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Medizin

Ketogene Diät mögliche aber unsichere Therapieoption bei medikamenten­resistenter Epilepsie

Mittwoch, 16. September 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Liverpool – Bei den meisten Menschen können epileptische Anfälle durch ein oder mehrere Antiepileptika kontrolliert werden. Für Menschen, die weiterhin Anfälle haben, also unter einer medikamentenresistenten Epilepsie leiden, kann laut der Cochrane Epilepsy Group eine sogenannte ketogene Diät in Betracht gezogen werden. Ketogene Diäten sind fettreich und kohlenhydratarm.

Die Wissenschaftler der Gruppe haben in einem neuen Cochrane-Review (DOI: 10.1002/14651858.CD001903.pub5) die Auswirkungen ketogener Diäten auf die Anfallskontrolle, das Lernen und Gedächtnis sowie das Verhalten untersucht.

„Wir untersuchten auch die Nebenwirkungen der Diät und die Anzahl der Personen, die von den Studien zurücktraten, sowie die Gründe dafür“, berichten die Wissenschaftler.

Sie suchten zunächst nach klinischen Studien an Erwachsenen oder Kindern mit Epilepsie, in denen eine ketogene Ernährung mit anderen Behandlungen verglichen wurde. Sie fanden 13 Studien mit insgesamt 932 Teilnehmern. Die Studien dauerten zwischen 2 und 16 Monaten.

Laut der Untersuchung gibt es keine Berichte darüber, dass Erwachsenen nach ketogener Ernährung anfallsfrei wurden, jedoch ist es bei Erwachsenen mit ketogener Ernährung gegenüber den Kontrollgruppen bis zu 5 Mal wahrscheinlicher, dass die Anfallshäufigkeit um 50 % oder mehr reduziert wird.

Kinder, denen ketogene Diäten verabreicht werden, haben laut den Studien eine bis zu 3 Mal höhere Wahrscheinlichkeit, Anfallsfreiheit zu erlangen, und eine bis zu 6 Mal höhere Wahrscheinlichkeit, eine 50-prozentige oder größere Reduzierung der Anfallshäufigkeit zu erfahren, als Kinder, die ihre übliche Pflege erhalten.

Die Cochrane-Wissenschaftler schränken diese Ergebnisse aber stark ein: „Die Studien schlossen nur eine kleine Anzahl von Personen ein, und ihre Methoden waren unklar. Wir beurteilten daher die Sicherheit der Beweise als gering bis sehr gering“, schreiben sie.

Dennoch gelte, dass für Menschen, die an arzneimittelresistenter Epilepsie leiden oder für einen chirurgischen Eingriff ungeeignet sind, ketogene Diäten eine gültige Option seien.

Die Hinweise aus den vorliegenden Studien seien zudem Anlass, die Effekte der Diät genauer zu untersuchen, so die Cochrane-Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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