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Früherkennung: Berater setzen auf künstliche Intelligenz

Dienstag, 25. Juli 2017

/Myst, stock.adobe.com

Berlin – Ein „großflächiger Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI)“ könnte der Wirt­schaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zufolge in den Gesundheitssystemen in Europa Einsparungen in dreistellliger Milliardenhöhe generieren – und zwar bereits in den kommenden zehn Jahren. Die KI könnte in der Medizin helfen, schwere Krank­heiten wesentlich früher zu erkennen und „Millionen von Menschen besser zu thera­pieren“, hieß es aus dem Unternehmen.

Allerdings sei der Weg dorthin schwierig. „Denn künstliche Intelligenz funktioniert nur auf Basis riesiger Datenbestände – und die müssen zunächst konsequent aufgebaut werden“, sagte Michael Burkhart, Partner und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC. Die PwC-Studie konzentrierte sich auf drei Krankheitsbilder: Fett­leibig­keit bei Kindern, Demenz und Brustkrebs.

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Adipositas: Klinische Studien zeigen laut PwC, dass sich mithilfe von KI womöglich schon aus den Gesundheitsdaten von Zweijährigen ablesen lasse, welche Kinder einem besonders hohen Risiko ausgesetzt seien, später an Übergewicht zu leiden. „Diese Erkenntnisse könnten es Ärzten und Eltern ermöglichen, das Problem sehr viel früher anzugehen als das heute der Fall ist“, so Burkhart. Die PwC-Studie kommt zu dem Schluss, dass sich dank künstlicher Intelligenz die Gesundheitskosten für Übergewicht um grob geschätzt 90 Milliarden Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre senken lassen.

Demenz: Bislang würden die meisten Demenzfälle frühestens diagnostiziert, wenn Menschen bei sich selber oder ihre Umfeld kognitive Veränderungen feststellten. „Dank künstlicher Intelligenz, das zeigen erste Forschungsergebnisse, dürften deutlich frühe­re Diagnosen möglich werden – und zwar häufig schon auf Basis regulärer Vorsorge­untersuchungen“, hieß es aus dem Beratungsunternehmen.

„Das bedeutet noch nicht, dass damit automatisch auch bessere Therapiechancen entstehen. Allerdings könnten frühzeitige Diagnosen dazu beitragen, die Lebens­qualität der Betroffenen signifikant zu verbessern“, so Burkhart. Einsparpotenzial: europaweit geschätzte acht Milliarden Euro.

Brustkrebs: Hier soll die KI unter anderen dabei helfen, Mammografien schneller aus­zuwerten und Fehlerraten zu minimieren. Auch bei der Therapieplanung könne sie Ärzte unterstützen. „So könnten über die nächsten zehn Jahre kumuliert schätzungs­weise 74 Milliarden Euro eingespart werden“, meint PwC.

Die Ökonomen geben allerdings zu, dass KI kein Allheilmittel sein kann: „Selbst wenn alle technischen, finanziellen und rechtlichen Hürden genommen werden, bleibt noch die psychologische Komponente. Künstliche Intelligenz wird teilweise zu völlig neuen Therapieverfahren führen – die Frage ist, ob die Menschen bereit sind, sich darauf einzulassen“, so Burkhart. © hil/aerzteblatt.de

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