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Medizin

E-Zigaretten: Wie gefährlich sind Liquids für Kleinkinder?

Dienstag, 24. April 2018

/Ulf, stock.adobe.com

Columbus/Ohio – Die hochkonzentrierten Nikotinkartuschen, mit denen E-Zigaretten betankt werden, können zu einer lebensgefährlichen Gefahr werden, wenn sie in die Hände von kleinen Kindern gelangen, was offenbar nicht ungewöhnlich ist. Laut einem Bericht in Pediatrics (2018; doi: 10.1542/peds.2017-3361) gingen in den USA in den letzten fünf Jahren bei den Giftnotrufzentralen mehr als 8.000 Anrufe zu einer versehent­lichen Exposition von Kindern mit den Liquids ein. 

Nikotin ist in hoher Dosis tödlich. Die letale Nikotindosis für den Menschen wird bei oraler Aufnahme auf 6,5 bis 13 mg pro Kilogramm Körpergewicht geschätzt. Die Kartusche mit einem starken „Liquid“ enthält 180 mg Nikotin (18 mg/ml bei 10 ml). Ein neugieriges Kleinkind, das eine oder mehrere Kartuschen oral aufnimmt, schwebt deshalb in Lebensgefahr. 

In den letzten Jahren wurden mehrere Todesfälle in der medizinischen Literatur beschrieben. Die meisten Vergiftungen scheinen jedoch glimpflich auszugehen, wie eine Analyse von Gary Smith vom Nationwide Children's Hospital in Columbus/Ohio zeigt. Zwischen Januar 2012 und April 2017 haben die US-Giftnotrufzentralen 8.269 Anrufe wegen einer Exposition von Kindern im Alter unter 6 Jahren erhalten. Die meisten waren unter 3 Jahren alt (84 %) und in der Regel hatten sie das Liquid oral (93 %) aufgenommen.

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Etwa ein Drittel der Kinder wurde medizinisch behandelt, nur 1,4 % wurden stationär aufgenommen. Wie Smith recherchieren konnte, waren schwere Vergiftungs­erschei­nun­gen relativ selten, aber möglich: 4 Kinder fielen in ein Koma, 4 erlitten Krampf­anfälle, 3 einen Atemstillstand und 1 einen Herzstillstand. Ein Kind im Alter von 1 Jahr starb an den Folgen der Vergiftung. 

Auch wenn die Zahl der schweren Vergiftungen gering ist, verlangen mehrere US-Bundesstaaten inzwischen Warnhinweise auf den Liquids. Seither ist die Zahl der Anrufe bei den Giftnotrufzentralen um 20 Prozent zurückgegangen. © rme/aerzteblatt.de

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