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Nutri-Score erleichtert Verbrauchern in Studie, die Nährwertqualität zu bewerten

Donnerstag, 8. August 2019

Orangensaft mit Nutri-Score. /picture alliance
Der Nutri-Score bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlens­werte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot. Das Modell des Max-Rubner-Instituts nutzt den gleichen Algorithmus, zeigt das Ergebnis aber in Sternen statt farbigen Buchstaben. /picture alliance

Paris – Obwohl in Europa derzeit Diskussionen über die Nährwertkennzeichnung laufen, haben nur wenige Studien die Wirksamkeit von Front-of-Pack-Etiketten (FoPLs) in europäischen Ländern verglichen. Eine Studie in Nutrients hat jetzt bei mehr als 1.000 Niederländern fünf FoPLs in Bezug auf die Wahrnehmung und das Verständnis der Etiketten und Lebensmittelwahl getestet (2019; doi: 10.3390/nu11081817). Am besten schnitt hierbei der Nutri-Score ab, der bereits von einigen Ländern empfohlen wird.

In der Studie stand eine ähnliche Auswahl an Nährwertkennzeichnungsmodellen (NWK) zur Auswahl, wie sie auch in Deutschland derzeit vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in einer Verbraucherumfrage getestet wird (siehe Kasten). In der Studie haben die Forscher das Health Star Rating (HSR) System, Multiple Traffic Lights (MTL), Nutri-Score, Reference Intakes (RIs) und Warnsymbole verglichen.

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Im Jahr 2019 wurden 1.032 niederländische Verbraucher gebeten, ein Produkt aus einem Satz von drei Lebensmitteln mit unterschiedlichen Nährwertprofilen auszuwählen und die Produkte innerhalb der Sets nach ihrer Nährwertqualität zu sortieren. Diese Aufgaben wurden zunächst ohne Label und anschließend mit einem der fünf FoPLs auf dem Paket durchgeführt. Schließlich wurden die Teilnehmer zu ihren Wahrnehmungen über die NWK befragt. Während bei der Auswahl von Lebensmitteln kein signifikanter Unterschied zwischen den Labels festgestellt wurde, gelang es den Verbrauchern mit dem Nutri-Score am besten, die Produkte bezüglich ihrer Nährstoffqualität zu bewerten.

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) hatte mit den Koalitionsfraktionen, dem Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft und der Verbraucherzentrale Bundesverband vier Modelle für die Umfrage ausgewählt: Keyhole-System, Nutri-Score, System der Lebensmittelwirtschaft und des Max-Rubner-Instituts (vergleichbar mit HSR).

Welche NWK sich die deutschen Verbraucher wünschen, untersucht das Markt- und Meinungsforschungsinstitut der INFO GmbH im Auftrag des BMEL derzeit in rund zweistündigen moderierten Fokusgruppen. Hier werden die Teilnehmer die vier zur Wahl stehenden Modelle hinsichtlich ihrer Wahrnehmung, Verständlichkeit sowie hinsichtlich des Verbraucherverständnisses diskutieren. Aufbauend auf den Ergebnissen der Diskussionen in den Fokusgruppen wird im August und Anfang September 2019 eine quantitative Analyse stattfinden.

Verbraucherbefragung zu Nährwert-Logos gestartet

Berlin – In der Debatte um klarere Kennzeichnungen für Zucker, Fett und Salz in vielen Lebensmitteln sollen nun die Verbraucher entscheiden. Das Bundesernährungsministerium hat eine Befragung gestartet, um schließlich über das geplante Nährwert-Logo zu entscheiden. Im Juli und August würden 1.600 Teilnehmer zur Wahrnehmung und Verständlichkeit verschiedener Modelle in einer vom

Forsa-Umfrage erscheint noch vor BMEL-Befragung

Das Ergebnis der INFO GmbH wollten die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Verbraucherorganisation foodwatch, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sowie fünf weitere medizinisch-wissenschaftlichen Organisationen aber nicht abwarten. Wie viele andere Länder und auch einige Lebensmittelhersteller haben sie sich bereits mehrfach für den Nutri-Score ausgesprochen.

Ob das favorisierte französische Modell in Ampelfarben oder aber das einfarbige System des Max-Rubner-Instituts (das dem HSR stark ähnelt) die Auswahl gesunder Lebensmittel eher erleichtert wurde vom forsa-Institut untersucht. Die von den Organisationen in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage unter 1.000 Verbrauchern wird kommende Woche Mittwoch in Berlin vorgestellt. Eventuell würden dann im September zwei repräsentative Verbraucherumfragen (vom forsa-Institut und der INFO GmbH) mit gegensätzlichen Ergebnissen vorliegen. © gie/aerzteblatt.de

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