ThemenErnährungKein Beleg für Effekt von intermittierendem Fasten auf Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen
Ernährung

Ernährung

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Kein Beleg für Effekt von intermittierendem Fasten auf Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen

Dienstag, 16. März 2021

/MIA Studio, stock.adobe.com

London – Autoren der Cochrane Heart Group haben bei einer Studienanalyse keine Vorteile von soge­nann­tem intermittierendem Fasten gegenüber normalen Diäten für die Endpunkte Gewichtsabnahme und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden. Das berichten sie in einem neuen Cochrane Review (2021; DOI:10.1002/14651858.CD013496.pub2).

„Intermittierendes Fasten ist eine Art von Diät, die ein Muster von Essen und Fasten beinhaltet. Es schränkt nicht ein, welche Lebensmittel Sie essen, sondern nur, wann Sie sie essen können“, erläutern die Autoren.

Zu den Formen von intermittierendem Fasten gehören zum Beispiel: Fasten an 1 oder 2 Tagen pro Woche, Fasten an jedem 2. Tag, Essen nur während bestimmter Stunden und Fasten für mindestens 12 Stunden pro Tag.

„Diäten, die intermittierendes Fasten beinhalten, werden immer beliebter“, erläutern die Autoren. Sie haben deshalb nach Studien gesucht, die intermittierendes Fasten mit dem normalen Ernährungsmuster der Betreffenden ohne jegliche Diät und mit herkömmlichen Energierestriktionsdiäten verglichen haben.

„Wir wollten herausfinden, ob intermittierendes Fasten die Sterblichkeit, die kardiovaskuläre Sterblich­keit, das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzversagen beeinflusst. Wir haben auch untersucht, ob intermittierendes Fasten das Körpergewicht und den Blutzuckerspiegel beeinflusst“, beschreiben sie ihr Interesse.

Sie konnten für den Review 18 Studien mit insgesamt 1.125 Erwachsenen einschließen. Die Studien verglichen intermittierendes Fasten mit normaler Ernährung (in 7 Studien), mit Energierestriktionsdiäten (8 Studien) und mit normaler Ernährung und Energierestriktionsdiäten (3 Studien).

„Wir fanden heraus, dass Menschen durch intermittierendes Fasten mehr Gewicht verlieren können als durch die übliche Ernährung über 3 Monate (Evidenz aus 7 Studien mit 224 Personen)“, berichten sie.

Dies galt aber nicht, wenn das intermittierende Fasten mit Energierestriktionsdiäten über 3 Monate (10 Studien; 719 Personen) verglichen wurde oder wenn der Beobachtungszeitraum länger war, nämlich 3 bis 12 Monate. „Wir fanden keine Daten zur Sterblichkeit, kardiovaskulären Sterblichkeit oder zum Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzversagen“, berichten die Cochrane-Wissenschaftler außerdem.

Intermittierendes Fasten hatte in den Studien auch keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, wenn es mit gewöhnlicher Ernährung über 3 Monate, mit Energierestriktionsdiäten über 3 Monate oder mit Energierestriktionsdiäten über 3 bis 12 Monate verglichen wurde.

„Wir brauchen weitere Forschung, um den Nutzen und die möglichen Schäden des intermittierenden Fastens zu testen und um zu prüfen, ob es einen Einfluss darauf hat, wie viele Menschen sterben oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickeln“, lautet das Fazit der Cochrane-Autoren. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 3. April 2021, 10:14

Aus einem Lehrbuch für Tierheilkunde über eine 1958 gemachten Beobachtung:

„Tatsache bleibt jedoch, dass keine der heimischen Tierarten, mit seltensten Ausnahmen, klinisch bedeutsame Formen der Atherosklerose entwickelt. Es scheint, dass die meisten der entsprechenden Krankheitsmechanismen bei Tieren vorkommen und dass Atherosklerose bei Tieren nicht unmöglich ist. Sie kommt aber faktisch nicht vor. Wenn die Ursache dafür gefunden werden könnte, würde dies ein sehr nützliches Licht auf diese Erkrankung beim Menschen werfen.”
In der Zwischenzeit wurde diese Ursache gefunden: Infolge des Umstandes, dass bei Tieren Vitamin-C-Mangel infolge Eigensynthese ausgeschlossen ist, gibt es bei den meisten Tieren keinen Mangel bei diesem Vitamin und damit auch keinen Skorbut. Skorbut muss nicht immer offensichtlich sein, Gewebsschäden an den Gefäßgeweben werden laufend mit Lipoprotein-a geflickt. Diese Art von Skorbut (vielmehr seine Folgen) wird erst bemerkt, wenn die Gefäße nicht mehr genug Blut durchlassen. Bei allen Arten, die sich ihr Vitamin C selbst herstellen, fehlt das Lipoprotein-a.
LNS

Zum Artikel

Coronakrise: Newsletter

Handlungsempfehlungen COVID-19

Handlungsempfehlungen COVID-19
Handlungs­empfeh­lungen für verschie­dene Fach­gebiete

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...