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Zahl staatlicher Lebensmittel­warnungen vor Rekordhoch

Montag, 9. Dezember 2019

/dpa

Berlin – Die Zahl der staatlichen Warnungen vor verunreinigten Lebensmitteln hat im laufenden Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Dies geht aus einer Aufstellung des Bun­desamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten.

Demnach gab es in diesem Jahr bis Ende November 183 Warnungen – und damit fast ge­nausoviele wie im Gesamtjahr 2018 (186 Fälle). 2017 sind 161 Lebensmittel beanstandet worden, 2015 waren es 100 Produkte.

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Die meis­ten Warnungen gab es im laufenden Jahr mit 51 Fällen wegen Fleisch, Wild, Ge­flügel und Wurst. Danach folgen in der Statistik des BVL 27 Warnungen vor Milch und Milchprodukten. In Getreide und Backwaren kam es in diesem Jahr zu 17 Auffälligkeiten, bei Knabberwaren und Fischen gab es jeweils zehn Meldungen.

Die meisten Lebensmittel wurden 2019 wegen mikrobiologischer Verunreinigungen be­an­standet (65 Fälle). In der Regel handelt es sich um Keime, Bakterien oder Pilze, die Krankheiten auslösen können. Erst am vergangenen Freitag hatte der Lahn-Dill-Kreis in Wetzlar mitgeteilt, dass in einem Schlachtbetrieb in Dillenburg Listerien entdeckt worden waren.

Die Keime seien bereits am 27. November in dem Betrieb im Stadtteil Manderbach gefun­den worden, hieß es. Der Inhaber habe den Betrieb daraufhin gereinigt und desinfiziert. Es seien Proben genommen worden. Bis die Ergebnisse vorlägen, dürfe dort nicht ge­schlachtet oder Fleisch zerlegt werden.

Listerien waren vor einiger Zeit auch in fertigen und verkauften Waren des nordhessi­schen Fleischherstellers Wilke gefunden worden, das hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können Listerien lebensgefähr­lich sein. 37 Krankheitsfälle, darunter drei Todesfälle, werden mit Wilke in Verbindung gebracht.

Die zweitgrößten Auslöser für Beanstandungen waren nach Angaben der Behörde Fremd­körper. In 60 Fällen wurden in diesem Jahr unter anderem Glas, Metall oder Plastikteile in Produkten gefunden.

Jedes Jahr werden bundesweit mehr als 500.000 Betriebe der rund 1,2 Millionen regis­trier­ten Unternehmen der Lebensmittelbranche durch Behörden überprüft. Verantwortlich dafür sind die Länder, die ihre Kontrolleure in die Betriebe schicken.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht bei der Lebensmittelkontrolle dringenden Verbesserungsbedarf. „Nach jedem neuen Lebensmittelskandal reden wir über die glei­chen alten Probleme – aber die Politik packt die entscheidenden Schwachstellen im Le­bensmittelrecht nicht an“, sagte Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler den Funke-Zeitun­gen.

Das entscheidende Problem sei, dass die Verbraucher in der Regel nicht erfahren, welche die „Schmuddelbetriebe“ seien und wo alles sauber und in Ordnung sei, kritisierte Wink­ler. Mehr Transparenz über Kontrollergebnisse sei auch im Interesse der vielen ehrlich und sauber arbeitenden Betriebe. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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