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Medizin

Grippeimpfung in der Grundschule senkt Hospitalisierungs­rate bei Säuglingen und Senioren

Mittwoch, 9. September 2020

/New Africa, stock.adobe.com

Berkeley/Kalifornien – Kostenfreie Impfungen an allen Vor- und Grundschulen haben in der Stadt Oakland während der jährlichen Grippewelle nicht nur die Fehltage der Schüler gesenkt.

Laut einer Studie in PLoS Medicine (2020; DOI: 10.1371/journal.pmed.1003238) ging auch die Zahl der Hospitalisierungen vor allem in den Risikogruppen der Säuglinge und Senioren zurück.

Schüler erkranken bei einer Infektion mit Influenzaviren selten an einer schweren Grippe. Sie gelten allerdings als die wichtigsten Überträger, da sie die Viren, die sie in der Schule „auffangen“, häufig an andere Familienmitglieder weitergeben, darunter auch an Säuglinge und ältere Menschen, die dann unter Umständen schwer erkranken. Eine hohe Impfquote bei Schülern könnte deshalb einen Beitrag zur Senkung von Morbidität und Mortalität leisten.

Die Stadtregierung der Stadt Oakland hat deshalb im Jahr 2014 die Aktion „Shoo the Flu“ gestartet. Unterstützt von einer Werbekampagne wurden an mehr als 95 Vorschulen und Grundschulen kostenfreie Grippeimpfungen angeboten. Ein Forscherteam von der Universität im benachbarten Berkeley hat die Erfahrungen der ersten 4 Jahre evaluiert.

In Kalifornien ist die Akzeptanz der Grippeimpfung relativ hoch. Schon vor der Kampagne wurden etwa die Hälfte der Kinder geimpft. In den ersten beiden Jahren von „Shoo the Flu“ konnte die Impfquote gegenüber einer Vergleichsregion nicht gesteigert werden. Erst 2016/17 wurde die Impfquote um 7 % erhöht. In der Saison 2017/18 lag sie dann um 11 % höher als in der Vergleichsregion.

Trotz dieser insgesamt geringen Steigerung war in den beiden Saisons eine Auswirkung auf Grippeerkrankungen nachweisbar. In den Schulen kam es zu einem Rückgang der Fehlzeiten, den Jade Benjamin-Chung von der Universität Berkeley und Mitarbeiter in einer sogenannten „Differenz-von-Differenzen“-Analyse mit 0,63 Fehltage auf 100 Schultage (95-%-Konfidenzintervall 0,13 bis 1,14) in der Saison 2016/17 und auf 0,80 Fehltage auf 100 Schultage (0,31 bis 1,28) in der Saison 2017/18 beziffert.

Aber auch in den Altersgruppen, die nicht von „Shoo the Flu“ angesprochen wurden, gab es Veränderungen. Sie betrafen einmal die Kinder im Alter von 0 bis 4 und von über 13 Jahren. Hier kam es in der Grippesaison 2016/17 zu einem Rückgang der Hospitali­sierungen wegen einer Grippeerkrankung um 17 auf 100.000 Personen der Altersgruppe (4 bis 30) und in der Saison 2017/18 zu einem Rückgang der Hospitalisierungen um 37 auf 100.000 Personen (19 bis 54).

Noch deutlicher war der Einfluss auf die Gruppe der über 65-Jährigen. Hier kam es in den „Shoo the Flu“-Regionen in der Grippesaison 2016/17 zu einem Rückgang der krankheits­spezifischen Behandlungen im Krankenhaus um 73 auf 100.000 Senioren (-1 bis 147). In der Saison 2017/18 erkrankten auf 100.000 Senioren sogar 160 (53 bis 267) weniger als in den Vergleichsregionen.

In den beiden Saisons deutete sich auch ein Rückgang der Intensivbehandlungen und der Todesfälle an Grippeerkrankungen an, der allerdings das Signifikanzniveau nicht erreichte.

Trotzdem werten die Forscher die Ergebnisse als Erfolg. Selbst in Regionen mit einer relativ hohen Impfquote könnte eine Impfkampagne die Zahl der schweren Erkrankungen senken. Die Stadt Oakland will die Kampagne auch in diesem Jahr fortsetzen. © rme/aerzteblatt.de

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