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Politik

Elektronische Visite mit Pflegeheimbewohnern bewährt sich in der Praxis

Mittwoch, 14. Februar 2018

Eine Pflegerin legt der Bewohnerin einer Seniorenresidenz im Rahmen einer elektronischen Visite ein EKG-Gerät an, dass die Daten an einen Tablet-Computer und von dort aus zum Arzt überträgt. /dpa

Bochum – Die elektronische Visite von Bewohnern von Pflegeheimen bewährt sich für Bewohner, Ärzte und Pflegepersonal. Dieses positives Zwischenfazit des Modellprojekt „Elektronische Visite“ zieht das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin. Es evaluiert das Projekt als herstellerunabhängiges Kompetenzzentrum.

Hinter dem Modellprojekt „Elektronische Visite“ stehen das Ärztenetz „Medizin und Mehr“, dem die teilnehmenden Ärzte angehören, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die das Projekt extrabudgetär finanziert, sowie die La-Well Systems GmbH als Entwickler der Software namens „elektronische Visite“ (elVi).

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1.000 Sprechstunde

Im Rahmen des Projektes kommunizieren seit Mai 2016 neun Pflegeheime und elf Arztpraxen. Kürzlich fand die 1.000 Sprechstunde statt. Laut der Begleitevaluation dauert eine elVi-Videosprechstunde durchschnittlich 5,15 Minuten. Die telemedizinische Begutachtung ergänzt den regulären Arztbesuch laut den Projektbeteiligten „optimal“. In mehr als acht von zehn Fällen (83,2 Prozent) genüge diese sogar. Bei 16,8 Prozent aller Visiten ergebe sich hingegen der Bedarf einer näheren ärztlichen Untersuchung.

Laut ZTG schätzen Bewohner der Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, unkompliziert einen Haus- oder Facharzt zu erreichen. Belastende Fahrten in die Praxis könnten häufig entfallen, was auch die Pflegekräfte entlaste. Die Vorteile für Ärzte liegen laut der Auswertung vor allem im Wegfall zahlreicher Hausbesuche.

„Insgesamt konnten im Rahmen des Projektes mehrere Krankenhauseinlieferungen verhindert sowie unzählige überflüssige Fahrtwege und Arbeitsstunden auf ärztlicher wie pflegerischer Seite eingespart werden“, berichtet das ZTG. Die frei gewordene Zeit ermögliche eine engere Betreuung, welche sich wiederum positiv auf die Behandlungsqualität auswirke. „Damit ist die Videosprechstunde im pflegerischen Kontext ein echtes Zukunftsmodell“, so das Fazit der Beteiligten.

elVi ist eine telemedizinische Kommunikationsanwendung, die von der La-Well Systems GmbH aus Bünde entwickelt wird. Seit 2014 wurde die elVi in zahlreichen Modellprojekten eingesetzt und weiterentwickelt. 2017 erreichte die elVi als erste Videosprechstunde die Zulassung für die Regelversorgung. © hil/aerzteblatt.de

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