ThemenErnährungRisiko für kardiovaskuläre Erkrankungen: Eine Salzreduktion in der Nahrung senkt den Blutdruck, und zwar dosisabhängig
Ernährung

Ernährung

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen: Eine Salzreduktion in der Nahrung senkt den Blutdruck, und zwar dosisabhängig

Gerste, Ronald D.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Degimages/stock.adobe.com
Foto: Degimages/stock.adobe.com

Bluthochdruck ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Natriumaufnahme ist mit erhöhten Blutdruckwerten assoziiert. Die Welt­gesund­heits­organi­sation empfiehlt täglich maximal 2 G Natrium, entsprechend 5 G Kochsalz. Ob es eine mögliche dosisabhängige Relation zwischen einer Reduktion des Salzkonsums und Veränderungen des Blutdrucks gibt, ist in einem systematischen Review mit Metaanalyse untersucht worden. 133 Studien mit insgesamt 12 197 Teilnehmern entsprachen den Einschlusskriterien. Ausgeschlossen waren Schwangere und Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen und Herzinsuffizienz. In mehr als der Hälfte der Studien betrug die Intervention weniger als 14 Tage, in 21 % der Arbeiten wurde die Salzreduktion über bis zu 1 Monat, in 19 % für mehr als 30 Tage und in 5 Studien über mehr als ein halbes Jahr vorgenommen.

Insgesamt wurde mit salzarmer Ernährung eine Verringerung des Natriumgehalts im 24-Stunden-Urin um durchschnittliche 130 mMol (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [115; 145]) bewirkt, der systolische Blutdruck wurde um durchschnittlich 4,26 mmHg [3,62; 4,89], der diastolische Blutdruck um 2,07 mmHg [1,67; 2,48] reduziert. Pro Reduktion des Natriumgehalts im 24-Stunden-Urin um 50 mMol sank der systolische Blutdruck um 1,10 mmHg und der diastolische um 0,33 mmHg. Bei bestimmten Subgruppen gab es eine ausgeprägtere Senkung des systolischen Blutdrucks pro 50 mMol Natriumrestriktion: bei Frauen im Durchschnitt um 1,32 mmHg [0,16; 2,47], bei 55- bis 64-Jährigen um 3,88 mm Hg [2,71; 5,05] und bei über 65-Jährigen um 3,33 mmHg [2,41; 4,24]). In Studien mit längerer Interventionsdauer war die Blutdrucksenkung ausgeprägter als bei einer Salzreduktion für weniger als 15 Tage.

Fazit: „Eine verringerte nutritive Salzzufuhr ist ein wichtiger Aspekt in der nicht medikamentösen Behandlung der arteriellen Hypertonie“, erläutert Prof. Dr. med. Joachim Weil, Direktor des Herz- und Gefäßzentrums der Sana Kliniken Lübeck und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. „Diese Studie bestätigt die Ergebnisse ähnlicher Metaanalysen zu dieser Fragestellung.“ Dr. med. Ronald D. Gerste

Huang L, Trieu K, Yoshilmura S, et al.: Effect of dose and duration of reduction in dietary sodium on blood pressure levels: systematic review and meta-analysis of randomised trials. BMJ 2020; doi: 10.1136/bmj.m315; doi:10.1136/bmj.m513.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Zum Artikel

Coronakrise: Newsletter

Handlungsempfehlungen COVID-19

Handlungsempfehlungen COVID-19
Handlungs­empfeh­lungen für verschie­dene Fach­gebiete

Fachgebiet

Anzeige

Stellenangebote

    Weitere...