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Depressionen wirken sich bei Jungen und Mädchen unterschiedlich aus

Montag, 31. Juli 2017

Cambridge – Über die unterschiedliche Ausprägung von Depressionen bei Jungen und Mädchen berichtet eine Arbeitsgruppe der University of Cambridge unter der Leitung von Jie-Yu Chuang. Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Studie, dass eine geschlechts­spezifische Behandlung sinnvoll sein könnte. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychiatry (2017; doi: 10.3389/fpsyt.2017.00119).

Im Alter von 15 Jahren leiden doppelt so viele Mädchen wie Jungen unter einer Depression. Gründe hierfür könnten das Körperbild, hormonelle Schwankungen und ein höheres erbliches Risiko für eine Depression sein. Der Unterschied liegt jedoch nicht nur in der geschlechterspezifischen Erkrankungshäufigkeit, sondern auch in der Art und Weise, wie eine Depression erlebt wird, wie sie sich manifestiert und welche Konse­quenzen sie hat. Männer seien anfälliger für eine dauerhaft anhaltende Depression, während sie bei Frauen eher episodenhaft auftrete, so die Forscher. Männer hätten außerdem ein höheres Risiko für ernsthafte Konsequenzen wie Substanzmissbrauch und Suizidversuche.

Für ihre Studie rekrutierten die Forscher Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren. Sie untersuchten 24 weibliche und zehn männliche gesunde Probanden, sowie 82 Mädchen und 24 Jungen, die unter einer Depression litten. Die Forscher konfrontierten die an Depression leidenden Jugendlichen mit fröhlich und traurig konnotierten Begriffen und  führten währenddessen ein MRT von ihrem Gehirn durch, das ihre jeweilige Hirnaktivität dokumentierte. Anhand dessen konnten die Wissen­schaftler erkennen, dass die Depressionen bei den Betroffenen Aktivitäten in unter­schiedlichen, bereits zuvor mit Depression assoziierten Arealen, provozierten.

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Die Autoren berichten, dass die Depression sich je nach Geschlecht unterschiedliche auf das Gehirn von Jungen und Mädchen im jungen Erwachsenenalter auswirkt. Das lasse vermuten, dass jugendliche Jungen und Mädchen Depressionen verschieden erleben und somit auch eine spezifische Therapie von Vorteil für die Betroffenen sein könnte.

Weitere Forschung ist laut Arbeitsgruppe nötig, um die geschlechter­spezifischen Unterschiede besser zu verstehen und um den Zusammenhang zwischen dem Erleben und dem Umgang mit der Depression herauszuarbeiten. Zudem müssten mehr männliche Teilnehmer in künftige Studien eingeschlossen werden. © hil/aerzteblatt.de

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