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Apps auf Rezept setzen sich nur langsam durch

Freitag, 28. Mai 2021

/sdecoret, stock.adobe.com

München – Seit gut einem halben Jahr können Ärzte Apps auf Rezept verschreiben. Doch digitale und ärztliche Versorgung finden nur langsam zusammen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befra­gung des Marktforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der SBK.

Demnach haben bislang erst zwei Prozent der Menschen eine App auf Rezept erhalten, nur acht Prozent wurden durch einen Arzt über die Möglichkeit zur Nutzung einer Digitalen Gesundheitsanwendung (kurz DiGA) aufgeklärt.

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Insgesamt nutzen 16 Prozent der Befragten Gesundheits-Apps oder Onlineangebote zum besseren Ma­nagement ihrer Krankheit oder zum Erhalt ihrer Gesundheit. Die meisten, die auf eine Gesundheits­unte­rstützung durch eine App zurückgreifen, tun dies demnach also wohl ohne ärztliches Rezept.

Wer Onlinetherapien (DiGAs oder andere Onlineangebote) nutzt, sieht in der Regel darin für sich einen Mehrwert: 70 Prozent der Nutzer empfinden laut YouGov-Umfrage ihre gesundheitsbezogene App als einen großen oder sehr großen Nutzen.

Die internen Zahlen der SBK bestätigen die verhaltene Nachfrage nach DiGAs, zeigen allerdings auch einen stetigen Aufwärtstrend: Bis Ende April 2021 wurden den über eine Million SBK-Mitgliedern ins­gesamt 349 DiGAs genehmigt. Ein Viertel davon wurde direkt von der SBK und ohne ärztliche Verord­nung genehmigt.

„Diese Zahlen zeigen, dass die App auf Rezept in der ärztlichen Versorgung bisher eine untergeordnete Rolle spielt“, sagt Christina Bernards, SBK-Fachexpertin für innovative Präventions- und Versorgungs­angebote.

Vor diesem Hintergrund forderte Bernards ein besseres Zusammenspiel zwischen digitaler und analoger Versorgung. „Es muss nicht nur schnellstmöglich wissenschaftlich beantwortet werden, ob die DiGAs den Patienten einen echten Vorteil bieten, sondern auch die Frage, wo ärztliche Unterstützung notwendig ist bzw. wie gut die einzelnen Apps vielleicht auch ohne ärztliche Unterstützung helfen“, so die Expertin.

Zudem gelte es zu verhindern, dass aufgrund der mangelnden Vernetzung digitaler und analoger Ge­sund­heitsangebote ein digitaler Sektor entstehe. „Und zwar mit all den Nachteilen, die wir bisher schon an den Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und Pflege sehen, wie zum Beispiel mangelnde Transparenz und fehlender Austausch von Daten“, warnt Bernards. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #752646
Tertnick
am Sonntag, 30. Mai 2021, 14:51

Apps auf Rezept sind teuer und (meist noch) ohne Evidenz

Ich bin seit >20Jahren niedergelassen. Ich habe ein Budget für meine Medikamente und für alles mögliche. Ich habe stest die engen Fesseln der Budgets gespürt. Ich will auf keinen Fall in ein paar Jahren in einen Regress laufen. Zumal die meisten DiGAs ohne Evidenz sind. Also verordne ich keine DiGAs. Gerne sollen die KrankenKassen (mitarbeiter) diese verordnen und die Verantwortung dafür übernehemen.
Ich finde es geradezu SKANDALÖS wie hier mit Versichertengeldern umgegangen wird (zum persönlichen Wohl eines Bundesministers)
LNS

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