-Versicherte in den KV-Regionen Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Westfalen-Lippe. Brandenburg folgt im Juli 2020. © bee/aerzteblatt.de

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Avatar #752363
psychbrwg
am Mittwoch, 8. Januar 2020, 21:05

Datensicherheit

Eigentlich bei der vorhandenen nicht gegebenen Sicherheit der Daten schon fast eine Unverschämtheit.
Hoffe, es finden sich nur wenige zum Mitmachen.
LNS