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Kalorienangaben auf Fast Food langfristig wenig wirkungsvoll

Dienstag, 5. November 2019

/Brent Hofacker, stock.adobe.com

Boston – Es bringt offenbar mittel- bis langfristig nur wenig, wenn die Gerichte und Ge­tränke in Fast-Food-Restaurants mit Angaben zum Kaloriengehalt der einzelnen Gerichte versehen werden. Das berichten Wissenschaftler des Departments of Epidemiology der Harvard School of Public Health im British Medical Journal (doi 10.1136/bmj.l5837).

Seit Mai 2018 müssen Restaurantketten in den USA die Kalorien ihrer Gerichte angeben, um den Verbrauchern zu helfen, gesündere Entscheidungen zu treffen und die Hersteller zu bewegen, Gerichte neu konzipieren. Ein Team von US-Forschern untersuchte die Aus­wir­kungen der Kalorienkennzeichnung auf die Verbraucherentscheidungen in einer Res­tau­rantkette im Süden der USA, wo die Adipo­sitas­raten zu den höchsten im Land gehö­ren.

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Im Vorfeld der neuen Regelung lieferte das Unternehmen wöchentliche Verkaufsdaten von 104 Restaurants von April 2015 bis April 2017 ohne Kennzeichnung der Kalorien und von April 2017 bis April 2018 mit Kalorienkennzeichnung. Bereinigt um den Basistrend, die Saison und die Feiertage, war die Kalorienkennzeichnung mit einem sofortigen Rück­gang von 60 Kalorien pro Transaktion oder 4 % der insgesamt gekauften Kalorien verbun­den.

Auf diesen anfänglichen Rückgang folgte jedoch ein leichter wöchentlicher Anstieg der Kalorien pro Transaktion im Laufe des nächsten Jahres, sodass die 60-Kalorien-Reduktion bis zum Ende der Studie auf nur 23 weniger Kalorien für jeden getätigten Kauf gesunken war. Die Forscher folgern, dass die Kalorienkennzeichnung allein „vielleicht nicht aus­reicht, um die Kalorienzufuhr in Fast-Food-Restaurants nachhaltig zu reduzieren“.

„Bevor Schlussfolgerungen über die Gesamtwirksamkeit der Kalorienkennzeichnung als Ernährungspolitik gezogen werden, sollten zukünftige Forschungsarbeiten durchgeführt werden, um die Auswirkungen der Kennzeichnung über einen längeren Zeitraum abzu­schätzen, insbesondere wenn die Restaurants genügend Zeit hatten, ihre Speisekarten neu zu formulieren“, schließen sie.

In einem Editorial zum Thema argumentieren Forscher von der University of Oxford je­doch, dass auch kleine Änderungen der Kalorienzufuhr auf Bevölkerungsebene bedeu­ten­de Auswirkungen haben können. Daher fordern sie einen „facettenreichen, übergreifen­den Ansatz“ zur Bekämpfung von Fettleibigkeit, bei dem die Kalorien- und Nährwert­kenn­­zeichnung auf Restaurantmenüs eine Rolle spielen sollte. © hil/aerzteblatt.de

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